Brugg
«Chumm jetzt, hopp, ned ufgäh, durehebe!»

Augenschein bei den Brugger Abendrennen – den Velo-Sportevent gibt es seit 45 Jahren. Weit über 500 Einzelrennen sind in dieser Zeit bereits ausgetragen worden.

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Auch wenn der Anlass langsam in die Jahre kommt und die Rundbahn im Geissenschachen immer die gleiche ist: Sie treten nach wie vor kräftig in die Pedale, die Teilnehmer an den Brugger Abendrennen.

Nicht mehr lange, und der Radfahrerbund kann jubilieren. Dann werden die Rennfahrer zum fünfzigsten Mal ihre Runden drehen. Inzwischen sind Tausende Radsportathleten in weit über 500 Einzeldisziplinen gefahren.

Der Anlass, der sich auf die Mittwochabende zwischen Mai und August erstreckt, wird immer beliebter: Sowohl die Teilnehmer-, wie auch die Zuschauerzahlen sind über die vergangenen paar Jahre gestiegen», sagt Marco Ghenzi, der als OK-Präsident fast an jedem Mittwochabend zwischen Mai und August auf der Tribüne steht.

Nein, langweilig werde das ganz und gar nicht, sagt er, schliesslich sei man ein Velo-Verein, was solle man denn da auch anderes machen? «Wir führen ja immer mal wieder etwas Neues im Programm.» Gerade die Sprint-Rennen, wie sie an diesem Mittwochabend stattfanden, würden erst zum zweiten Mal ausgetragen, erzählt Ghenzi. «Es hängt stark vom Wetter ab, aber im Schnitt haben wir pro Renntag etwa 100 Fahrer auf dem Platz.»

Und die Abendrennen profitieren als Traditionsanlass im Brugger Veranstaltungskalender auch von der Bekanntheit und vom Ambiente im Grünen. Von der Tribüne aus überblickt man praktisch das ganze Oval der Rennstrecke und kann das Geschehen komplett mitverfolgen - das ist insbesondere bei den taktischen Rennen spannend, wo die Tempi öfters mal wechseln.

Für Jene mit dem «gemütlichen Blut» in den Adern stehen Grill, Getränke und ein paar gedeckte Sitzbänke zur Verfügung. Aus den Lautsprechern dudelt Schlager. Neben den vielen Volkssportlern, die mit machen, starten auch regelmässig einige Profis, solange der Anlass in ihre persönliche Renn-Agenda passt.

Zu denen gehört - im Fachbereich Speaker - auch Paul Fischer, der als Radsport-Fan erster Stunde die Abendrennen schon seit Jahren kommentiert. Und dies nicht nur mit Informationen über die Fahrer, sondern auch mit Sprüchen aus dem humoristischen Fundus, notabene beinahe im Maschinengewehr-Rhytmus eines Walter J. Scheibli. Die Zuschauer bringt er öfters mal zum Schmumzeln.

«Hopp, Hopp, super macheds das, lueged emol, ned ufgäh jetzt, dureziä!»

Vom Versuch zum Höhepunkt

Die Altvorderen des Radfahrerbunds Brugg waren 1966 skeptisch, als ihr Mitglied Edwin Rudolf, später Direktor bei der Schweizer Sporthilfe, mit der Idee ankam, ein Rennen unter der Woche zu veranstalten. Sie starteten dennoch einen Versuch, der von Beginn weg erfolgreich war. Heute sind die Abendrennen längst Höhepunkt im Jahresprogramm.

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