Brugg

Brugger Kinderheim schafft Platz für Wohngruppe

Verläuft alles reibungslos, beginnen die Bauarbeiten beim bestehenden Haus an der Habsburgerstrasse im nächsten Frühling.Die Garage (vorne rechts) wird abgebrochen.mhu

Verläuft alles reibungslos, beginnen die Bauarbeiten beim bestehenden Haus an der Habsburgerstrasse im nächsten Frühling.Die Garage (vorne rechts) wird abgebrochen.mhu

Das Kinderheim Brugg plant eine Erweiterung: Das bestehende und bereits genutzte Haus an der Habsburgerstrasse 20 soll mit einem Neubau ergänzt werden – und künftig Platz bieten für eine zweite Wohngruppe.

Mit dem geplanten Neubau kann das Kinderheim Brugg das Angebot am Standort Habsburgerstrasse verdoppeln. In Zukunft stehen 16 Wohnplätze zur Verfügung. Konkret vorgesehen ist, den heutigen Schopf und die Garage abzubrechen und ein dreigeschossiges Gebäude zu erstellen. Dieses entspreche vom Volumen her in etwa dem eines Zweifamilienhauses, erklärt Kinderheim-Gesamtleiter Rolf von Moos. Unterscheiden werde sich die Raumaufteilung gegenüber einem herkömmlichen Wohnhaus vor allem darin, dass mehr Flächen für Nass-, Aufenthalts- und Lagerräume geschaffen werden. Über einen Durchgang wird der Neubau mit dem bestehenden Haus verbunden. In diesem Zwischenbau können auch Besprechungsräume eingerichtet werden.

Flexibel bleiben lautet Devise

Verläuft alles reibungslos, beginnen die Bauarbeiten im nächsten Frühling. Bereits ein Jahr später könnte der Neubau bezugsbereit sein. Gesamtleiter von Moos räumt ein, dass es sich um einen sportlichen Zeitplan handelt. Ein Augenmerk gerichtet werde darauf, dass die grosszügigen Grünflächen im Wohnquartier, in dem viele Familien mit Kindern leben, erhalten bleiben. Den Nachbarn übrigens sei das Vorhaben bereits vorgestellt worden, sagt der Gesamtleiter. Er freut sich: «Das Echo auf unsere Pläne war grundsätzlich positiv. Das Projekt kam gut an.» Weiter geachtet wird laut von Moos darauf, dass die Räumlichkeiten so gestaltet werden, dass sie möglichst flexibel nutzbar bleiben. Denn der Bedarf und die kantonalen Vorgaben könnten sich ändern.

Die Angebotserweiterungen und Vergrösserungen sind seit einiger Zeit ein Thema im Kinderheim Brugg, denn betreute Plätze für Kinder und Jugendliche sind gesucht. Vor rund zweieinhalb Jahren wurde ein Strategiepapier zur möglichen Weiterentwicklung erarbeitet und dem Kanton wurden verschiedene Projekte zur Prüfung unterbreitet.

Nichts zu verbergen

In diesem Sommer konnten die Wohngruppe Merkur für Kinder im Schulalter sowie die Aussenwohngruppe Orion für Jugendliche von etwa 14 bis 17 Jahren den Betrieb aufnehmen. Die Pläne für eine Erweiterung der Notfallgruppe oder für eine sechste Wohngruppe allerdings mussten auf Eis gelegt werden. «Im Rahmen der Sparmassnahmen hat der Kanton diese Vorhaben sistiert», erklärt von Moos.

Trotzdem bestehe für das Kinderheim dringend Handlungsbedarf, betont der Gesamtleiter. Einerseits seien zwei heute zugemietete Wohnungen nur als Übergangslösung gedacht. Andererseits werde die alte Liegenschaft am Süssbachweg, in der eine Schulgruppe untergebracht ist, im nächsten Sommer abgerissen. Der Grund: In unmittelbarer Nachbarschaft realisiert wird das Riesenprojekt «Akkord», der Pflegetrakt des Gesundheitszentrums Region Brugg. Die Schulgruppe werde zwar in das Kinderheim-Hauptgebäude am Wildenrainweg ziehen können, sagt von Moos. Das Platzproblem werde aber nicht gelöst. «Wir brauchen Ersatz», fasst er zusammen.

Durch das Platz- und Baumoratorium des Kantons tritt übrigens nicht das Kinderheim selber als Bauherrschaft auf. Vielmehr liegt die Verantwortung bei der Stiftung zur Förderung und Unterstützung des Kinderheims Brugg – als private Bauherrschaft. «Wir haben aber nichts zu verbergen und haben den Kanton über unsere Pläne ins Bild gesetzt», sagt von Moos.

Projektverfasser ist das Büro Suter Architekturen aus Brugg. Das Baugesuch liegt bis 11. Januar auf der Abteilung Planung und Bau in Brugg auf.

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