Brugg
Brugger Metal-Band plant Japan Tournee: «Das wird sicher ein Kulturschock»

Die Brugger Heavy-Metal-Band Gonoreas organisiert das Winter Rock Festival – 2014 gehts nach Japan. Mit ihrem Album «The Mask of Shame» startete sie in der Szene durch. Jedoch: Beruf und Band unter einen Hut zu bringen fällt nicht immer leicht.

Michael Hunziker
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«Eine richtig grosse Produktion»: In einem Schloss im Raum Basel nimmt die Heavy-Metal-Band Gonoreas ihr neues Video auf. zvg

«Eine richtig grosse Produktion»: In einem Schloss im Raum Basel nimmt die Heavy-Metal-Band Gonoreas ihr neues Video auf. zvg

Die Brugger Heavy-Metal-Band Gonoreas ist gefragt, Schlag auf Schlag jagt ein Termin den nächsten: Interviews, Konzerte, Fotoaufnahmen – und sogar ein Videodreh stand eben auf dem Programm. «Es handelt sich um eine richtig grosse Produktion», sagt Gitarrist Damir Eskic.

Eskic: «Lassen Achtziger hochleben»

Zum fünften Mal organisieren Gonoreas diesen Samstag in der Turnhalle Au in Brugg das Winter Rock Festival. Im letzten Jahr seien eher Bands der ganz harten Gangart zum Zug gekommen, sagt Gonoreas-Gitarrist Damir Eskic. Diesmal werde besonders Wert auf die Mischung gelegt. «Wir lassen die glorreiche Ära der Achtzigerjahre hochleben», sagt er und verspricht: «Es wird einiges geboten.» Stark vertreten seien die Bands aus der Region: Auf der Bühne stehen Final Crusade, Babes of Glory oder Atlas & Axis. «In unseren Anfängen in den Neunzigerjahren hatten wir oft Mühe, geeignete Auftrittsorte zu finden. Jetzt haben wir die Möglichkeit, den Newcomern eine Plattform zu bieten», so Eskic. Aus Luzern zu Gast sind Sin Starlet und ebenfalls vertreten sind befreundete Gruppen aus dem Ausland: Holy Cross aus Frankreich sowie Eagleheart aus der Tschechei. (mhu)

Winter Rock Festival Samstag, 14. Dezember, Turnhalle Au Brugg (Sommerhaldenstrasse),
Türöffnung 17.30 Uhr; Webiste

«Der Clip spielt in der Barockzeit. Aufgenommen haben wir in einem Schloss im Raum Basel.»

Ruhiger wird es auch in den nächsten Wochen nicht. Bis Ende Jahr folgen weitere Auftritte, unter anderem das Heimspiel am Winter Rock Festival diesen Samstag (separater Text) sowie – Anfang Februar 2014 – die erste Japan-Tour. «Das wird sicher ein Kulturschock», sagt Eskic mit einem Lachen. «Aber es wird garantiert spannend. Die
Vorfreude auf Tokio ist jedenfalls riesig.»

Neues Album hat eingeschlagen

2013 gehe als herausragendes Jahr in die Bandgeschichte ein, sagt der Gitarrist. Das Album «The Mask of Shame», das im Herbst erschien, wurde sowohl von den Fans als von den Kritikern gut aufgenommen. «Die Reaktionen waren überaus positiv», blickt Eskic zurück.

Der neue Sänger Leandro Pacheco sei stellenweise sogar mit dem Frontmann der englischen Band Iron Maiden verglichen worden. «Solche Aussagen sind für uns natürlich eine Ehre», sagt Eskic.

Auch die Verkaufszahlen hätten sich erfreulich entwickelt. Bereits in den ersten Tagen gingen ein paar hundert Exemplare über den Ladentisch. Die Single-Auskopplung «Serpents» – die in limitierter Auflage zu haben war – belegte mehrere Wochen lang Spitzenplätze in den Charts des Online-Händlers cede.ch. Und dies, obwohl der Zeitpunkt der Veröffentlichung im Spätsommer laut Eskic nicht ganz ideal war. «Wir kamen gleichzeitig mit vielen weiteren Alben auf den Markt. Für uns war es deshalb schwierig, neue Fans dazuzugewinnen.»

Unter dem Titel «Swordbrothers Tour 2013» waren Gonoreas in der Folge zusammen mit den befreundeten einheimischen Bands Excelsis und Pertness in der Schweiz unterwegs. «Die Tour war fast ausverkauft, wir konnten vor vollen Häusern spielen», fasst Eskic zusammen.

Auf die Frage nach dem Höhepunkt muss er überlegen. «Es gab so viele schöne Momente. Jedes Konzert war etwas Besonderes.»

Allerdings sei das gedrängte Programm mit rund 20 Auftritten auch ziemlich anstrengend gewesen, räumt Eskic ein. Für das jüngste Bandmitglied, Gitarristin Larissa Ernst, wurde es schliesslich zu viel. Aus beruflichen Gründen verliess sie die Gruppe Ende November. «Das hat uns bedrückt, das war ein Tiefpunkt», sagt Eskic.

Aber: «Es ist wirklich nicht immer einfach, Beruf und Band unter einen Hut zu bringen.»

Unterwegs als Viererformation

Gonoreas entschlossen sich, die Tour als Viererformation fortzusetzen. «Wir haben ein gutes Verhältnis und eine tolle Stimmung. Momentan wollen wir aus diesem Grund kein neues Bandmitglied suchen», hält der Gitarrist fest. «Wir werden sehen, wie es funktioniert.» Die ersten Konzerte in kleinerer Besetzung seien jedenfalls gelungen.

Zeit, um sich mit allzu vielen Gedanken aufzuhalten, haben Gonoreas sowieso nicht. «Vieles passiert, vieles ist geplant. In diesem Stil kann es weitergehen», sagt Eskic, denn: «Wir wollen auch in Zukunft nicht still stehen.»

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