Coronainfektion
Ehemaliger Pöstler lag acht Wochen im Koma: «Das wünsche ich nicht mal meinem ärgsten Feind»

Fredy Hunziker verteilte 39 Jahre lang die Post in Brugg und Windisch. Seit letztem November wurde es ruhig um den Hobbymusiker. Jetzt meldet er sich zurück. Denn er hat jetzt allen Grund, zweimal im Jahr Geburtstag zu feiern.

Claudia Meier
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Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke «Zippo», sogenannte Zippos.

Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke «Zippo», sogenannte Zippos.

Bild: Sandra Ardizzone
(14. September 2016)

Am Mittwoch, 3. März, wurde Fredy Hunziker 66 Jahre alt. Gut 110 Leute haben dem Ur-Brugger auf seinem Facebook-Profil zum Geburtstag gratuliert. Einige fügten noch an: «Schon lange nichts mehr gehört oder da ich dich seit längerem auf Facebook vermisse, hoffe ich, dass dich trotzdem meine allerbesten Glückwünsche erreichen.»

Ja, die guten Wünsche haben Fredy Hunziker erreicht und er hat sich riesig darüber gefreut. Das erzählt er der AZ am Donnerstagnachmittag am Telefon und noch einiges mehr.

Als ihn die Ambulanz holte, war er schon ohnmächtig

Um Fredy Hunziker, der 39 Jahre lang die Post in Brugg und Windisch verteilt hatte und seit 51 Jahren in der Stadtmusik Brugg spielt, wurde es Mitte November 2020 ruhig. Der gesundheitlich angeschlagene Hobbyfotograf, der sich das ganze Jahr durch wie ein kleiner Bub aufs Jugendfest Brugg freut, musste Ende September ins KSB, um sein Herz wieder in Schwung zu bringen.

In der Rehaclinic Zurzach kam der Verdacht auf eine Coronainfektion auf. Die Ambulanz brachte den bereits ohnmächtigen Patienten aus Platzgründen sofort ins KSA. Dort lag er acht Wochen im Koma.

Er will wieder an den Stöcken laufen können

Anfang Februar wachte Hunziker auf und war geistig wieder präsent. Am Donnerstag wurde er ins KSB verlegt. Er erzählt:

«Es ist schön, ins Leben zurückzukommen.»

Hunziker ist dem Spitalteam und dem besten Kollegen sehr dankbar für die Unterstützung. Die Kräfte kommen zurück. Alleine aufstehen geht noch nicht. Ziel ist, wieder wie früher an den Stöcken laufen zu können.

Nicht einmal seinem ärgsten Feind wünscht Hunziker eine solche Erfahrung. Skeptiker, die das Coronavirus verharmlosen, könnten mit ihm Kontakt aufnehmen, sagt ehemalige Pöstler.