Brugg

Dank der SBB kommt ein Zug in den Schulunterricht

Die Schüler der zweiten Oberstufe aus Staffelbach hören dem Bahnpolizisten gespannt zu.

Die Schüler der zweiten Oberstufe aus Staffelbach hören dem Bahnpolizisten gespannt zu.

Diese Woche steht am Brugger Bahnhof ein Schul- und Erlebniszug. Dieser soll Schüler einen Einblick in die Welt des öffentlichen Verkehrs geben. In verschiedenen Abteilen werden dabei Themen wie Sicherheit, Verantwortung oder Berufswahl behandelt.

Aufmerksam und still sitzen die Oberstufenschüler aus Staffelbach im Zugabteil. Ein Bahnpolizist fragt sie, wie der mutmassliche Täter aussah. Ein Schüler gibt zur Antwort: «Er trug ein blauer Nike Pullover!» Dies reicht dem Bahnpolizisten noch nicht, er möchte genauere, auffälligere Details. «Schwarze Schuhe mit blauen Bändeln», ruft ein anderer Schüler. Der Polizist gibt sich mit dieser Antwort zufrieden: «Gut Kevin, du kannst wieder reinkommen.» Kevin tritt schmunzelnd in das Abteil und fragt, ob er nun verhaftet sei. Natürlich nicht. Denn dies ist kein Ernstfall, sondern ein Klassenausflug im Schul- und Erlebniszug der SBB, der zurzeit in Brugg steht. Der Bahnpolizist gibt der Klasse Auskunft, auf was geachtet werden muss, wenn die Schüler Zeugen eines Delikts werden.

Der umgebaute SBB-Zug bietet auf 16 Abteilen eine richtige Erlebniswelt rund um den öffentlichen Verkehr und eignet sich für Oberstufenklassen. Zugchef René Weisskopf betont: «Bei uns lernen die Schüler vieles über Verhalten und Verantwortung im öffentlichen Verkehr. Daneben werden sie auch von unserem Ausbildungsverband login auf spielerische Weise über die beruflichen Möglichkeiten informiert.»

Zurück zur Klasse aus Staffelbach, diese wechselt gerade das Abteil, um sich einen Film über die Aufgaben der Bahnpolizei anzuschauen. Der Film hat es in sich, man sieht einen aufgezeichneten Ernstfall eines Diebstahls. Danach erklärt der Bahnpolizist, dass er seine Waffe nur im absoluten Notfall benutzen möchte und dass die Einsätze meistens verbal gelöst werden können.

Man merkt der Klasse dabei an, dass sie grossen Respekt vor dem Bahnpolizisten in seiner Vollmontur hat. Die Klasse macht sich auf Richtung nächstes Abteil. Auf sie warten in den folgenden Wagen weitere Themen, wie Sicherheit auf dem Perron, alles rund um die Elektrizität, Littering und Vandalismus im Zug, Zukunftsvisionen der SBB und aus welchen Gründen Schweizerinnen und Schweizer Zug fahren. Am Ende absolviert jeder Schüler ein Quiz, das ihm zeigt, in welchem Beruf im öffentlichen Verkehr die individuellen Kompetenzen am besten angebracht wären.

In Brugg kommen pro Tag bis zu zehn Klassen in den Schul- und Erlebniszug. Eine Führung dauert um die 120 Minuten. Der Zug funktioniere wie ein Zirkus, betont René Weisskopf. Jeweils am Ende der Woche werde der Standort gewechselt. «Ich bin überrascht von den Schülern. Egal, wo wir sind, die meisten Klassen verhalten sich diszipliniert und sind aufmerksam», so der Zugchef. Die Führung und die Anreise sind für die Schulklassen kostenlos. «Oft kommen die Klassen von weither. Schulen, die aus kleinen Gemeinden kommen, haben meistens kein grosses Budget und nutzen daher unser Angebot, um eine Schulreise zu machen», erwähnt Weisskopf. Die Lehrer seien daher sehr dankbar.

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