Schinznach-Dorf

«Carmen» liess die Kassen klingeln

Peter Bernhard, Intendant und Don José in der Oper «Carmen».

Peter Bernhard, Intendant und Don José in der Oper «Carmen».

Das Schenkenbergertal hat von der Auffüriung von «Carmen» finanziell kräftig profitiert. Über 600000 Franken sind in die Region geflossen.

Georges Bizets «Carmen», die erste Produktion der Oper Schenkenberg, war schöner, grösser und teurer als erwartet. Aber sie war vor allem auch eines: unglaublich erfolgreich. Jetzt liegen die Zahlen auf dem Tisch. Und die zeigen: Die Region hat von «Carmen» profitiert. Deutlich über 600000 Franken sind in die Region geflossen – mehr als das, was die lokalen Sponsoren investiert hatten.

Die Zahlen sind eine Genugtuung für Peter Bernhard, Intendant der Oper Schenkenberg. Viel wurde über das Budget geschwatzt, Bernhard für die Auftragsverteilung teilweise kritisiert. Vor allem die Stierkampfarena war einigen Einheimischen ein Dorn im Auge: Sie war mitunter aus Kostengründen in Weissrussland produziert worden; eine Produktion in der Schweiz hätte das Budget gesprengt. «Klar, sind die 170000 Franken für Arena und Transport nicht in die Region geflossen», sagt Bernhard. Auf- und Abbau aber wurden von hiesigen Unternehmern erledigt – ein Auftrag über rund 130000 Franken.

«Die Leute haben zu wenig wahrgenommen, welche Betriebe aus der Region profitiert haben», sagt Bernhard und zählt einige Posten als Beispiele auf: 70000 Franken wurden für Drucksachen hingeblättert, für das Licht 280000 Franken, für Strom und Elektroinstallationen 25000 Franken, 30000 Franken für Messeauftritte, für Sicherheit und Verkehr 40000 Franken, Reinigung 11000 Franken, für Büromaterial 15000 Franken. Allein diese Posten machen weit über eine halbe Million Franken aus – Aufträge, die an Unternehmen im Umkreis von 15 Kilometern vergeben wurden. Dazu kommt die teilweise ausgelagerte Gastronomie, die die Gäste auf dem Areal betreut hat, sowie Restaurants und Hotels.

Steigerung im neuen Budget

Das Motto für das Projekt 2013 heisst «Weiterentwicklung». Das betrifft auch das Budget, rund 1 Million teurer soll «Il Trovatore» werden. «Bei ‹Carmen› beruhte viel auf Ehrenamtlichkeit; diese ein zweites Mal in ähnlichem Masse einzufordern, würde den Goodwill der Helfer überstrapazieren», begründet Bernhard die Mehrkosten. Alleine die Mehrkosten für das Orchester, das bei «Carmen» zu unüblich tiefen Tarifen gespielt hatte, belaufen sich für die kommende Produktion auf 70000 Franken. Ausserdem werde diese Produktion zum Vornherein insgesamt etwas aufwändiger und teurer.

Was bedeuten die Zahlen von «Carmen» für das künftige Sponsoring? «Ich hoffe, dass die Sponsorengelder im ähnlichen Rahmen gesprochen werden», sagt Bernhard. Es brauche ein Bekenntnis von Kanton, Gemeinden und Sponsoren, denn nur sie würden die Produktion möglich machen. «Ich hoffe, dass sie uns die Hand reichen, damit wir gemeinsam an einer Fortsetzung der Oper Schenkenberg arbeiten können.»

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