Der jährlich wiederkehrende Verpflichtungskredit von maximal 352 000 Franken für die Gewährung von Betriebsbeiträgen für den Campussaal für die Jahre 2018-27 war eines der umstrittenen Traktanden an der Einwohnerratssitzung der Stadt Brugg gestern Freitagabend. Das Thema sorgte für eine kontroverse Diskussion. «Hört endlich auf, den Saal schlecht zu reden», sagte Willi Wengi (FDP) in seinem emotionalen Votum.

Die Antrag über weitere Betriebsbeiträge wurde nötig, weil die bisherigen Beiträge auf fünf Jahre befristet waren und Ende 2017 auslaufen. Mit der Vorlage hatte sich eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Stadtrat Leo Geissmann während rund einem Jahr intensiv befasst. «Der Campussaal ist auf Erfolgskurs. Bisher wurden über 75 000 Besucher gezählt. Das geplante Hotel wird die Entwicklung weiter begünstigen», hielt Geissmann fest. Die Beiträge dienten vor allem den Abschreibungen, der Amortisation, dem Unterhalt sowie dem Mittelaufbau. Geissmann betonte: «Wir finanzieren nicht den Betrieb damit.» Der Brugger Beitrag entspreche einem Steueranteil von 1,2 Prozent.

SVP wollte Rückweisung

Keine lobende Worte für den Saal fand die SVP. Sie beantragte die Rückweisung, um weitere Varianten wie die Übergabe an die Fachhochschule oder eine Umnutzung zu prüfen. Der Antrag wurde mit 31:9 abgelehnt. 

«Wir haben den Saal nun mal», sagte Alessandra Manzelli im Namen der SP und forderte, die Beiträge nur für fünf Jahre zu bewilligen, um die Kontrolle nicht zu verlieren. Diese Idee, die von der Zeitdauer her mit dem Antrag in Windisch korrespondiert, wurde von der GLP und den Grünen unterstützt. «Der jährliche Beitrag ist gut berechnet. Wir dürfen damit rechnen, dass er sinkt», sagte Silvia Kistler für die FDP. Die Partei unterstützte den Antrag des Stadtrats wie auch die EVP und die CVP. Argumentiert wurde mit der Planungssicherheit für Betreiber und Kunden. Leo Geissmann stellte einen Zwischenbericht nach fünf Jahren in Aussicht.
Für den SP-Antrag (fünf Jahre) sprachen sich 19 Einwohnerräte aus und für den Antrag des Stadtrats 21. In der Schlussabstimmung wurden die Beiträge mit 30:10 für zehn Jahre bewilligt.