Brugg

Dank neuem System: Hier brauchen Lehrer keinen Hellraumprojektor mehr

Im Schulhaus Freudenstein gehören Tablets im Unterricht von Sekundarschullehrer Martin Schmucki dazu.

Im Schulhaus Freudenstein gehören Tablets im Unterricht von Sekundarschullehrer Martin Schmucki dazu.

Die Schule will IT-Mittel stärker in den Unterrichtsalltag integrieren – dafür gibts ein neues System.

Die Schüler sitzen an ihren Tischen. Vor ihnen Heft, Mappe, Etui – und ein iPad. Sie schauen auf die Leinwand, an die ihr Lehrer mir seinem Tablet, dass an einem Ständer befestigt ist, die Aufgabe mittels Beamer projiziert. So soll es künftig in allen Schulzimmern von Brugg aussehen. «Das Brugger Modell des Präsentationssystems ist in dieser Form neu», sagt Peter Merz, Gesamtschulleiter in Brugg. Das 2006 erarbeitete und mittlerweile veraltete Konzept wurde umgeschrieben. Mit dem im Jahr 2014 neu erstellten Konzept soll der Unterricht mit den IT-Mitteln stärker in den Unterrichtsalltag integriert werden. «Nächstes Jahr sollten wir fertig sein. Dann sind 100 Schulzimmer in Brugg mit dem System ausgerüstet», sagt er. Standard wird das neue System auch in den Zimmern des Stapferschulhauses, das saniert wird. Die Kinder müssen sich nicht an den Kosten der Geräte beteiligen.

«Es hat mich früher als Lehrer so viel Zeit gekostet, mit den Schülern für eine Stunde in den Computerraum zu gehen. Wir konnten die Zeit nie optimal nutzen», sagt Martin Schmucki, Lehrer an der Sekundarschule im Schulhaus Freudenstein. Deshalb habe man sich verschiedene Systeme angeschaut, die die im Unterricht integrierte Nutzung am besten ermögliche. Der flexible und schnelle Einsatz der Informatikmittel stand bei den Überlegungen im Mittelpunkt. «Dabei gab es grosse Preisunterschiede und viele Systeme, die zwar ‹nice to have› sind, aber nicht zu unseren Vorstellungen passten», sagt Merz.

Interaktiv und kostengünstig

Beim Präsentationssystem entschied man sich für eine Lösung, die interaktiv und kostengünstig sei und auf der bestehenden Infrastruktur aufbaue. Die Schule arbeite nun deshalb mit iPads und Laptops. Ausserdem wurde der «Tablet Stage» angeschafft. Auf diesem kann das Tablet befestigt werden und der Bildschirminhalt über den Beamer auf die Leinwand projiziert werden. So werde auch der Hellraumprojektor ersetzt.

Damit die Informationsbeschaffung und der Datenaustausch reibungslos funktionieren, habe die Schule Brugg in ein leistungsfähiges WLAN investiert. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten auf der Lernplattform «educanet2», die vom Kanton kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Damit werde den Schülern ermöglicht, dass sie auch mit ihrem Gerät zu Hause alle Unterlagen aus dem Unterricht herunterladen und bearbeiten können.

Die Testphase ist abgeschlossen

Nach einer Testphase sind nun bereits mehr als zwei Drittel der Klassenzimmer mit dem System eingerichtet. Diese verfügen jeweils über einen Pool von iPads und Laptops, die von den Schülern genutzt werden können. «Der grosse Vorteil ist, dass die Schüler mit diesen Geräten bereits vertraut sind», weiss Schmucki. «Damit können wir uns auf die Lerninhalte konzentrieren und werden weniger mit technischen Fragen konfrontiert», führt er aus.
Schulleiter Merz erklärt: «Es gab eine Schulung zum Einsatz der Geräte wie auch zur pädagogischen Umsetzung.» Lehrer Schmucki fügt hinzu: «Die beste Schulung sind allerdings meine Schüler.» Ziel sei es jedoch nicht, das Schreiben oder die Lehrmittel zu ersetzen, sondern die Schüler darauf zu sensibilisieren, wie sie sich die richtigen Informationen beschaffen können. «Ich würde beispielsweise nie auf meine Wandtafel und Landkarte im Schulzimmer verzichten wollen», sagt Schmucki und lacht.

Eine weitere Investition sei «Apple TV». Damit können die Schüler innerhalb kürzester Zeit ihre vorbereiteten Dateien vom Gerät auf die Leinwand beamen. «So sind wir viel flexibler», betont Schmucki. Von den Schülern hätten sie schon viele positive Rückmeldungen erhalten. «Uns Lehrer kann das System jedoch nicht ersetzen. Am Ende hängt die Qualität des Unterrichts immer noch von uns ab», sagt Schmucki. «Erste Erfahrungen zeigen, dass sich der Mut lohnt, neue Wege zu gehen», fügt Merz abschliessend hinzu.

Autor

Timea Hunkeler

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