Brugg

Chefin von Casa Flora feiert Jubiläum und hofft auf viele Kunden: «Wer weiss, ob die Leute sich trauen»

Die gelernte Floristin Céline Müller stellt am liebsten Sträusse und Dekorationen für Hochzeiten zusammen.

Die gelernte Floristin Céline Müller stellt am liebsten Sträusse und Dekorationen für Hochzeiten zusammen.

Im November hätte das Jubiläumsfest des Brugger Blumenladens Casa Flora stattgefunden. Jetzt kommt für die Chefin alles anders.

Auch nach fünf Jahren ist er noch ihr Traum. Seit 2015 führt Céline Müller den Blumenladen Casa Flora in der alten Poststelle Lauffohr. «Ich würde mich immer wieder für den Sprung in die Selbstständigkeit entscheiden», sagt die gelernte Floristin mit einem Lächeln. Neben aufwendigen Sträussen bietet der Laden in Brugg Dekoartikel und allerlei Accessoires. Im November feiert «Casa Flora» nun Jubiläum. Aus bekannten Coronagründen aber nicht wie ursprünglich geplant.

Eigentlich wollte Müller nämlich ein dreitägiges Fest inklusive Fondue-Chalet durchführen. Stattdessen kann man jetzt vom 16. bis 21. November eine Adventswoche besuchen. In einer Ausstellung wird es neben klassischen Adventskränzen und Kerzen auch exotische Pflanzen zu sehen geben. «Wir zeigen die neusten Trends wie Trockenblumen im Bohemian-Style. Und viele Artikel in der sehr aktuellen Farbe Gold.»

Zudem würden die Besucherinnen und Besucher jeden Tag eine andere kulinarische Überraschung oder einen Rabatt erwarten. Für den nötigen Abstand zwischen den Gästen verteilt sich der Anlass jeweils auf Ladenfläche, Parkplatz und Garten hinter dem Haus.

Zuerst jedes Wochenende Events, nun fast keine mehr

Damit beim Jubiläum alles klappt, arbeitet Céline Müller seit zwei Wochen fast Tag und Nacht durch. «Ich möchte den Leuten einfach gebührend Danke sagen können», erklärt die 32-Jährige. Im Blumenladen Casa Flora kennt man sich nämlich, viele kommen regelmässig. Bei jeder Kundin, die während des Interviews mit der AZ den Laden betritt, ist noch ein Schwatz dabei. Die Bruggerin ergänzt: «Ich pflege fast zu allen eine lockere Freundschaft.»

Ob das reicht, damit die Leute kommen, ist sich Müller nicht sicher. «Wer weiss, ob sich die Menschen in der momentanen Situation trauen», sagt sie. Man sei auf die Kundschaft angewiesen, gerade jetzt, wo auch sonst viele Events wegfallen. 2019 hatte Casa Flora fast jedes Wochenende Aufträge für Brautsträusse, Haarschmuck oder Tischdeko. Seit dem Beginn der Pandemie gab es nur noch fünf Aufträge aus dem Eventbereich. Die 32-Jährige ergänzt: «Das klassische Festen ist in diesem Jahr verloren gegangen.» Trotzdem sei es ein Privileg, dass sie überhaupt offen haben dürften.

Die aktuell mangelnde Nachfrage kann Céline Müllers Liebe zur Hochzeitsbranche nicht brechen. Im letzten Jahr reiste sie durch die ganze Schweiz, um die blumige Dekoration direkt vor Ort abzugeben. «Einmal habe ich sogar in die Berge geliefert. Es lag Schnee und war Minus 10 Grad», erzählt die Geschäftsführerin von Casa Flora.

Arbeit in der Nacht

Für sie und ihren Blumenladen hat sich laut Céline Müller in den letzten Jahren viel verändert. Wie noch beim Start 2015 hilft nicht mehr hauptsächlich ihre Mutter aus, sondern eine zusätzliche Mitarbeiterin ist fest angestellt. Ohne ginge es nicht, da die Bruggerin nun vor allem ihre 3-Jährige betreut und ein bis zwei Tage pro Woche im Geschäft ist. «Wenn meine Tochter abends schläft, widme ich mich meistens meiner Aufgabe als Geschäftsführerin.»

Die Teilnahme an Fachmessen jeweils im Frühling und Herbst liess sie sich bisher aber nicht nehmen. Die Messen wurden in diesem Jahr ebenfalls wegen Corona abgesagt. Nun muss Müller ihre Pflanzen online aussuchen. «Es ist leider immer ein bisschen eine Überraschung, was man dann bekommt.»

Der Ankauf im Internet ist für Casa Flora Neuland. Im Gegensatz zu Berufskollegen bietet der Brugger Laden auch keinen Onlineshop. «Das wäre in der aktuellen Situation nützlich gewesen, wir sind aber noch nicht so weit», erklärt Müller. Privat und geschäftlich zeigte sich 2020 für die 32-Jährige als schwieriges Jahr. Von solchen Herausforderungen möchte sie sich nicht unterkriegen lassen. Müller sagt: «Man muss eben für seinen Traum kämpfen.»

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