Im Mittelpunkt des Besucherinteresses stand am gestrigen Museumstag die neu integrierte Wohnung, ausgestattet mit einem Inventar aus früheren Zeiten. Entstanden ist ein museales Bijou. Die Vorgeschichte: Die heute 93-jährige Mutter von Walter Spillmann ist vor einem Jahr aus dieser Wohnung, in der sie rund 30 Jahre lang gelebt hatte, ins Altersheim umgezogen. Magdalena und Walter Spillmann beschlossen daraufhin, die Wohnung nicht zu vermieten, sondern ihrem Museum zuzuschlagen.

Mit grossem Einsatz und Elan stellten sie den ursprünglichen Zustand der Räume samt passender Einrichtung und Ausstattung wieder her. Der überwiegende Teil des Mobiliars und der Objekte stammt aus dem Familienerbe der beiden Museumsinhaber.

Originalgetreue Möbel

Betritt man die sozusagen bezugsbereite Wohnung, fühlt man sich in Grossmutters oder Urgrossvaters Zeit zurückversetzt. Etwa in der Küche mit dem uralten Herd und Backofen, der originalgetreu rekonstruierten Abzugshaube, dem Ausgusstrog, den bis zu 150 Jahre alten Möbeln mit Töpfen und Geschirr. Nostalgisch-gemütlich wirkt die Stube mit dem grossen Kachelofen, dem Sofa, der Brugger Festtagstracht, einer Spieldose mit Blechwalzen.

In einer Vitrine sind alte Spielsachen und Geschäftspapier von früheren hiesigen Firmen ausgestellt – etwa ein an Spinnerkönig Heinrich Kunz adressierter Brief aus dem Jahr 1864.

Schlafzimmer mit Nähmaschine Bügelausrüstung

Ins Auge stechen im Schlafzimmer das Zweierbett und der massive Eichenschrank aus dem Jahr 1879, daneben unter anderem eine Kinderwiege, eine Petrollampe, an der Wand eingerahmte Konfirmandensprüche, einige davon von Pfarrer Pettermand, geschrieben im Jahr 1899.

An der Waschkommode konnten sich die Bewohner mittels Krug und Schüssel reinigen. Zudem fanden im Zimmer eine Singer-Nähmaschine und eine Glätteausrüstung Platz. Diese stammen aus dem von Marie Rauber im Holländerhaus geführten Nähatelier.

Eine Schulstube mit Klavier

In einem Nebenraum gelangt der Besucher gar in eine kleine Schulstube mit kippbarer Tafel, mit Schulbank und Schulutensilien sowie einem Klavier, das die frühere Windischer Lehrerin Marie Wacker dem Museum geschenkt hatte.

Den Gang schmücken Bilder von Hans Rauber, einem Schwager von Spillmann. Sie sind um 1990 entstanden und zeigen Windischer Liegenschaften und Strassenzüge. Die Bilder sind also erst 25 Jahre alt – und dokumentieren, wie sich selbst innerhalb dieser kurzen Zeit Gebäude und Ortsbilder verändert haben.