Wahlpodium
Brugger Stadtammann-Kandidaten sind im Wahlfieber – Wahlkampf ist lanciert

Am gut besuchten Wahlpodium im Brugger Salzhaus mussten Richard Fischer (parteilos), Barbara Horlacher (Grüne) sowie Titus Meier (FDP) Position beziehen.

Michael Hunziker
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Einstiegsfrage am Podium mit den drei Brugger Stadtammann-Kandidaten: Richard Fischer erklärt, für wie viel Lohn er den Stadtamman-Job machen würde, Barbara Horlacher erklärt ihr Wahlplakat und Titus Meier spricht über die Zukunft.
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Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Stadtammann-Kandidatin Barbara Horlacher (Grüne)
Wahlpodium in Brugg
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: vlnr Die Kandidatin für das Amt des Vize-Stadtammanns, Andrea Metzler
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: vlnr Die Kandidaten für das Amt des Vize-Stadtammanns, Andrea Metzler und Leo Geissmann, sowie die Kandidaten für den Stadtrat Willi Däpp und Reto Wettstein.
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: vlnr Die Kandidaten für das Amt des Vize-Stadtammanns, Andrea Metzler und Leo Geissmann, sowie die Kandidaten für den Stadtrat Willi Däpp und Reto Wettstein.
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Die Kandidaten für das Amt des Stadtammanns. vlnr: Titus Meier (FDP), Barbara Horlacher (Grüne), Richard Fischer (Parteilos)
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Stadtammann-Kandidat Richard Fischer (Parteilos)
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Stadtammann-Kandidat Titus Meier (FDP)
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: vlnr Der Kandidat für das Amt des Vize-Stadtammanns, Leo Geissmann
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: vlnr Der Kandidat für den Stadtrat Willi Däpp
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Stadtammann-Kandidat Richard Fischer (Parteilos)
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Stadtammann-Kandidatin Barbara Horlacher (Grüne)
Stadtratskandidaten Podium Wahlpodium der AZ Aargauer Zeitung zu den Stadtratswahlen im Salzhaus Brugg. Gesamterneuerungswahlen vom 24. September. Im Bild: Stadtammann-Kandidat Titus Meier (FDP)

Einstiegsfrage am Podium mit den drei Brugger Stadtammann-Kandidaten: Richard Fischer erklärt, für wie viel Lohn er den Stadtamman-Job machen würde, Barbara Horlacher erklärt ihr Wahlplakat und Titus Meier spricht über die Zukunft.

Der Wahlkampf ist lanciert in Brugg. Drei Kandidaten möchten die Nachfolge des amtierenden Stadtammanns Daniel Moser (FDP) antreten: Richard Fischer (67, parteilos), Barbara Horlacher (46, Grüne) sowie Titus Meier (36, FDP). Am Donnerstagabend stellten sie sich am Wahlpodium im Salzhaus während rund anderthalb Stunden den Fragen von Moderatorin Claudia Meier, Ressortleiterin Brugg der organisierenden Aargauer Zeitung. Das Interesse war gross: Über 100 Besucher erfuhren, bei welchen Themen die – überzeugenden – Kandidaten Prioritäten setzen möchten.

Wo besteht der grösste Handlungsbedarf in Brugg?

Für Titus Meier gibt es verschiedene Baustellen. Zentral sei die Kommunikation, hier könne der Stadtammann persönlich Einfluss nehmen. Ebenfalls gebe es Projekte, die von der Stadt vorangetrieben werden müssten. Meier erwähnte die Aufwertung von Bahnhofplatz und Neumarkt sowie die Überbauung «Alte Post» mit der Zentralisierung der Verwaltung. «Die Frage ist, wie wir unser Stadtzentrum weiterhin belebt halten können.» – Auch für Barbara Horlacher hat die Gestaltung der öffentlichen Räume sowie die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt eine hohe Bedeutung, ebenfalls die Verbindung zwischen Neumarkt und Altstadt.

