Brugg
Dank seiner Kino-App muss man in Zukunft nicht mehr an der Kasse anstehen

Seit Januar hat die Firma Konoma GmbH ein neues Zuhause – im Technopark Aargau. Noch im Verlauf dieses Jahres will sie – im Auftrag eines Badener Kinounternehmens – eine Kino-App entwickeln.

Elisabeth Feller
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Erfolgreicher Jungunternehmer: Der 29-jährige CEO Thierry Rietsch

Erfolgreicher Jungunternehmer: Der 29-jährige CEO Thierry Rietsch

EF

Den mächtigen Rundbau beim Bahnhof kennt in Brugg jedes Kind. Er ist, nur wenige Monate nach seiner Wiedereröffnung, ein Magnet. Das Hightech Zentrum Aargau und der Technopark Aargau sind in dem – dank viel Glas – luftigen Gebäude situiert, das junge, aufstrebende Unternehmen beherbergt. Seit Januar zählt auch die Konoma GmbH dazu. Der Name befördert die Fantasie von Neugierigen. Handelt es sich um eine Kosmetikfirma? Nichts könnte irriger sein.

CEO Thierry Rietsch aus Baden löst das Rätsel. «Der Name leitet sich vom lateinischen Oeconomia ab.» Schön, doch ist mit der Anspielung auf Ökonomie schon alles gesagt? Nein. Hinter dem Namen stecken findige Köpfe, die sich – stets die ökonomischen Aspekte im Auge behaltend – der Entwicklung von Web- und Mobil-Applikationen verschrieben haben. Die im letzten Jahr von drei jungen Männern gegründete Firma hat im Januar durch einen weiteren Kollegen Zuwachs erhalten.

Auf dem riesigen Feld einer Branche, deren Veränderungen mit einer Rasanz ohnegleichen vonstatten geht, will das Quartett vor allem mit zweierlei hervorstechen: Qualität und Benutzerfreundlichkeit.

Nicht mehr anstehen müssen

Das wollen andere auch, weiss der 29-jährige Thierry Rietsch. Aber: Die Konoma GmbH spezialisiert sich auf Lösungen, die auf die Bedürfnisse der Benutzer ausgelegt sind. Warten auf Kunden? Nein. Das Jungunternehmen geht aktiv auf potenzielle Kunden zu. «So hat sich auch die Zusammenarbeit mit der Badener Sterk Cine AG ergeben», sagt der CEO.

Das Traditionsunternehmen wird mit der Firma in den nächsten Monaten einiges realisieren: darunter eine neue Website und eine App (Applikation), die den Kauf von Tickets mit dem Handy ermöglicht.

Das bedeutet in der Praxis: Nicht mehr anstehen müssen vor der Kinokasse; vom Sofa aus den gewünschten Platz in einer bestimmten Vorstellung reservieren und bezahlen mit der Kreditkarte oder der Moviecard.

«Wir sind glücklich über diesen Auftrag», sagt der gross gewachsene, sympathische Thierry Rietsch. Und das klingt aus seinem Mund nicht etwa floskelhaft, sondern echt. Weil in seinen Worten nicht primär geschäftliches Kalkül, sondern jenes Feu Sacré aufscheint, das Rietsch in der Windischer Informatik-Firma Coresystems AG kennen lernen durfte.

Genau wie deren Gründer, Manuel Grenacher, hat auch Rietsch Informatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) studiert und war einer der ersten Mitarbeiter der Coresystems AG. Die dortigen, prägenden Erfahrungen, die durch spätere bei der Swisscom ergänzt wurden, kommen dem CEO heute zupass.

«Hohes Risiko – einfach versuchen», sagt er lachend auf die Frage, weshalb er und seine Mitstreiter den Mut hatten, eine Firma zu gründen. In diesem Moment gleicht Rietsch einem Lausbuben, der sich über einen gelungenen Streich freut. Natürlich weiss der 29-Jährige, dass die Konkurrenz riesig ist und nicht schläft. Doch mit der Entwicklung der App für das Badener Kinounternehmen hat das Brugger Jungunternehmen die Nase vorn.

Ketzerische Frage: Braucht der Mensch diese Applikation? Thierry Rietsch blickt sein Gegenüber aufmerksam an. So, dass dieses unwillkürlich an die bekannte TV-Empfehlung denkt: «Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.»

Thierry Rietsch holt etwas aus: «Es ist eine Tatsache, dass wir heute sehr viele digitale Mittel zur Verfügung haben. Die Menschen sind gewohnt, mit ihnen umzugehen. Weshalb sollen wir sie also nicht sinnvoll einsetzen?» Rietsch betont, dass es bei der Kino-App nicht darum gehe, sie einfach «so» runterzuladen.

«Das Ganze muss Spass machen und dazugehört, dass die Benutzung einfach sein muss.» Diese scheitere zum Teil bereits daran, dass grosse Hände oder Finger Mühe hätten mit Apps. Das müsse ändern, sagt der CEO mit sanftem Nachdruck und fährt fort: «Es gibt natürlich auch Apps, die unnötig sind.»

Zum Beispiel solche, die im Auto auf der Mittelkonsole platziert sind. Sie verleiten zum Spielen bei voller Fahrt. Wer da abgelenkt werde. . . Thierry Rietsch ist nachdenklich; vollendet den Satz nicht.

Der Abstecher zum Unnötigen leitet über zum Nötigen. Wann wird die Kino-App startklar sein? Auf ein Datum will sich der enthusiastische, mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehende CEO nicht festlegen. Nur soviel: 2014 wird es so weit sein. Jetzt wird mit Volldampf weitergearbeitet.