Brugg
Da hätte selbst Wilhelm Tell gerne mitgetanzt

Die Primarschule Lauffohr führt eine vielseitige Projektwoche zum Thema «Schweiz» durch. Die Schülerinnen und Schüler der Primarschule und des Kindergartens erleben das Land dabei in ihrer traditionellen Form.

Jessica Dubois
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Die Begeisterung bei den Schülerinnen und Schüler aus Lauffohr ist gross.
12 Bilder
Lea Casperina malt sorgfältig kleine Schweizerfähnchen aus.
Silvia Borner leitet die Schüler im Korbflechten an.
Projektwoche Das ist Schweizer Handwerk! Jasmin Funk und Sheetal Vattathara freuen sich, diese Kunst zu lernen.
Die Jungs fachsimpeln über die Techniken des Korbflechtens.
Martha Neukom erklärt der Schülerin, wie die Nähmaschine gebraucht werden muss.
Felix Dehler übt sich im Sticken und dekoriert einen selbstbedruckten Stoff.
Projektwoche Fast sind die Kirschsteinkissen fertig. Silvia Krieg hilft den Buben bei den letzten Stichen.
Projektwoche Konzentration ist gefragt: Laura Wüthrich misst das Material für ihren Feuervogel aus.
Projektwoche Kochen macht Spass! Karin Suana stellt mit Kim Bucfari und Onisha Rohr einen leckeren Apfelsalat her.
Die Schülerinnen geben sich grösste Mühe.
Projektwoche Schweiz in Lauffohr

Die Begeisterung bei den Schülerinnen und Schüler aus Lauffohr ist gross.

Es duftet verführerisch nach frisch gebackenem Brot und fröhliche Volksmusik ist zu hören. Vor dem Fenster wehen Schweizer Fahnen und die sorgfältig genähten Kirschsteinkissen liegen bereit. Alles erinnert an Grosis heimelige Bauernstube. Doch die zahlreichen Kinderstimmen verraten: das Stückchen Heimat liegt diesmal in der Schule.

Im Rahmen einer Projektwoche erleben die Schülerinnen und Schüler der Primarschule und des Kindergartens in Lauffohr die Schweiz in ihrer traditionellen Form. In altersdurchmischten Gruppen versuchen sie sich im Alphornblasen und im Schwingen, kochen einheimische Delikatessen, flechten gekonnt Körbe, Schwingen das Tanzbein zur Volksmusik und lernen sogar Jassen.

«Unser Ziel ist, dass die ausländischen Kinder unsere Kultur kennen lernen und die Schweizer Kinder sie weiter pflegen», erklärt Lehrerin Martha Neukom. Zudem sei die Projektwoche ein Unterbruch im Semester und im gewöhnlichen Schulalltag: «Die Lehrer betreuen in ihren Gruppen auch Kinder, die sie sonst nur vom Pausenplatz kennen. Dadurch entsteht eine grössere Zusammengehörigkeit zwischen dem Lehrerteam und der Schülerschaft.»

Intensive Vorbereitung

Jedes der über 200 Kinder ist in zwei verschiedene Ateliers eingeteilt worden. Während ein Atelier die Kreativität fördert, hat das andere den Schwerpunkt Bewegung. Gemeinsam ist allen Workshops, dass sie sich auf die Schweizer Bräuche und Traditionen konzentrieren. Ausgearbeitet wurden diese Workshops von den jeweiligen Lehrpersonen selber, je nach Begabung und Kenntnisse. Zur Vorbereitungsphase meint Neukom: «Es gibt viel zu tun. Der Aufwand ist viel grösser als beim alltäglichen Unterricht. Doch durch die gemeinsamen Vorbereitungen werden die Lehrer zusammengeschweisst.» Zusätzlich zu den Handarbeiten lernen die Kinder typische Schweizer Lieder. Diese sollen dem Publikum am öffentlichen Schulhausfest vorgetragen werden.

«In meiner Klasse habe ich zwei Drittel Ausländer. Denen bereitet das Auswendiglernen auf Schweizerdeutsch teilweise schon etwas Mühe», berichtet Neukom, «doch bei der Nationalhymne singen alle aus voller Kehle mit.»

Die Begeisterung über die Projektwoche ist bei Lehrern und Schülern riesig. Schön sei auch, dass sich Lehrer und Schüler von einer ganz anderen Seite kennen lernen, meint Neukom. «Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die Gruppen altersdurchmischt sind. Die Kinder lernen dadurch, sich aufeinander einzustellen. Und die älteren Schüler helfen den jüngeren und übernehmen so Verantwortung.» Eine Projektwoche, an der wohl selbst Tell gerne dabei gewesen wäre.

Schulhausfest Freitag, 27.5., mit Festwirtschaft. Ab 15 Uhr Spiele und Tanzvorführungen. 18 Uhr Konzert des Chors und Darbietung der Alphornbläser.

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