Brugg
Brugger Kindergärtler freuen sich über flauschige Bibeli

An Ostern gibt es nicht nur Schoggihasen. Die Kinder vom Kindergarten Weiermatt in Brugg und deren Kindergärtnerinnen freuen sich über die frisch geschlüpften Bibeli.

Michelle Cechmanek
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Die kleinen, flauschigen, hellgelben Federknäuel picken den Kindern frech das Futter aus den Händen. Chris Iseli

Die kleinen, flauschigen, hellgelben Federknäuel picken den Kindern frech das Futter aus den Händen. Chris Iseli

Ostern ohne Ostereier? Das wäre kein richtiges Osterfest. Die Kinder aus dem Kindergarten Weiermatt in Brugg haben sich deshalb auch Eier besorgt. Diese Eier haben sie aber nicht etwa angemalt. Sie haben sie warm gehalten. Die Eier, die der Kindergarten in den letzten Wochen beobachtet hat, waren nämlich befruchtete und angebrütete Hühnereier. Franziska Strebel, Kindergärtnerin einer der drei Kindergartenabteilungen, stellte das Projekt auf die Beine. Eine Kollegin hätte sie auf diese ausgefallene Idee gebracht.

Premiere im Kindergarten

Lebendige Küken seien noch nie im Kindergarten Weiermatt gehalten worden. Und ob es so etwas das nächste Jahr nochmals geben wird, wisse Strebel daher noch nicht. Ausgeschlossen sei es aber nicht, wie sie sagt. «Am Anfang hatten wir Angst, dass aus keinem der Eier ein Küken schlüpfen würde. Dieses Risiko mussten wir natürlich eingehen. Das wäre aber sicher ein Schock für die Kinder gewesen.»

Glücklicherweise kam es nicht dazu – aus den neun Eiern sind sieben Küken geschlüpft. Ein Ei habe sich nicht mehr weiterentwickelt und in einem weiteren Ei sei ein totes Tier gewesen. Die Kinder hätten wissen wollen, was mit den Tieren geschehen sei. «Wir haben erklärt, dass es auch sein kann, dass die Tiere schon vor der Geburt sterben können. Ein Kind hat mich gefragt, ob das tote Bibeli nun im Bibeli-Himmel sei», erzählt Strebel. Sie habe diese Frage mit Ja beantwortet.

Wertvolles kann gelernt werden

Im Umgang mit den Tieren lernen die Kinder feinmotorische Bewegungen. Dazu haben sie mit eigenen Augen mitverfolgen können, wie sich ein Huhn entwickelt. Sie haben die einzelnen Stadien vom im Ei bis kurz vor dem Ausbruch aus der Schale mitverfolgen können. Bis die Bibeli gut zwei Wochen vor dem Osterfest geschlüpft sind.

Wenn die Kinder am Morgen kommen und am Abend wieder gehen, sind die Bibeli das wichtigste, erzählt die Kindergärtnerin. Im Nachhinein sind sich die Kindergartenlehrerinnen aus den drei Abteilungen bewusst, dass Hühnerausbrüten eine aufwendige Arbeit ist, sich diese aber durchaus lohne. «Für die Kinder sind die Bibeli das Grösste. Und wir finden sie auch so süss», schwärmt Strebel. Nach den Osterferien werden die Küken einer Privatperson weitergegeben. Diese züchte nebst anderen Tieren auch Hühner.

Werkstatt neben Kükennest

Nicht nur gebrütet wird im Kindergarten Weiermatt. Es ist auch eine Osterwerkstatt aufgestellt. Die Kinder können kleben, fühlen, basteln und malen. Sie freuen sich schon auf Ostern. «Ich bekomme ein Osternestli mit einem Hasen und einem Spielzeug», sagt eines der Kinder. Andere freuen sich auf die Ostereier, aber selbstverständlich auf diejenigen aus Schokolade, nicht auf die echten. «Ich hoffe, dieses Jahr wird es besser. Letztes Jahr hat ein Tier mein Osternest aufgefressen», erzählt ein weiteres Mädchen. Und ein Bub ist sich sicher, er wird seinen grossen, braunen Freund dieses Jahr wieder sehen, denn «ich kenne den Osterhasen, er hat sogar schon mal mit mir geredet», verrät er.