Schinznach-Dorf
Casting: Cops, Mafiosi und Animierdamen zu Gast

Für die Oper «Il Trovatore» wurden in einem ersten Casting Cops und Mafiosi rekrutiert. Regisseur Andreas Baesler schien zufrieden mit dem, was er da im ersten Teil des Castings zu sehen bekam.

Carolin Frei
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Tipps für Dominik Gysi von Dramaturgin Meike Lieser
13 Bilder
Nur tüchtige Animierdamen sind förderlich fürs Geschäft
Regisseur Andreas Baesler erklärt, wie er sich die Szene vorstellt
Kostümbildnerin Ulli Kremer am Notieren der Masse der Statisten
Fluchtweg abgeschnitten
Intendant und künstlerischer Leiter Peter Bernhard zeigt den angehenden Statisten, wie sich die Opernbühne präsentieren wird
Oper Schenkenberg aus Schinznach-Dorf sucht Statisten
Die Animierdame soll den Herren der Schöpfung den Alkoholkonsum gluschtig machen
Cop gegen Mafioso
Auch der Hut muss passen, ergo muss auch hier Mass genommen werden
Alle Statisten werden ausgemessen, alle Daten fein säuberlich notiert
Auch der Brustumfang muss festgehalten werden
Akrobatische Einlage - trotz frisch operiertem Knie

Tipps für Dominik Gysi von Dramaturgin Meike Lieser

Carolin Frei

Die Oper «Il Trovatore» spielt in der Inszenierung der Oper Schenkenberg im Gangstermilieu der Zwanzigerjahre. In Schinznach-Dorf wurden Cops und Mafiosi «rekrutiert». Sie kamen nicht zuhauf, die angehenden Statisten.

Doch diejenigen, die ans Casting kamen, gaben alles, um im August mit dabei sein zu dürfen, wenn Giuseppe Verdis Oper «Il Trovatore» auf dem Gelände des Gartencenters Zulauf zur Aufführung gelangt.

«Stellt euch vor, dass ihr fliehen müsst und euer Fluchtweg versperrt ist», sagte Regisseur Andreas Baesler zu den fünf Männern, die sich am Samstagabend in der Aula des Oberstufenschulhauses eingefunden hatten.

Einer nach dem anderen

Einer nach dem anderen spielte dann vor, wie er diese Szene umsetzen würde. Die jüngeren beiden legten einen rasanten Spurt hin, sodass ihnen die anwesende Presse mit der Kamera kaum folgen konnte.

Aber auch die nicht mehr ganz so jungen überzeugten mit ihrer Einlage. Etwa Ueli Hofer aus Rüfenacht, vor kurzem am Knie operiert, humpelte tapfer über das «Filmset». Ganz nach dem Motto: Ein Mafioso kennt keinen Schmerz.

Die Szenen, die die Mafiosi und Cops auf die Bühne zauberten, waren actiongeladen. So erstaunt es nicht, dass im Aufruf an die Statisten stand, man müsse körperlich fit sein.

Statisten mit grosser Erfahrung

Regisseur Andreas Baesler schien zufrieden mit dem, was er da im ersten Teil des Castings zu sehen bekam. Zufrieden mit sich und ihren Auftritten waren auch die fünf Statisten. Drei von ihnen waren bereits bei der Aufführung der Oper Carmen dabei gewesen.

Erfahrung als Statist in Filmen wie «Julias Verschwinden» oder «Hunkeler und der Fall Livius» konnte Dominik Gysi vorweisen. Alle Statisten wurden auch gleich vom Team rund um Kostümbildnerin Ulli Kremer «ausgemessen», um sie in passende Outfits kleiden zu können.

Beim zweiten Part gesellten sich Chordamen dazu. Ihre Aufgabe bestand darin, den Mafiosi, die in Kellern dem Alkoholkonsum frönten, ebendiesen Konsum noch schmackhafter zu machen. Keine einfache Aufgabe, galt es doch, wildfremden Männern übers Haar zu streicheln, sich ihnen auf den Schoss zu setzen oder an den Hals zu werfen.

Aus der Reserve locken

Da war erst Befangenheit zu spüren. Andreas Baesler verstand es jedoch auf wunderbar ruhige Art, die Statisten aus ihrer Reserve zu locken. Und so bekam man denn, je länger das Casting dauerte, wirklich gute Szenen präsentiert.

Im Vorfeld des Castings erklärten der Intendant und künstlerische Direktor Peter Bernhard sowie der Regisseur, der eigens fürs Casting aus Bregenz angereist war, wie «Il Trovatore» umgesetzt werden soll.

In der Inszenierung der Oper Schenkenberg spielt sie im amerikanischen Gangstermilieu der Zwanzigerjahre, zur Zeit von Prohibition und Mafiakriegen. Andreas Baesler: «Wir schaffen eine sehr reizvolle, actiongeladene Atmosphäre, ohne dabei die dramaturgischen Aspekte des Originals beiseite zu legen.»

Und Peter Bernhard fügte an: «Die Besucher sollen die Musik mittragen, wenn sie gehen.»

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