Der Zustand des Dahlihauses in Hausen ist bekannt, ein Studienauftrag wurde durchgeführt. Jetzt geht es in die Umsetzungsphase. Um das Projekt realisieren zu können, steht die Abgabe der Parzelle im Baurecht zur Debatte. Der Entscheid liegt bei der Gemeindeversammlung.

Mit seinen mehr als 450 Jahren ist das Dahlihaus an der Holzgasse eines der ältesten Gebäude im Dorf. Das Hochstudhaus ist laut Gemeinderat «ein Zeugnis früherer Bau- und Lebensweise und hat eine lokalhistorische, bauhandwerkliche und ortsbildprägende Bedeutung». Zusammen mit dem Schuhmacherhüsli bilde es ein unverwechselbares Ensemble im Zentrum. «Das markante Gebäude ist leer und daher ohne direkten Nutzen und ohne Unterhalt dem Zerfall geweiht», fährt die Behörde fort.

Aktionsgruppe gegen Abriss

Ende 2011 erteilte der Gemeinderat den Auftrag, einen Zustandsbericht zu erstellen. Ursprünglich bestand die Absicht, die Liegenschaft abzureissen. Interessierte Personen wehrten sich gegen diese Pläne und bildeten eine Aktionsgruppe. Anfang 2014 wurde der Verein Pro Dahlihaus gegründet.

Vorgesehen ist, die Bausubstanz und das Erscheinungsbild weitgehend zu erhalten und ein Nebeneinander von privaten und öffentlichen, zeitgemässen und wirtschaftlichen Nutzungen zu ermöglichen. In einem nächsten Schritt wird nun, so der Gemeinderat, eine Investorin bestimmt, um das Projekt weiterzuentwickeln. Dies gehöre nicht in den Tätigkeitsbereich der Einwohnergemeinde, denn die geplanten Nutzungen – Wohnen und Gewerbe – seien keine Kernaufgabe der öffentlichen Hand. «Das Projekt soll von Dritten umgesetzt werden.» Der öffentliche Nutzen wird gemäss Behörde in Sonderkonditionen berücksichtigt: Ortsbild, lebendiger Treffpunkt, Beitrag an Holzgasse. Die Erträge aus der Wohn- und Gewerbenutzung, lautet das Grundprinzip, sollen das Bauvolumen langfristig sicherstellen.

Der Gemeinderat hat verschiedene Varianten geprüft, erachtet die Abgabe der Parzelle im Baurecht an eine noch zu gründende Genossenschaft als die bestmögliche Option. Die Baurechtsdauer soll auf 99 Jahre festgelegt werden. Als Baurechtszins ist im Vertrag ein symbolischer Betrag von 1 Franken pro Jahr für das ganze Grundstück vorgesehen. «Die Gemeinde hat die einmalige Chance, an zentraler Lage die Nutzung und Gestaltung einer Liegenschaft mitzubestimmen und damit den grösstmöglichen Gesamtnutzen zu generieren», fasst der Gemeinderat zusammen. «Neben den ideellen Aspekten birgt das Objekt die Möglichkeit, anders als bei einer Investition in eine Schule oder Turnhalle, einen Ertrag zu erzielen.»

Mehr Geld für den Gemeinderat

Weiter befinden die Stimmberechtigten am Donnerstag, 22. Juni, über die Einbürgerung einer Familie, die Rechnung 2016, den Kredit von 500 000 Franken für ein Pionierfahrzeug der Feuerwehr Windisch-Habsburg-Hausen, drei Kreditabrechnungen sowie die Gemeinderatsbesoldung für die Amtsperiode 2018–21.

Die Behörde verweist auf das starke Wachstum der Gemeinde und den steigenden Aufwand für den Gemeinderat. Aufgrund der «anhaltend hohen» Belastung wird eine Erhöhung der Besoldung als vertretbar erachtet. Konkret: Neu soll der Gemeindeammann 40 000 Franken erhalten (bisher 33 000 Franken), der Vizeammann 26 000 Franken (bisher 22 000 Franken) sowie die Gemeinderäte je 22 000 Franken (18 000 Franken).

Gemeindeversammlung Donnerstag, 22. Juni, 20 Uhr, Mehrzweckhalle.