Brugg
Chefredaktor hat «General-Anzeiger» verlassen

Während fünf Jahren hat Peter Belart die Wochenzeitung geprägt. Doch nun hat er sich von der Effingerhof AG unerwartet schnell verabschiedet.

Claudia Meier
Merken
Drucken
Teilen
Peter Belart, der abtretende GA-Chefredaktor

Peter Belart, der abtretende GA-Chefredaktor

Aargauer Zeitung

Beim «General-Anzeiger» (GA) ist ein Generationenwechsel im Gang. Der in Brugg aufgewachsene Stefan Haller hat vor wenigen Tagen den Chefredaktoren-Posten von Peter Belart, der im letzten Sommer 65 Jahre alt wurde, übernommen. Dieser Schritt erfolgte für viele überraschend, denn Belart wollte sich ursprünglich trotz Pensionsalter weiter für den Effingerhof engagieren. Geschäftsleiter Cédric Kaiser von der Effingerhof AG macht kein Geheimnis daraus, dass der Abgang von Chefredaktor Peter Belart mit dem Weggang von Verlagsleiterin Franziska Vonaesch zu tun hat. Belart habe die Social-Media-Expertin Vonaesch im vergangenen Sommer dem Effingerhof empfohlen. Als Vonaesch den Effingerhof im Februar nach neun Monaten verlassen musste, hat das Belart dazu bewogen, in den Ruhestand zu gehen.

«Wir hätten Peter Belart gerne noch etwas länger bei uns behalten und boten ihm eine Carte Blanche. Er hätte selber entscheiden können, in welchem Umfang und Mandat er für uns weiterarbeitet», betont Geschäftsleiter Kaiser. Das Unternehmen sei dem Chefredaktor auch nach seiner Krankheit im vergangenen Jahr entgegengekommen. Belart habe sein Pensum reduzieren und sich seinem Wunsch entsprechend zunehmend auf online konzentrieren können. Mittelfristig habe man den 44-jährigen Redaktor Stefan Haller als neuen Chefredaktor für den GA aufgebaut, fährt Kaiser fort. Nun sei der Generationenwechsel schneller als geplant erfolgt. Belart hat nicht vor, künftig für den Effingerhof zu arbeiten – auch nicht als freier Mitarbeiter. «Diesen Entscheid müssen wir akzeptieren. Wir planen deshalb ohne ihn», sagt Cédric Kaiser. «Die Tür wird für ihn aber weiterhin offen stehen.»

Für den scheidenden Chefredaktor ist der Abschied vom Effingerhof endgültig. Gestern Dienstagabend stand Peter Belart zum letzten Mal für den GA im Einsatz. Bis Ende April bezieht er seine Ferien, die ihm noch zustehen. «Jetzt bin ich mit meinem Leben an einem Punkt angelangt, bei dem ich einen Strich machen muss», sagt Belart – ganz ohne Verbitterung. Bis zuletzt habe er alle Veranstaltungen gerne besucht. Nun habe er endlich Zeit, sich Projekten zu widmen, die in den letzten Jahren zu kurz kamen. «Bei mir liegen zwei Buchaufträge auf dem Tisch», so Belart. «Bei beiden geht es um Auswanderungsfragen.» Einmal führte die Reise nach Konstantinopel in der heutigen Türkei. Beim anderen Buch geht es um einen Brugger, der 1872 als 75-Jähriger in die USA reiste, um seine ausgewanderten Söhne vor dem Tod nochmals zu treffen. «Dieses zweiten Buches will ich mich zuerst annehmen, weil ich bereits viel Material zusammengetragen habe.» Andere Projekte seien hingegen noch nicht spruchreif. Vergangene Woche liess sich Belart zudem neu als Vorstandsmitglied in den Verein Tourismus Region Brugg wählen.