Es müsse in nächster Zeit etwas entstehen, das für die Bevölkerung erlebbar und sichtbar sei. Im Bereich Kommunikation sprach sich Barbara Horlacher dafür aus, das vorhandene Wissen in der Bevölkerung mit entsprechenden Kommissionen abzuholen. – Eine der wichtigsten Führungsaufgaben einer Exekutive sei es, Bürgernähe zu schaffen, pflichtete Richard Fischer bei. «Durch den Dialog entstehen Ideen.» Ein Schwerpunkt sieht auch Fischer bei der Schaffung von attraktiven Begegnungsräumen. Er nannte die Stichworte Eisi-Areal sowie Neumarkt und Bahnhofplatz.

Wie halten Sie es mit Fusionen?

Bei einer Fusion von Brugg und Schinznach-Bad müssten die beiden Gemeinden als Partner betrachtet werden, sagte Richard Fischer. Hinsichtlich Bildung oder Verkehr gebe es einiges zu diskutieren. – In erster Linie müsse es der Bevölkerung wohl sein, sie müsse sich mit dem Wohnort identifizieren können, hob Barbara Horlacher hervor. Das direkte Umfeld, die Strukturen, müssten auch in einem grösseren Gebilde aufrechterhalten werden. – Für Titus Meier ist weniger wichtig, ob sich die Einwohner als Brugger oder aber als Lauffohrer, Umiker, Altenburger oder eben als Schinznach-Bader bezeichnen. «Es geht darum, dass Brugg die städtischen Leistungen der Verwaltung für ein grösseres Gebiet erbringen muss. Es wird gewisse Vereinfachungen geben.» Dass bei einer Fusion 2020 im Vorfeld keine Neuwahlen stattfinden, bezeichneten die Kandidaten übereinstimmend als nicht optimal. Es sei schwierig, wenn die Bevölkerung nicht vertreten sei, sagte Barbara Horlacher. Richard Fischer sprach von einer demokratischen Durststrecke.

Wie soll das Gewerbe von der Stadt unterstützt werden?

Zwischen Stadt und Gewerbe brauche es einen regelmässigen Austausch, einen institutionalisierten Dialog, sagte Barbara Horlacher. – Auch für Richard Fischer ist die Bereitschaft von Bedeutung, aufeinander zuzugehen. Die Bedürfnisse des Gewerbes müssten abgeholt werden, um danach im politischen Prozess die richtigen Weichen stellen zu können. – Gemäss Titus Meier müsste bei den Treffen zwischen Behörde und Gewerbe ebenfalls die Spitze der Verwaltung anwesend sein. Aufgabe der Stadt sei es vor allem, gute Rahmenbedingungen schaffen.

Wie stehen Sie zu einer zentralen Verwaltung?

Die geplante Zentralisierung der Verwaltung im Bereich der «Alten Post« müsse genutzt werden, um die Strukturen zu überprüfen, sagte Titus Meier. Allerdings brauche es, um das Zentrum zu beleben, weitere publikumsintensive Nutzungen. Die Stadtbibliothek sei eine gute Idee. – Ein zentraler Verwaltungsstandort schaffe die Möglichkeit, den Raum zwischen Altstadt und Neumarkt aufzuwerten, die Verbindung attraktiv zu gestalten mit geeigneten Nutzungen, stellte Barbara Horlacher fest. Dazu könne über die Organisation der Verwaltung nachgedacht werden. – Für Richard Fischer besteht Nachholbedarf hinsichtlich Dienstleistungsgedanke. Dieser müsse stärker beachtet werden. Handlungsbedarf sieht er bei der Stabstelle Stadtplanung. Dieser Ansicht war auch Titus Meier. Er selber unterstütze die Integration und Aufstockung der Stadtplaner-Stelle.

Wie kann die Attraktivität der Altstadt erhöht werden?

Die Situation sei ganzheitlich zu betrachten, auch die Belebung des Eisi-Areals sei ins Spiel zu bringen, sagte Richard Fischer. Nach seinem Dafürhalten könnten die oberirdischen Parkplätze aufgehoben werden, um einen belebten Begegnungsraum zu schaffen. – Nach Titus Meiers Ansicht müsste auf der Verwaltung eine Ansprechperson definiert werden, die alle Anliegen betreffend Altstadt entgegennimmt. Denn für viele Einwohner sei es heute schwierig, an die richtige Stelle zu gelangen. – Barbara Horlacher wiederum könnte sich für die Altstadt eine Immobilienstrategie vorstellen mit einer aktiveren Rolle der Stadt, die sich als Vermittlerin einbringt.

