Fachhochschule
Campus Brugg-Windisch: Der Roboter stapelt, die Besucher staunen Bauklötze

Vor einem Jahr ging der Campus Brugg-Windisch in Betrieb - jetzt wurde er gefeiert. Tausende haben die Gelegenheit gepackt und einen Blick hinter die Kulissen der Hochschulen geworfen.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
So reagiert der Lichtwürfel
21 Bilder
Phänomene bei Pflanzen und Tieren - es darf experimentiert werden
Per Fernsteuerung wird mit dem Roboter ein Turm aus Bauklötzen gebaut
Zu erfahren ist Aktuelles zur Sonnenphysik
Papierfalten heissts bei der Pädagogischen Hochschule
Campus Brugg-Windisch: Tag der offenen Tür
Mit dem ganzen Körpergewicht - der Trinkbecher hält
Die Gäste kommen in Scharen zum Campus
Licht und Leben - Phänomene bei Pflanzen und Tieren
In den aus Kunststoffgranulat produzierten Trinkbecher kommt Sirup
Im Labor sind die Energie- und Antriebssysteme zu bestaunen
Gedränge herrscht auf der Passerelle zwischen Gebäude 5 und 6
Ganz schön schwer dieser Messingklotz
Faszinierender Einblick in die Welt der Technik
Effektvoll - Trockeneis im Trinkbecher
Ein 3D-Drucker bietet unzählige Möglichkeiten
Der Tag der offenen Tür ist ein richtiges Volksfest
Die Autorennbahn begeistert gestandene Männer genauso wie die Buben
Andrang herrscht bei der Hochschule für Technik
Brille auf und den Roboter steuern
Begegnung mit einem Roboter

So reagiert der Lichtwürfel

Michael Hunziker

Sie steigen die wenigen Treppenstufen vom Bahnhof hoch, stehen auf dem Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) in Brugg-Windisch und wirken etwas unschlüssig. Der Mann nimmt das Programmheft aus der Tasche, wirft einen Blick hinein. Die Frau schaut ihm über die Schulter und deutet dann mit dem Finger auf den imposanten Neubau. «Wo wollen wir beginnen?» Die Antwort ist gar nicht so einfach.

So wird es so manchen ergangen sein am Samstag. Erleben und entdecken – und das alles auf höchst vergnügliche und anregende Weise: Das war versprochen worden vor dem Tag der offenen Tür. Die Rede war von einem Volksfest, von ganz vielen Schaufenstern, in die kleine und grosse Besucher blicken können – auch diejenigen, die mit Wissenschaft sonst nicht viel am Hut haben.

In der Tat: Was die Mitarbeiter und Studenten der Hochschule für Technik, der Hochschule für Wirtschaft sowie der Pädagogischen Hochschule auf die Beine gestellt hatten, war an Vielseitigkeit kaum zu überbieten, ein geballtes, breit gefächertes Programm mit über 100 Ausstellungen, Workshops und Ausstellungen. Alles an einem Tag sehen? Unmöglich!

Da erwachte das Kind im Manne

Die Themenpalette reichte vom Managerspiel über die Trinkbecher-Produktion bis zum Vortrag zur «Generation Y». Da konnten Mädchen und Buben unter dem Titel «Lizenz zum Löten» kleine Kunstwerke gestalten, und da erwachte bei der Autorennbahn das Kind im Manne. Da zeigte die Forscherin, wie aus Biomasse Wärme und Strom wird, diskutierten wache Geister innovative Geschäftsideen und prüften beim Quiz ihr Wissen über die Schweiz. Und da begegnete der Senior beim Start-up-Unternehmen einem Smartphone-gesteuerten Roboter.

Scharen waren in den fünf Gebäuden unterwegs. An die 10 000 Besucher konnten laut FHNW alles in allem gezählt werden.

Brand warf Pläne über Haufen

Viel Lob war hüben und drüben für den Neubau zu hören. In diesem läuft der Betrieb seit Herbst 2013. Eine Feier war ursprünglich im letzten Jahr vorgesehen gewesen, die Vorbereitungen waren weit fortgeschritten. Der Brand kurz vor dem Bauende warf die Pläne allerdings über den Haufen. Durch grosse Anstrengungen habe der Studienbetrieb planmässig aufgenommen werden können, für den Tag der offenen Tür sei indes keine Zeit mehr geblieben, sagte FHNW-Direktionspräsident Crispino Bergamaschi. Jetzt lebe der Campus, es werde gelernt und gelehrt, geforscht und gewohnt. Mit dem Campussaal sei überdies ein Ort für öffentliche Anlässe geschaffen worden. «Damit ist der Campus ein Teil der Bevölkerung geworden», so Bergamaschi.

Regierungsrat Alex Hürzeler erinnerte an die Vorgeschichte, die viele Jahre dauerte, sprach von visionären Zielen, die verfolgt wurden, von historischen Entscheidungen, die getroffen wurden. Hürzeler zeigte sich stolz über das Ergebnis. Die Fachhochschule Nordwestschweiz geniesse einen ausgezeichneten Ruf. In Brugg-Windisch sei die bauliche Entwicklung zwar abgeschlossen, die inhaltliche Entwicklung sei aber erst lanciert worden, stellte der Regierungsrat fest. Das Potenzial, das geschaffen wurde, gelte es zu nutzen.

Übrigens: Mit dem Start des Herbstsemesters wird der Campus wieder von rund 4000 Studenten, Dozenten und Mitarbeitern der FHNW bevölkert.