Brugg

Bürger bedrohte den Brugger Stadtammann – dann begeht er Hausfriedensbruch

Daniel Moser, Stadtammann von Brugg, reichte Strafanzeige gegen den Mann ein.

Daniel Moser, Stadtammann von Brugg, reichte Strafanzeige gegen den Mann ein.

Vor gut einem Jahr betrat ein Mann aus der Region das Brugger Stadthaus. Dies, obwohl ihm ein schriftliches, unbefristetes Hausverbot Anfang 2018 ausgehändigt wurde. Ein Strafbefehl war die Folge. Hausfriedensbruch, lautet das Delikt. Denn dem Beschuldigten sei das Hausverbot bekannt gewesen und den Verstoss habe er «zumindest billigend» in Kauf genommen, hält die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach in der Anklageschrift fest. Sie fordert eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 30 Franken unbedingt. Das entspricht 1800 Franken. Gegen den Strafbefehl hat der Beschuldigte Einsprache erhoben. Darum wurde kürzlich ein Termin vor dem Bezirksgericht Brugg fällig. Da erschien der betroffene Bürger allerdings nicht. Aus diesem Grund ist der Strafbefehl nun rechtskräftig.

Über Behörden geschimpft und gedroht

Allerdings dürfte der Mann bald ein erneutes Aufgebot für ein Erscheinen vor Gericht erhalten. Ein weiteres Strafverfahren ist noch hängig. Und zwar hat der ehemalige Brugger Stadtammann Daniel Moser Anzeige wegen Drohung gegen denselben Mann eingereicht. Passiert ist es im Dezember 2017. Der Beschuldigte erschien vor dem Stadthaus Brugg und rief laut nach dem Stadtammann. Als dieser das Fenster öffnete, rief ihm der Beschuldigte zu, sie hätten noch eine Rechnung offen und er solle herunterkommen. So wird der Vorfall in der Anklageschrift ausgeführt. «Der Beschuldigte wiederholte mehrmals, dass er noch eine Rechnung mit dem Geschädigten offen habe, schimpfte abwechselnd über die Behörden und bezeichnete die Polizei als Terroristen», heisst es. Der Beschuldigte sei sehr aufgebracht gewesen, habe beim Reden gezittert und sei im Kreis herumgelaufen.

Der Stadtammann nahm die Drohung ernst und fürchtete, dass der Beschuldigte ihm etwas antun könnte – insbesondere, nachdem es zwischen dem Beschuldigten und den Behörden der Stadt Brugg bereits mehrmals zu Reibereien gekommen war. «Der Beschuldigte wusste um die Wirkung seiner Aussagen und wollte dies auch bzw. nahm dies zumindest billigend in Kauf», schreibt die Staatsanwaltschaft. Sie fordert eine unbedingte Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 30 Franken, was 2700 Franken entspricht. Wann die entsprechende Gerichtsverhandlung stattfindet, ist noch unklar.

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