Brugg
Bürgerliches Lager ist mit Vorbehalten für die Südwestumfahrung

Dass die Region Brugg-Windisch ein Verkehrsproblem hat, da sind sich Politiker von links bis rechts einig. Am Sonntag entscheiden die Bürger über 4,41 Mio. Franken für die Südwestumfahrung.

Daniel Vizentini
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So wird die Brugger Südwestumfahrung aussehen
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Oben der heutige SBB-Übergang an der Aarauerstrasse in Brugg, unten der zukünftige Übergang
Oben die heutige Habsburgbrücke in Windisch, unten die zukünftige Linienführung der Habsburgstrasse an dem Kreisel Unterwerk
Oben die heutige Hunzikerpiste mit Blickrichtung Röhrenlager, unten die zukünftige Kreiselanlage Unterwerkstrasse auf der neuen Kantonsstrasse
Oben die heutige Situation im Bereich der neuen Kantosstrasse Anschluss Windisch, unten die neue Kantosstrasse mit Anschlussrampe Windisch und neuem Brückenbauwerk
Oben die heutige Transportpiste Hunziker in Blickrichtung Hausen, unten der zukünftige Anschluss

So wird die Brugger Südwestumfahrung aussehen

Barbara Adank

Weniger im Einklang stehen die Politiker in Bezug auf die geplante Südwestumfahrung von Brugg - und ob diese tatsächlich die erhoffte Verkehrsentlastung herbeiführen wird. Mit Vorbehalten sprachen sich SVP, FDP, CVP und EVP für die Umfahrung aus, BDP, SP, GLP und Grüne dagegen.

Für den Kanton ist die Südwestumfahrung der erste Schritt einer Gesamtlösung, die weiter die Nordumfahrung von Windisch und den Baldeggtunnel vorsieht. Vor der Südwestumfahrung alleine werden die Befreiung der Ortsdurchfahrten von Scherz und Lupfig vom Verkehr aus dem Aaretal zum A3-Anschluss, weniger Ausweich- und Schleichverkehr durch die Wohnquartiere von Brugg und Windisch sowie weniger Schwerverkehr durch das Zentrum erwartet.

Brugg zahlt knapp 10 Prozent

46,45 Mio. Franken sieht der Kanton vor für Strassenausbau, Landerwerb sowie ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen. Da die Umfahrung den ansässigen Unternehmen deutliche Vorteile bringt, werden sie rund 4 Mio. Franken dafür beisteuern. Insgesamt werden 20 Prozent der Kosten - 9.3 Mio. Franken - durch die Gemeinden Brugg und Windisch sowie durch die SBB und die Grundeigentümer finanziert.

In Windisch wird keine Volksabstimmung geführt, weil dessen Kostenanteil mit 0,8 Mio. Franken unter der Kompetenzsumme des Gemeinderats liegt. Bruggs Anteil von 4,41 Mio. Franken hingegen muss von den Stimmbürgern noch angenommen werden. Für den Brugger Stadtammann Daniel Moser ist die hohe Kostenbeteiligung des Kantons eine Chance für Brugg: «Da müssen wir mitmachen», sagte er vor der Einwohnerratsversammlung Ende Juni.

Damals stimmten 23 zu 14 Einwohnerräte für die Südwestumfahrung. «Achten Sie bitte darauf, was wir hier zum günstigen Tarif gewinnen können», sagte damals Einwohnerrat Willi Wengi (FDP). Stimmen die Brugger am Sonntag für die Umfahrung, muss das Vorhaben noch vom Grossen Rat abgesegnet werden. Nach Projektauflage, Genehmigungsverfahren und Landerwerb ist frühestens 2014 mit einem Baubeginn zu rechnen.