Die Brugger Heavy-Metal-Band Gonoreas ist gefragt, Schlag auf Schlag jagt ein Termin den nächsten: Interviews, Konzerte, Fotoaufnahmen – und sogar ein Videodreh stand eben auf dem Programm. «Es handelt sich um eine richtig grosse Produktion», sagt Gitarrist Damir Eskic.

«Der Clip spielt in der Barockzeit. Aufgenommen haben wir in einem Schloss im Raum Basel.»

Ruhiger wird es auch in den nächsten Wochen nicht. Bis Ende Jahr folgen weitere Auftritte, unter anderem das Heimspiel am Winter Rock Festival diesen Samstag (separater Text) sowie – Anfang Februar 2014 – die erste Japan-Tour. «Das wird sicher ein Kulturschock», sagt Eskic mit einem Lachen. «Aber es wird garantiert spannend. Die
Vorfreude auf Tokio ist jedenfalls riesig.»

Neues Album hat eingeschlagen

2013 gehe als herausragendes Jahr in die Bandgeschichte ein, sagt der Gitarrist. Das Album «The Mask of Shame», das im Herbst erschien, wurde sowohl von den Fans als von den Kritikern gut aufgenommen. «Die Reaktionen waren überaus positiv», blickt Eskic zurück.

Der neue Sänger Leandro Pacheco sei stellenweise sogar mit dem Frontmann der englischen Band Iron Maiden verglichen worden. «Solche Aussagen sind für uns natürlich eine Ehre», sagt Eskic.

Auch die Verkaufszahlen hätten sich erfreulich entwickelt. Bereits in den ersten Tagen gingen ein paar hundert Exemplare über den Ladentisch. Die Single-Auskopplung «Serpents» – die in limitierter Auflage zu haben war – belegte mehrere Wochen lang Spitzenplätze in den Charts des Online-Händlers cede.ch. Und dies, obwohl der Zeitpunkt der Veröffentlichung im Spätsommer laut Eskic nicht ganz ideal war. «Wir kamen gleichzeitig mit vielen weiteren Alben auf den Markt. Für uns war es deshalb schwierig, neue Fans dazuzugewinnen.»

Unter dem Titel «Swordbrothers Tour 2013» waren Gonoreas in der Folge zusammen mit den befreundeten einheimischen Bands Excelsis und Pertness in der Schweiz unterwegs. «Die Tour war fast ausverkauft, wir konnten vor vollen Häusern spielen», fasst Eskic zusammen.

Auf die Frage nach dem Höhepunkt muss er überlegen. «Es gab so viele schöne Momente. Jedes Konzert war etwas Besonderes.»

Allerdings sei das gedrängte Programm mit rund 20 Auftritten auch ziemlich anstrengend gewesen, räumt Eskic ein. Für das jüngste Bandmitglied, Gitarristin Larissa Ernst, wurde es schliesslich zu viel. Aus beruflichen Gründen verliess sie die Gruppe Ende November. «Das hat uns bedrückt, das war ein Tiefpunkt», sagt Eskic.

Aber: «Es ist wirklich nicht immer einfach, Beruf und Band unter einen Hut zu bringen.»

Unterwegs als Viererformation

Gonoreas entschlossen sich, die Tour als Viererformation fortzusetzen. «Wir haben ein gutes Verhältnis und eine tolle Stimmung. Momentan wollen wir aus diesem Grund kein neues Bandmitglied suchen», hält der Gitarrist fest. «Wir werden sehen, wie es funktioniert.» Die ersten Konzerte in kleinerer Besetzung seien jedenfalls gelungen.

Zeit, um sich mit allzu vielen Gedanken aufzuhalten, haben Gonoreas sowieso nicht. «Vieles passiert, vieles ist geplant. In diesem Stil kann es weitergehen», sagt Eskic, denn: «Wir wollen auch in Zukunft nicht still stehen.»