Jeden Morgen um 10 Uhr treten die Nachwuchsfussballer in ihren roten Shirts, weissen Hosen, roten Stulpen und roten Caps das Training an. Mit ihren Trainern in den gelben Jacken stehen sie in ihrer Gruppe eingereiht und lauschen der Lager-Hymne «Stand up for the champions». Die Älteren zeigen sich cool, die Kinder, die zum ersten Mal dabei sind, tänzeln ungeduldig hin und her. Campleiter Raimondo Ponte, Neffe des gleichnamigen früheren Schweizer Nationalspielers und heutigen Sion-Trainers, begrüsst die Schar mit einem «Guten Morgen». Das wird fröhlich und lautstark erwidert.

Der schönste Lohn

Die jungen Sportlerinnen und Sportler üben sich in Ballannahme, -mitnahme und Torabschluss, Passspiel, Koordination, Schussgeschwindigkeit oder einem Technikparcours. Zwischendurch gibt es auch mal ein Fangis. «Die strahlenden Kinder nach einem Trainingstag sind der schönste Lohn, auch für die Trainer», sagt Raimondo Ponte. Wie jedes Jahr wird ein Turnier organisiert, im Weltmeisterschafts-Jahr ist es natürlich eine Mini-WM. In den Qualifikations- und Finalspielen kann dann das Erlernte gleich umgesetzt werden.

Wie die Stars auf der internationalen Fussballbühne laufen die Kinder unter der Flagge Argentiniens, Frankreichs, Italiens oder der Schweiz ins Stadion ein – Nationalhymne inklusive. Das Rätselraten, welches Kind für welches Land spielen darf, beschäftigt die Junioren schon bei Campbeginn. Gross ist dann die Freude, wenn man den eigenen Favoriten zugelost bekommt: «Ich spiele für Argentinien, ich bin Lionel Messi», ruft ein Neunjähriger ganz begeistert.

«Ich trickse den Gegenspieler aus»

«Mir gefällt es super hier», sagt die siebenjährige Lilly. Vor allem das Slalomspielen, mit dem Ball am Fuss um die Töggeli herumkurven, hat es ihr angetan. Levin und Leon gefällt das Toreschiessen und Yann will sein Dribbling verbessern. «Ich finde den Slalom cool und trickse den Gegenspieler aus», meint Gian. «Und im Goal bin ich übrigens auch gut», sagt er selbstbewusst.

Bei einem solchen Sportpensum ist das Essen ein wichtiger Faktor. Küchenchef Francesco Delvecchio, von allen «Ceschi genannt», bereitet in der Militärunterkunft Menüs wie «Penne mit Gemüsesauce», «Hamburger mit Kartoffelstock», «Gehacktes mit Hörnli» oder «Pouletgeschnetzeltes mit Rahmsauce» zu. Zwischendurch gibts Früchte. «Ich weiss, was die Kinder gern haben. Und wenn sie einen zweiten Teller holen kommen, ist auch alles klar», lacht Francesco Delvecchio.

Jedes Jahr besucht ein Profispieler das Camp. Patrick Bengondo vom Challenge-League-Club FC Winterthur trainiert mit den Kids und zeigt ihnen diverse Tricks. Letztes Jahr besuchte Izet Hajrovic, der als Kind beim FC Windisch und mittlerweile für Galatasaray Istanbul spielt, das Camp, verteilte Autogramme und liess sich mit den Kindern ablichten. «Es ist schon ein gewisser Stolz dabei, wenn jemand hier ist, der es später als Profi an die Spitze schafft», meint Raimondo Ponte.