Radio-Gast

Dank der SRF-«Musikwelle» ist dieser Brugger jetzt im ganzen Land bekannt

Sein Kater Simba sowie aufmunternde Worte in Karten und Briefen von der «Musikwelle»-Hörerschaft machen den ehemaligen Pöschtler Ernst Tschumi glücklich.

Sein Kater Simba sowie aufmunternde Worte in Karten und Briefen von der «Musikwelle»-Hörerschaft machen den ehemaligen Pöschtler Ernst Tschumi glücklich.

Radio SRF hat Tschumi Ernst (77) aus Brugg als prominenten Gast in die Sendung eingeladen. Zwischen den Volksmusik- und Schlager-Beiträgen unterhielt sich SRF-Moderator Christian Salzmann während einer Stunde mit dem Aargauer über sein Leben.

Der ehemalige Post-Angestellte Ernst Tschumi – den Radio-Hörern besser bekannt als Tschumi Ernst aus Brugg – ist seit einigen Tagen völlig aus dem Häuschen. Vor acht Tagen war er als prominenter Gast bei «Musikwelle»-Moderator Christian Salzmann in der Sendung.

Dass Hörer in ihrer Funktion als Hörer ins Studio eingeladen werden, kommt sonst nicht vor. Doch Tschumi ist den Moderatoren und offenbar auch vielen Zuhörern schon seit längerer Zeit aufgefallen.

Beim «Wünsch dir was» gibt es verschiedene Leute, die sich regelmässig melden. Wenn Tschumi in Zürich anruft und seinen Musik-Wunsch aufs Band spricht, dann erzählt er meistens noch eine persönliche Geschichte. Von seiner Katze oder seinem Sohn.

In den vergangenen Wochen hörte Moderator Salzmann mehrmals von Leuten aus dem Bekanntenkreis: «Du arbeitest doch beim Sender mit dem Tschumi Ernst.» Das war dann Anlass genug für Salzmann, den «Musikwelle»-Hörer mal ins Studio einzuladen und ihn persönlich kennen zu lernen. «Die Gespräche mit Ernst auf dem Sender waren unterhaltsam und auch tiefgründig», erzählt der Moderator.

Moderator Christian Salzmann (links) empfängt Ernst Tschumi im Studio.

Moderator Christian Salzmann (links) empfängt Ernst Tschumi im Studio.

Tschumi habe ihm und dem Radio-Publikum sein Herz aufgetan und von seinen Freuden und Ängsten berichtet. Der Brugger mit der angenehmen Radiostimme ist oft allein, Kater Simba gibt ihm Halt. An Silvester, wenn sich der Geburtstag seiner vor über 20 Jahren verstorbenen Ehefrau Ruth jährt, ist Tschumi Ernst jeweils besonders traurig.

Dass er zu Hause oft weint, verschweigt er nicht. Tschumi weiss, dass ihn Aussenstehende als fröhlich und humorvoll beschreiben. Doch auf seinem Herzen trage er einen grossen Stein und er bete viel, erzählt er am Stubentisch.

Das Radio ersetzt das Reisen

Früher reiste Tschumi sehr viel. Mexiko, die Seychellen und unzählige andere Länder hat er besucht. Das hat sich komplett geändert. Seit er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr selbst Autofahren kann und keine grossen Reisen mehr möglich sind, hört Tschumi Ernst stundenlang Musik am Radio. Fleissiger Musikwelle-Hörer sei er seit knapp drei Jahren, sagt er.

Am 6. Februar durfte Tschumi, der zusammen mit acht Geschwistern in einfachen Verhältnissen bei Sennhütten oberhalb von Effingen aufgewachsen ist, seinen 77. Geburtstag feiern. Bei der «Musikwelle» gingen sehr viele Anrufe und schriftliche Wünsche für Tschumi Ernst ein, was die Redaktion für einen Hörer so noch nie erlebt hatte.

Am Stubentisch zeigt Tschumi Ernst die schönen Karten und Briefe, die er vom «Musikwelle»-Publikum aus der halben Schweiz bekommen hat. Statt den Verfassern zurückzuschreiben, greift der ehemalige Pöschtler lieber zum Telefon. Verschiedene Radio-Hörer hat er so schon kennen gelernt.

Eine schöne Überraschung durfte der Brugger in der Adventszeit erleben, als sich Marcel und Beatrice Flückiger von Mülligen bei ihm meldeten. Ausgestattet mit Schwyzerörgeli und einem Sack Weihnachtsguetzli, trafen sie bei Tschumi ein und sangen zusammen ein paar Lumpenlieder wie «S’Ramseiers wei go grase».

Beatrice Flückiger erklärt: «Wir hatten auf der Musikwelle gehört, dass es Ernst nicht gut geht, und wollten ihm so eine Freude bereiten.» SRF-Moderator Salzmann ist sicher, dass es Tausenden von Hörern so ergeht wie dem Ernst.

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