In Sachen Kirschstein-Spucktechnik macht man dem Brugger Thomas Steinhauer nicht so schnell etwas vor. Seit 2002 nimmt er zusammen mit Conchita Kohler aus Remigen fast jeden Sommer an der Weltmeisterschaft teil auf der Dürener Annakirmes – einem Volksfest – zwischen Köln und Aachen.

An der diesjährigen 43. Weltmeisterschaft stimmte einfach alles, erzählt Thomas Steinhauer, besser bekannt als Steini. Sein letzter von drei Finalsteinen blieb bei 22,52 Meter liegen. Damit holte er sich nicht nur den Weltmeistertitel, sondern auch den neuen Weltrekord auf dieser Bahn, der seit 2003 ein Deutscher inne hatte. Genau diese Bahn aus Plastik war es, die zum Siegerglück beitrug. «Sie war dieses Jahr wirklich gut gespannt», fährt Steini fort. Gemessen wird nämlich erst dort, wo der ausgespuckte Kirschstein nach dem Ausrollen liegen bleibt. Auch das Wetter war ideal, nicht zu heiss und nicht zu feucht. Aber primär hatte der Organisator laut Steini «die richtigen Kirschen» zur Verfügung gestellt. Will heissen: Die Steine waren schön rund.

Schweizerin auf Platz zwei

Bei diesen idealen Bedingungen hätten die meisten Teilnehmer ziemlich weit gespuckt, stellt Steini fest. Seinen persönlichen Erfolg führt er auch darauf zurück, dass er keinerlei Druck verspürte und er diesmal nicht mit einer grösseren Gruppe unterwegs war. Speziell trainiert habe er im Vorfeld nicht. Im Zentrum stehen für ihn Spass, Witz und Glück. Wichtig ist ihm, dass alles regelkonform abläuft. Steini erhielt ein Preisgeld von 100 Euro, einen Pokal sowie eine Urkunde.

Conchita Kohler war bei den Damen ebenfalls gut unterwegs. Sie sicherte sich im Final mit 15,66 Meter den zweiten Platz für die Schweiz.

Die Weltmeisterschaft im Kirschsteinweitspucken wurde aus einer Schnapsidee im Anschluss an die Fussballweltmeisterschaft 1974 in Deutschland geboren. Mit seinem nicht alltäglichen Hobby hat sich Steini in den letzten Jahren einen Namen gemacht. «Ich werde oft darauf angesprochen, daraus entstehen gute Gespräche», sagt er.