10'000 Franken wollte eine Rentnerin aus Neuenhof der Schule Brugg spenden, damit diese keine Abstriche bei Reisen, Exkursionen und Ausflügen machen muss. Das berichtet "20 Minuten". 

Hintergrund: Gemäss Bundesgerichtsentscheid dürfen den Eltern für obligatorische Schulanlässe nur noch maximal die Verpflegungskosten in Rechnung gestellt werden – in Abhängigkeit vom Alter des Kindes bis 16 Franken pro Tag. Weil Schulausflüge alles in allem aber deutlich teurer sind, stellte sich die Frage, wer künftig zur Kasse gebeten werden soll. Der Brugger Stadtrat hat gemäss Budget 2019 nicht vor, tiefer in die Tasche zu greifen. Für Exkursionen, Schulreisen und Lager der Oberstufe ist neu ein Betrag von 98'700 Franken eingestellt. Im Vorjahr waren es 102'500 Franken.

Jetzt doch keine Einsparungen mehr

Genau darum wollte die Neuenhoferin Geld spenden. Gemäss der Rentnerin habe die Schule versprochen, die Überweisung des Betrags in die Wege zu leiten. Der Brugger Stadtrat stoppte die Aktion allerdings. Am Donnerstag schlug der zuständige Stadtrat Willi Däpp (SP) die grosszügige Spende aus. "Der Stadtrat hat beschlossen, dass die obligatorischen Schulanlässe ohne Einsparungen durchgeführt werden und die Spende deshalb nicht nötig ist", lässt er sich zitieren. Die Eltern hätten die Möglichkeit, zusätzlich zum obligatorischen einen freiwilligen Beitrag zu bezahlen. "Die Stadt Brugg begleicht demnach die Differenzen zwischen den Elterneinnahmen und den Gesamtkosten der externen Schulveranstaltung."

Grund für den plötzlichen Richtungswechsel: Die Einsparungen wären nicht ohne Qualitätseinbussen möglich gewesen. Die Schulreisen hätten nur noch im Kanton oder in angrenzenden Kantonen stattfinden könnten. Genau das monierte auch der Brugger FDP-Einwohnerrat und Grossrat Titus Meier gegenüber der AZ. Und: "Da sich Brugg als Bildungsstadt etablieren will, sind solche Einsparungen ohnehin der falsche Weg", sagt Willi Däpp.

Stiftung Hemberg soll unterstützt werden

Dennoch dürften sich die Brugger Schülerinnen und Schüler auf einen finanziellen Zustupf freuen. Der Stadtrat hat der Rentnerin vorgeschlagen, die Spende für das Brugger Ferienhaus in Hemberg SG zu verwenden. "Die Spende würde zweckgebunden für die finanzielle Unterstützung von Kindern aus einkommensschwachen Familien verwendet werden, wie es dem Willen der Spenderin entspricht", sagt Däpp.

Gegenüber "20 Minuten" bestätigt die Rentnerin, dass sie das Geld gerne auch der Stiftung Hemberg spende. "Kinder, die sonst nicht in die Ferien können, tun mir ja auch leid." Es freue sie, dass das Geld doch noch an den richtigen Ort komme.