Windisch
Budget 2018: Gewinn von knapp 200'000 Franken - jetzt kommt die Schulraumplanung

Die Gemeinde präsentiert das Budget 2018 mit einem Gewinn, kann sich aber nicht zurücklehnen.

Michael Hunziker
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«Wir haben sorgfältig hingeschaut, wo das Geld ausgegeben wird», sagt Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (links). «Die Bereiche Bildung, Soziales und Gesundheit bleiben kostenintensiv», sagt Marco Wächter, Leiter Finanzen.

«Wir haben sorgfältig hingeschaut, wo das Geld ausgegeben wird», sagt Gemeindepräsidentin Heidi Ammon (links). «Die Bereiche Bildung, Soziales und Gesundheit bleiben kostenintensiv», sagt Marco Wächter, Leiter Finanzen.

MHU

Der neue Finanzausgleich sowie die Aufgabenverschiebung zwischen Kanton und Gemeinden wirken sich auf die Finanzen von Windisch aus. Positiv wohlverstanden. Im Budget 2018 gerechnet wird mit einem Gewinn von 180 800 Franken. Trotz erfreulichem Abschluss: Es stehe nach wie vor viel Arbeit an, ein paar happige Brocken kommen auf die Gemeinde zu, betonten Heidi Ammon, Gemeindepräsidentin, sowie Marco Wächter, Leiter Finanzen, bei der gestrigen Medieninformation.

Budget 2018 Windisch

Budget 2018 Windisch

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Das Budget 2018 basiert auf einem Steuerfuss von 115 Prozent. Dass dieser neu um 3 Prozentpunkte tiefer liegt, hängt zusammen mit der Aufgaben- und damit der Kostenverschiebung von den Gemeinden zum Kanton. Um diese auszugleichen, findet ein Steuerfussabtausch statt. Will heissen: Die Gemeinden senken ihre Steuerfüsse um 3 Prozent, der Kanton erhöht seinen Steuerfuss gleichzeitig um 3 Prozent. Für die Steuerzahler, brachte es Wächter auf den Punkt, ändert sich unter dem Strich nichts.

Steuereinnahmen nehmen zu

Das Ziel sei es gewesen, ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können mit einer Selbstfinanzierung von 2 Mio. Franken, sagte Heidi Ammon. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, aber: «Wir haben es geschafft», stellte die Gemeindepräsidentin fest. «Wir haben sorgfältig hingeschaut, wo das Geld ausgegeben wird.» Mit der Selbstfinanzierung von 2,05 Mio. Franken können die Investitionen zu 71 Prozent aus eigenen Mitteln finanziert werden, fügte sie an. Die Schulden nehmen um 0,85 Mio. Franken zu.

Auf der Aufwandseite für Entlastung sorgt etwa der Gemeindebeitrag an den öffentlichen Verkehr von rund 700 000 Franken, der ganz wegfällt. Ins Gewicht fallen dagegen die steigenden Kosten bei Bildung, Soziales und Gesundheit. Diese Bereiche seien kostenintensiv, sagte Wächter. Ausgegangen wird unter anderem von einem höheren Spitex-Beitrag, weil die geleisteten Stunden zunehmen.

Auf der Ertragsseite schlagen die Einkommens- und Vermögenssteuern zu Buche. Die Windischer Bevölkerung ist in den letzten fünf Jahren um rund 1000 Einwohner gewachsen. Dadurch stiegen die Einnahmen stark an. Für 2018 erwartet die Abteilung Steuern – trotz Steuerfussabtausch – nochmals eine Zunahme. Das Budget 2018 liegt rund 580 000 Franken über den Vorjahreszahlen.

Erfreulich ist für die Gemeinde ebenfalls der Finanzausgleichsbeitrag von 1,179 Mio. Franken. Nach altem Recht hätte die Gemeinde aufgrund der gestiegenen Steuerkraft und des guten Rechnungsergebnisses 2016 gar keinen Anspruch auf Finanzausgleich gehabt, zeigte Wächter auf.

Investitionen werden steigen

Die Nettoinvestitionen sind mit 2,9 Mio. Franken um rund 1,5 Mio. Franken höher als in den beiden Vorjahren. Etwas mehr als ein Drittel der Ausgaben wird getätigt für die Sanierungen und Umgestaltungen der Gemeinde- und Kantonsstrassen. Ins Gewicht fällt bei den Kantonsstrassen das Verkehrsmanagement Brugg mit Kosten von 310 000 Franken. Bei den Gemeindestrassen sind insgesamt 633 000 Franken vorgesehen: Wiesenweg, Klosterzelg/Reutenen sowie Projektierungen. Zudem ist der Ersatz eines Bauamtfahrzeugs für 220 000 Franken geplant.

Weitere Investitionen sind daneben unter anderem die Sanierung des Kugelfangs der 300-Meter-Schiessanlage, der Gemeindebeitrag an ein Pionierfahrzeug der Feuerwehr, der Umbau des 1. und 5. Stocks des Gemeindehauses oder die Projektierung des Werkhof-Neubaus.

Ein Viertel der Investitionen ist vorgesehen für den Bereich Schulliegenschaften. Dem Einwohnerrat wird an der nächsten Sitzung ein Projektierungskredit für den Neubau der Schulanlage Dohlenzelg beantragt. Im Budget ist dafür ein Betrag von 600 000 Franken eingestellt. Im Weiteren stehen grössere Unterhaltsarbeiten beim Schulhaus Dorf an.

Der Gemeinderat strebt nun eine höhere Selbstfinanzierung an, um Handlungsspielraum für die kommenden Aufgaben zu erhalten, führten Heidi Ammon und Marco Wächer aus. In den letzten Jahren sei nur das Nötigste gemacht worden. Der nächste Investitionsschub komme voraussichtlich ab 2020 mit der Umsetzung der Schulraumplanung.