Birr

«Dai dai ragazzi, molto bene!»: Eine Woche nur Fussball im Kopf im Juventus Camp

Im Juventus Camp kämpfen dieses Jahr über 160 sportbegeisterte Kinder um das runde Leder.

Schwarz-Weiss so weit das Auge reicht. 162 Kinder, gekleidet in einem Juventus-Tenue, trainieren diese Woche im Juventus Camp in Birr. Es ist bereits die siebte Austragung der Trainingswoche. An fünf Tagen werden die kleinen Messis und Ronaldos von fünf qualifizierten Juventus-Trainern und 12 lokalen Coaches trainiert.

«Dai dai ragazzi, molto bene!», hört man immer wieder über den ganzen Platz. Die Trainer fordern viel, sind aber auch für Spässchen zu haben. «Genau das ist unser Erfolgsrezept. Die Kinder lernen viel und haben gleichzeitig eine Menge Spass. Wenn sie mit einem Lächeln nach Hause gehen, haben wir unser Ziel erreicht», sagt Giovanni Carta, Präsident vom FC Birr.

Viel Einsatz und nicht weniger Spass: Szenen aus dem FC Birr Juventus Camp 2019

Viel Einsatz und nicht weniger Spass: Szenen aus dem FC Birr Juventus Camp 2019

So viele Teilnehmer wie noch nie

Mit 162 Kindern wurde dieses Jahr ein neuer Rekord erreicht. «Wir mussten sogar 20 Familien absagen, weil nur fünf Trainer aus Turin kamen.» Dass sie jedes Jahr mehr Teilnehmer haben, freut Carta. Dies sei eine Bestätigung für die gute Leistung der Trainer und zeigt, dass sich die Trainingswoche positiv herumgesprochen hat. «Wir haben hier Kinder, die seit der ersten Austragung 2013 dabei sind. Ihre Entwicklung zu beobachten ist sehr schön und macht uns Trainer unglaublich stolz.»

Die Teilnehmerzahl hat sich in den sechs Jahren mehr als verdreifacht. Das Maximum sieht Carta bei 200 Kindern. «Es ist jetzt schon extrem viel los. Früher spielten wir noch auf einem Rasen. Heute stehen uns zwei Plätze zur Verfügung.» Grund dafür sind sicherlich auch die Mädchen. Ihre Anzahl erhöht sich jedes Jahr. Dieses Mal sind bereits 30 mit dabei. Zum Vergleich: Vor drei Jahren, als es zum ersten Mal eine Mädchengruppe gab, nahmen erst 14 Fussballerinnen teil. Ihre Anzahl hat sich demnach mehr als verdoppelt. Die Mädchen mit Jahrgängen 2004 bis 2006 trainieren in einer eigenen Trainingsgruppe. Während die Knaben hart in die Zweikämpfe gehen und jedem Ball verbissen nachrennen, scheint bei den Mädchen der Spass im Vordergrund zu stehen. Bei gelungenen Pässen oder Toren wird lautstark gejubelt.

Nur noch ein Drittel aus Birr

Die kleinen Fussballer sind konzentriert am Werk und folgen den italienischen Trainern, deren Anweisungen von den lokalen Trainern übersetzt werden. Das Camp sei ursprünglich für die eigenen Junioren gedacht gewesen, sagt Carta. «Mittlerweile kommen die meisten aber vom Rest des Kantons. Dieses Jahr haben wir sogar zwei Zürcher und einen Solothurner. Nur noch ein Drittel kommt aus Birr.»

Nach wie vor gibt es Anreize für die eigenen Junioren. Diese müssen für die Trainingswoche «nur» 300 Franken zahlen. Auswärtige zahlen hingegen 30 Franken mehr. «Eigentlich ist der Gesamtpreis immer noch viel zu wenig. Aber wir sind hier, um den Kindern etwas zu vermitteln und nicht, um Geld zu verdienen», sagt Carta. Die Kinder bekommen neben den Trainingsstunden auch eigene Juventus-Trainingskleider, ein Mittagessen sowie ein Zvieri, bevor sie wieder abgeholt werden.

Der 44-jährige Carta lernt auch selber jedes Jahr dazu. «Strukturiertes Arbeiten ist hier sehr wichtig. Daher muss ich die Themen und den Ablauf eines Trainings gut überlegen. Neben den technischen Übungen soll die Freude am Fussball zentral sein. Am Ende gibt es deshalb immer einen Match.»

Auf den Spuren ihrer Vorbilder

Die Gruppen werden nach Alter und Stärke eingeteilt. Die Spielerinnen und Spieler sind dieses Jahr zwischen 6 und 15 Jahre alt. Haarschnitt, Verhalten und Spielfreude erinnern zum Teil an Ronaldo, Neymar oder Messi. Sie sind auch die meist erwähnten Vorbilder. Genannt werden aber auch Schwestern, Väter oder die diesjährigen Trainer: «Sie wissen und können so viel», sagt der 11-jährige Gabriele.

Das Camp dauert noch bis und mit Samstag. Dann stehen noch eine Abschlusszeremonie und ein Apéro auf dem Programm. Anschliessend gehen die Kinder hoffentlich mit einem Lächeln wieder nach Hause. Wäre das der Fall, so hätte Carta sein Ziel auch dieses Jahr erneut erreicht.

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