Brugg
Christina Gloors Reisebüro nahm dieses Jahr 1200 Franken ein – jetzt muss sie schliessen

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Nach 15 Jahren ist Schluss: "Christina Gloor Reisen" in Brugg hat Anfang August die Türen geschlossen. Derzeit bearbeitet Gloor Rückerstattungen für Kunden. Bereits gekaufte Reisen für dieses Jahr führt sie durch, Neu-Buchungen nimmt sie nicht mehr entgegen.

Die Coronakrise traf die Unternehmerin hart. Dieses Jahr konnte sie drei Aufträge durchführen. Das brachte ihr einen Verdienst von 1200 Franken ein. Alle anderen Buchungen wurden storniert. "Die Aussichten sind ganz schlecht für unsere Branche", sagt Gloor zum Regional-TV-Sender Tele M1.

Jedes zweite Reisebüro in Gefahr

Walter Kunz, der Präsident des Schweizer Reiseverbands, prognostiziert düstere Zeiten: Man gehe davon aus, dass jedes zweite Reisebüro per Ende Jahr schliessen müsse, wenn keine Rettung komme. "Wir erwarten vom Bundesrat ein Hilfspaket", sagt Kunz.

Gloor arbeitet nun auf dem Zivilstandesamt in Brugg. Als sie am 3. August – am ersten Arbeitstag als Angestellte der Stadt – an ihrem Reisebüro vorbeiging, kamen ihr die Tränen. Sie hat sich aber nicht aufgegeben: "Ich habe von meinem Vater gelernt: umfallen, aufstehen, die Krone richten und weitermachen." (mwa)

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