Zeitensprünge

Damals, als das Ammann-Amt – noch – fest in Männerhand war

Das «Kupper-Haus» befindet sich an der Schulthess-Allee.

Das «Kupper-Haus» befindet sich an der Schulthess-Allee.

Die AZ-Redaktion wirft in der Rubrik «Zeitensprünge» jeden Monat einen Blick in alte Brugger Neujahrsblätter und schaut, was die Leute damals bewegt hat und wie sich Themen weiterentwickelt haben.

Vor 30 Jahren ist mit einer offiziellen Feier der Brugger Stadtammann Hans Peter Howald verabschiedet worden. Er hatte die Geschicke der Stadt während 16 Jahren ­geleitet. Als Marksteine seiner politischen Arbeit bezeichnete er den Bau der Mittleren Um­fahrung, den Umbau des Zimmermannhauses sowie die Feier «700 Jahre Stadtrecht».

Howalds Nachfolge trat Rolf ­Alder an, der bis 2009 im Amt war. Auf ihn folgten Daniel Moser und – ab 2018 – Barbara Hor­lacher. Die Grünen-Politikerin ist heute die erste Frau an der Spitze der Stadt.

Im benachbarten Windisch trat Aldo Clivio zurück – nach 24 Jahren aktiver Gemeindepolitik, wovon 20 Jahre als Gemeindeammann. An der Schlusssitzung des Einwohnerrats im Dezember 1989 wurde er für seine Arbeit geehrt.

In seiner Amtszeit wurden 104 Objektkredite mit einem Kosten­betrag von 55,2 Mio. Franken gesprochen. Die Nachfolge traten Walter Spillmann und ab 1998 Hanspeter Scheiwiler an. Am 23. September 2013 ist Heidi Ammon gewählt worden, die heutige Gemeindepräsidentin.

Kampf mit Platznot Der Bau eines neuen, zentralen Verwaltungsgebäudes ist ein Dauerbrenner in Brugg. Geplant ist ein solches aktuell zwischen Annerstrasse und Schulthess-Allee. Realisiert werden sollen mit der Überbauung auch ein Stadtbüro sowie Gewerbeflächen, Büros und Wohnungen.

Auf dem betroffenen Areal «Alte Post» befinden sich die Liegenschaften «Müller-Haus», «Alte Schmitte» und «Kupper-Haus», die abgerissen werden sollen. In letzteres zog im Dezember 1969 ein Teil der Brugger Stadtverwaltung. Denn diese hatte schon vor 50 Jahren mit den immer knapper werdenden Räumlichkeiten zu kämpfen.

Geld fürs Schulhaus In Windisch waren – wie heute wieder – die Schulräume ein Thema vor 50 Jahren. Die letzte von Gemeindeammann Bernhard Lauterburg geleitete Gemeinde­versammlung genehmigte im Dezember 1969 einen 5-Millionen-Kredit für ein neues Oberstufenschulhaus in der Dohlenzelg.

Aktuell kommen mit der Schulraumplanung – und damit dem geplanten Bau eines neuen Schulhauses Dohlenzelg – einige Herausforderungen und happige Investitionen auf die Gemeinde zu.

Tunnel statt Viadukt Am 18. Dezember 1969 hat der Regierungsrat beschlossen, dem Bundesrat die Linienführung der Autobahn N 3 zwischen Hornussen und Hausen durch einen Bözbergtunnel zu beantragen.

Ursprünglich im Vordergrund gestanden war eine Variante mit einem 1,6 Kilometer langen und 60 Meter hohen Viadukt über das Aaretal westlich von Brugg. Von einem solchen hätten wohl auch die Römer – rund 2000 Jahre früher – nur träumen können im einstigen Vindonissa.

Ätzende Säure Einen Erfolg verzeichnen konnte im Dezember 1974 das Cabaret H2SO4 mit seinem Programm «Was hängt am Rossapfelbaum», das mehrmals in Windisch gespielt wurde. H2SO4? Bei dieser chemischen Verbindung handelt es sich um Schwefelsäure.

Gegründet worden war die Gruppe von den jungen Seminaristen Benny K. Obrist, Rolf Geissberger und Edgar Zimmermann. Letzterer war später erfolgreich unterwegs mit seinen Soloprogrammen. Ebenfalls wirkte er – oft mit einer Prise Humor – als Redaktor der Aargauer Zeitung.

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