Windisch

Bund lässt sich Zeit: Der Verkauf des Amphitheaters will Weile haben

Die Gemeinde Windisch hat besonders im Bereich Wohnen zugelegt. Als Beispiel wird die Fehlmannmatte (weisse Überbauung Bildmitte) genannt. Claudia Meier

Die Gemeinde Windisch hat besonders im Bereich Wohnen zugelegt. Als Beispiel wird die Fehlmannmatte (weisse Überbauung Bildmitte) genannt. Claudia Meier

Mit dem Verkauf des Amphitheaters pressierts dem Bund offenbar nicht. Er will sich «zu gegebener Zeit» an den Kanton beziehungsweise die Gemeinde wenden.

Die Aufregung war gross im Frühling dieses Jahres: Der Bund will das Amphitheater in Windisch loswerden, lautete die Schlagzeile. Inzwischen ist es ruhig geworden um die Pläne. Wie aber steht es um einen Verkauf? Ist gar schon ein Interessent gefunden?

Jonas Spirig, Mediensprecher beim Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL), winkt ab. Das BBL habe zwar weiterhin den Auftrag des Bundesrats, für diejenigen Kulturabauten, die nicht zwingend ins Portfolio des Bundes gehören, eine andere Lösung zu finden.

Im Fall des Amphitheaters in Windisch allerdings müsse «zu gegebener Zeit» noch Kontakt mit dem Kanton beziehungsweise der Gemeinde aufgenommen werden, «um mögliche sinnvolle Lösungen zu besprechen». Denn im Normalfall, fügt Spirig an, erfolge eine Übergabe an die Gemeinde respektive an den Kanton.

Der Mediensprecher erwähnt das Beispiel Schloss Wildegg, das der Aargau 2012 für den symbolischen Betrag von einem Franken übernehmen konnte. Ein Käufer muss garantieren, so viel steht fest, dass er Unterhalt, Sanierung und Schutz des Kulturguts gewährleisten kann. Kurz: Der Auftrag, mittel- und langfristig das Immobilienportfolio zu bereinigen, bleibe bestehen, fasst Spirig zusammen.

Zufrieden mit der Situation

Rückblick: Trennen möchte sich der Bund vom Amphitheater in Windisch – sowie von weiteren Liegenschaften – im Rahmen einer Aufgabenüberprüfung. Gegenüber der Aargauer Zeitung betonten sowohl der Kanton als auch die Gemeinde im Frühling und Sommer dieses Jahres, dass ein Kauf kein Thema, Handlungsbedarf nicht gegeben sei.

Mit der heutigen Situation sowie den bestehenden Besitz- und Zuständigkeitsbereichen zeigten sich Kanton und Gemeinde zufrieden. Und zwar nicht nur aus finanziellen Überlegungen, sondern weil Vindonissa als grösstes und ältestes Römertheater eine historische Stätte von nationaler Bedeutung sei und die Eidgenossenschaft in der Verantwortung stehe, sich um den Erhalt zu kümmern.

Errichtet wurde das Amphitheater vor rund 2000 Jahren unmittelbar beim römischen Legionslager. Es gilt als grösste Anlage dieser Art in der Schweiz. Im Besitz des Bundes ist es seit 1898. Bis 1930 fanden etappenweise Grabungen statt. Zwischen 2008 und 2010 liess der Bund das Amphitheater schliesslich umfassend sanieren.

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