Es ist das ewige Duell: Der JJJC Brugg startete am Samstag gegen den Erzrivalen JC Morges in die neue Saison. Vor drei Monaten konnten sich die Brugger im Final knapp gegen die Romands durchsetzen – der 15. Schweizer-Meister-Titel als Mannschaft war Tatsache. Das ist Rekord. Und da der amtierende Schweizer Meister den Vize-Meister jeweils zu Saison-Beginn empfängt, standen am Samstag erneut die Brugger Judokas den Romands auf der Matte gegenüber. Die Brugger konnten für jede Gewichtsklasse einen Judoka stellen, Morges war mit seinen fünf Judokas untervertreten.

Das zahlreich erschienene Publikum sitzt im Dojo Mülimatt auf Festbänken, feuert jeden der Brugger Judokas frenetisch an. Sie sehen packende Zweikämpfe mit spektakulären Würfen, sowie Festhalter-, Würge- und Armhebeltechniken, die im Bodenkampf blitzschnell angewandt werden. Einer der sieben eingesetzten Brugger Kämpfer ist Neuzugang Loan Celikbilek. Für den jungen Doppel-Schweizer-Meister (-60 kg) aus Delémont ist es die Premiere im Brugger Team. Punkte kann er heute noch keine beitragen. Er muss sich seinem Gegner Borislav Yanakov, Morges’ Verstärkung aus Bulgarien, gleich zweimal geschlagen geben. Coach Martin Nietlispach ist dennoch zufrieden, erklärt, dass er so weiterkämpfen solle und dass es toll sei, ihn – Celikbilek – im Team zu haben. Die ganze Mannschaft im Kreis stehend, unterstützt diese Aussage klatschend.

Eich gewinnt ersten NLA-Kampf

Premiere auch für den 18-jährigen Daniel Eich (+100 kg): Er gewinnt in der Hinrunde erstmals einen NLA-Kampf – notabene gegen den erfahrenen Italiener Davide Pozzi, den zweiten Söldner in Morges’ Reihen. Einen ersten Sieg fährt auch Remo Keller (-66 kg) ein, der ebenfalls aus dem Brugger Nachwuchs stammt.

Im zweiten Durchgang müssen sich die jungen Brugger dann geschlagen geben. Keine Blösse gibt sich Eduard Nicolaescu (-73 kg), der seinen Gegner Arnaud Bohren zweimal bezwingt. Siegreich von der Matte gehen auch Kane Chandler und Martin Nietlispach (beide -90 kg), die sich je einmal gegen Morges’ Baptiste Mantillot durchsetzen. Zum Schluss heisst es 12:2 (Hinrunde) und 8:6 (Rückrunde) für die Brugger.

Brugg ohne Grossklaus und Imala

Ciril Grossklaus musste beim NLA-Start verletzungsbedingt passen. Gerissene und angerissene Bänder zwingen ihn zu einer Wettkampfpause: «Mein Ziel ist die Teilnahme am Grand Prix in Marrakesch am 10. März. Ich befinde mich auf gutem Weg zur Wettkampffähigkeit, doch es ist noch Vorsicht geboten», sagt er. Der Olympiateilnehmer von 2016 muss für sein grosses Ziel, die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, noch viele Punkte sammeln. In der ersten Phase der Qualifikation verbleiben vier Wettkämpfe, die er bestreiten kann. Diese möchte er um jeden Preis nutzen. Auch Otto Imala (-100 kg) verpasste den Saisonstart mit der Brugger Mannschaft aus gutem Grund: Er kämpfte am Sonntag am Grand Slam in Düsseldorf.

Für den Rekord-Schweizer-Meister Brugg ist der Titel auch dieses Jahr das logische Ziel. Im Vergleich mit Morges sieht Ciril Grossklaus den Vorteil, dass Brugg im Final jeweils eine «Schippe drauflegen» kann – sprich mit anderen und erfahrenen Kämpfern im Final antreten kann.

Die nächsten Heimkämpfe tragen die Brugger am 21. September gegen Uster und am 12. Oktober gegen Bern aus. Die Ustemer bezeichnet Grossklaus als starke Herausforderer, währenddem die Berner dank gutem Teamgeist gelegentlich für Überraschungen sorgen.