«Kleider machen Leute». Was für viele nur ein Spruch ist, ist für Katrin Legandt die Wahrheit. Mit ihrem Unternehmen «The Style Grid» hilft die 36-Jährige Menschen dabei, ihre persönlichen und beruflichen Ziele zu erreichen, indem sie deren Kleidungsstil optimiert. «Kleidungsstücke können ausdrücken, wer wir sind, was wir können und wofür wir stehen», sagt Legandt.

Modeaffin war Legandt schon immer. Sie nähte sich als Jugendliche selber Kleider und absolvierte später in Stuttgart (D) eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Modedesignerin. Zu ihrer Berufung geführt hat sie der Zufall. Als sie eine Kollegin um eine Modeberatung vor einem Vorstellungsgespräch bat und diese den Job prompt bekam, entdeckte Legandt den Einfluss von Farben und Formen auf das Selbstbild von Menschen.

Bestärkt durch den beruflichen Erfolg ihrer Kollegin vertiefte sie ihr Wissen mit einer berufsbegleitenden Ausbildung zum Style- und Modecoach. Auch eine psychologische Weiterbildung absolvierte sie. 2017 machte Katrin Legandt sich schliesslich selbstständig. Bei ihren Beratungen fokussiert sich Legandt hauptsächlich auf Frauen. Für junge Frauen ist sie auf freiwilliger Basis zudem als Coach tätig.

Kleiderschrank ist Intimsphäre

Aufgewachsen ist Legandt in Frankfurt am Main (D), ihre Familie wohnt noch immer dort. Bedingt durch ihren Beruf als Werbekauffrau und Modedesignerin reiste Legandt viel durch die Welt und lebte auch ein halbes Jahr in Tel Aviv (Israel). Seit sieben Jahren wohnt sie nun mit ihrem Lebenspartner in Brugg, in einer schmucken Altstadtwohnung mit Blick auf die Aare. «Das Universum hat mich hierher geschickt», sagt Legandt. Tatsächlich in die Schweiz geführt hat sie eine Stelle als Visual Merchandiser beim Bad Zurzacher Unternehmen Triumph.

«Der Blick in den Kleiderschrank ist ein Blick in die Seele», sagt Legandt. Zudem sei es ein sehr intimer Moment, wenn sie in den Kleiderschrank einer Frau sehe. Entsprechend wichtig ist ihr der persönliche Kontakt mit den Kundinnen. Der ist auch zentral für eine effektive Beratung. So wie bei einer Kundin aus Zürich. Die zweifache Mutter war mit ihrem Beruf unzufrieden und wäre gerne als Coach tätig gewesen, traute sich das aber nicht zu. Diesen Wunsch offenbarte die Kundin im ersten Beratungsgespräch.

Legandt erarbeitete daraus ein neues Selbstbild für die Kundin. Basierend auf diesem legte Legandt mittels einer Farb- und Stilberatung fest, welche Kleiderkombinationen nach dem Motto «Weniger ist mehr» zum neuen Zielbild passen. Dies war die Grundlage für die anschliessende Shopping-Tour. Mit ihrem neuen Selbstbild und Selbstwertgefühl bewarb sich die Kundin als Coach und bekam prompt eine Stelle. «Wenn ich an das Strahlen meiner Kundin bei diesem überraschenden Jobangebot denke – unbezahlbar», sagt Legandt.

Eine solche Beratung, die Legandt «I want my Style back» nennt, kostet um die 700 Franken. Gerne hätte die 36-Jährige noch mehr Kundinnen aus der Region, die bis jetzt aus dem Grossraum Zürich, Baden oder sogar aus Deutschland kamen. «Mein Unternehmen funktioniert über Mundpropaganda. Ich kann schlecht jemanden auf der Strasse ansprechen, ob sie ein Umstyling wünscht», so Legandt. Sie ist derzeit dabei, ihren Youtube-Channel aufzubauen, und ist auch fleissig auf ihrem Blog und auf Instagram unterwegs. Für die Zukunft wünscht sie sich, dass sie ihre Angebote noch mehr Frauen zugänglich machen kann.