Wie beurteilen Sie die geplanten Strassenbauprojekte?

Für Barbara Horlacher gibt es wirkungsvollere und günstigere Massnahmen, als neue Strassen zu bauen: gute Infrastruktur für Fuss- und Veloverkehr oder Verkehrsmanagement. – Das Projekt Ostaargauer Strassenentwicklung «Oase» werde noch viel Geduld verlangen, stand für Richard Fischer fest. «Es braucht eine grosszügige Lösung.» Der Verkehr aus dem unteren Aaretal müsse direkt zum Autobahn-Anschluss geführt werde können. – Für Titus Meier ist klar, dass eine Strasse, sollte sie dereinst kommen, unterirdisch verlaufen muss. Ein Viadukt mitten durch Brugg sei illusorisch. «Das hätte auch bei der Bevölkerung keine Chance.»

Nach der Fragerunde – zur Sprache kamen unter anderem das Präsidium des Regionalplanungsverbands, die Sondierbohrungen für ein Atommüll-Tiefenlager oder der Bildungsstandort – fanden die angeregten Diskussionen beim Apéro ihre Fortsetzung.

Die Bisherigen sind motiviert

Erneut antreten bei den Wahlen in Brugg werden die vier bisherigen Stadträte: Willi Däpp (SP), Leo Geissmann (CVP, kandidiert neu auch als Vizeammann); Andrea Metzler (SP, kandidiert wieder als Vizeammann), sowie Reto Wettstein (FDP). Alle betonten am Wahlpodium im Salzhaus, dass sie nach wie vor motiviert und energiegeladen seien.

Die Stadtratstätigkeit bereite Freude, ihr gefalle die Kombination aus Beruf – als Rechtsanwältin – und Politik, sagte Andrea Metzler. Weiterhin begleiten möchte sie die laufende Revision der Bau- und Nutzungsordnung. «Dieses Projekt möchten wir in der nächsten Amtsperiode zum Abschluss bringen.» Daneben beschäftigen werde der Kommunale Gesamtplan Verkehr (KGV) mit verschiedenen Massnahmen wie die Einführung von Tempo 30. Ebenfalls spannend sei, fügte sie an, die Masterplanung Aufwertung Bahnhofplatz/ Neumarkt samt Busbahnhof.

Was ihn bisher am meisten gefordert habe im Amt, wollte Moderatorin Claudia Meier von Reto Wettstein wissen. Dieser nannte als eine Aufgabe das Präsidium im Gemeindeverband Soziale Dienstleistungen Region Brugg. Es seien schwierige Fälle zu bearbeiten, das Umfeld sei nicht einfach. Er möchte nun den sozialen Strukturwandel weiterhin konstruktiv mitgestalten und, fügte Wettstein mit einem Augenzwinkern an, künftig den Seniorennachmittag zusammen mit Schinznach-Bad planen.

Leo Geissmann kandidiert neu als Vizeammann, damit den Stimmberechtigten eine Auswahl geboten werden kann. «Persönlich bin ich überzeugt, dass ich dieses Amt gut ausüben könnte.» Er verfüge über die notwendigen zeitlichen Möglichkeiten und könne sich seine Arbeit flexibel einteilen. Die Zentralisierung der Verwaltung, die Standortsuche für die Stadtbibliothek oder aber der Bau des Umikerstegs seien Themen, die er gerne bearbeiten möchte.

Auf welche Leistungen er besonders stolz sein, wurde Willi Däpp gefragt. Es sei sehr viel passiert und geleistet worden in der Stadt, antwortete dieser. Als Meilenstein bezeichnete er das Regionale Entwicklungsleitbild. Daneben seien kleinere Projekte in die Wege geleitet worden, sagte Däpp und erwähnte die Stäbli-Stiftung, die auf neue Beine gestellt wurde. Es gebe einige Projekte, die kurz vor dem Abschluss stehen und die er weiter betreuen möchte, wie die Professionalisierung der Tagesstrukturen.

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