Bözberg

«Dancing Classroom»: Aus der Reihe tanzt hier keiner – «Wir verstehen uns besser mit den Buben»

Flink bewegen sich die Schülerinnen und Schüler im Kreis und tauschen nach wenigen Drehungen geschickt den Partner.

Flink bewegen sich die Schülerinnen und Schüler im Kreis und tauschen nach wenigen Drehungen geschickt den Partner.

Leichtfüssig und konzentriert wirbeln die Schülerinnen und Schüler in Bözberg durchs Schulhaus

Beschwingt starten die Viertklässler seit Anfang Januar in den Montagmorgen. Anstelle von klassischem Lernstoff im Schulzimmer steht auf dem Bözberg Paartanz auf dem Programm. Mithilfe von Anweisungen durch Janine Bredanger üben die Kinder die einzelnen Tanzschritte – heute den Swing –, danach wird gleich richtig getanzt zur Musik.

Flink bewegen sich die Schülerinnen und Schüler im Kreis und tauschen nach wenigen Drehungen geschickt den Partner. Jedes Kind weiss, wo sein Platz ist und in welche Richtung es tanzen muss.

Mitten unter den Nachwuchstänzern ist auch der Lehrer der vierten Klasse, Mario Bucher; dass er mittanzt, gehört zum Programm «Dancing Classrooms» und hat nichts damit zu tun, dass er nicht nur Primarlehrer, sondern auch ausgebildeter Tanzlehrer ist.

Unkompliziert und ehrlich

«Dancing Classrooms» wurde 1994 im Amerika erfunden. In der Deutschschweiz haben in den vergangenen Jahren bereits 280 Klassen teilgenommen; auf dem Bözberg sind neben den 18 Viertklässlern von Lehrer Mario Bucher auch die 18 Fünftklässler von Rebekka Scartazzini mit dabei.

Das standardisierte Programm dauert zehn Wochen. Zwei Lektionen pro Woche üben die Schülerinnen und Schüler Merengue, Rumba, Foxtrott, Swing, Tango, Walzer, Polka und zwei Line Dances. Geleitet werden die Tanzstunden von Janine Bredanger vom Verein «Dancing Classrooms».

Sie ist selber Primarlehrerin und hat die Ausbildung für «Dancing Classrooms» wie vom Verein vorgeschrieben während einer Intensivwoche in Manhattan/New York absolviert: «Durch das Tanzen bekommen die Schüler einen andern Zugang zu sich und ihren Emotionen. Das Selbstwertgefühl wird gestärkt.» Sie geniesst die Stunden mit den Bözbergern. «Die Kinder sind bodenständig, unkompliziert und ehrlich. Ich finde es super mit ihnen.»

Für Mario Bucher hat sich die Teilnahme am Projekt «Dancing Classrooms», das vom Bildungsdepartement des Kantons finanziell unterstützt wird, schon jetzt gelohnt. «Die Klasse ist ruhiger geworden und der Umgang miteinander respektvoller. Zusammen zu tanzen ist eine Form der Kommunikation. Was die Kinder dabei lerne, wirkt sich auch auf die Kommunikation während den andern Lektionen aus.»

Im April ist Aufführung

Am Anfang seien allerdings weder die Mädchen noch die Buben davon begeistert gewesen, einander so nah zu sein, sagt der Lehrer. «Inzwischen haben sich alle daran gewöhnt.»
Am Donnerstag, 4. April, 19 Uhr, findet in der Sporthalle Bözberg eine öffentliche Aufführung der tanzenden Viert- und Fünftklässler statt.

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