Brugg
Brugger Firmen den Puls gemessen

Den regionalen Gewerbetreibenden geht es besser als noch vor einem Jahr prognostiziert. Lediglich der schwache Euro macht einigen schwer zu schaffen.

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Die KMU der Region Brugg haben ein gutes Jahr hinter sich und rechnen auch für 2011 mehrheitlich mit konstanten bis besseren Ergebnissen als im Vorjahr. In einzelnen Branchen macht der nach wie vor schwache Euro Probleme. Das hat eine Umfrage der «KMU Region Brugg» ergeben.

Mit dem jährlichen Pulsmesser lotet «KMU Region Brugg» die Befindlichkeit der regionalen Firmen aus, ein wichtiges Indiz für die Gesundheit einer Region. «KMU sind die wichtigsten Arbeitgeber, leisten ihren Beitrag ans Steueraufkommen der Gemeinden und sind gefragt als Ausbildungsstätten für die Jugend», schreibt «KMU Region Brugg» in ihrer Mitteilung.

Ergebnisse besser als erwartet

Im Jahr 2010 hat mehr als die Hälfte der regionalen KMU ein Umsatzwachstum verzeichnet: 30 Prozent hielten ihren Umsatz auf Vorjahresniveau, nur 14 Prozent erlebten eine Umsatzeinbusse, dies vor allem in der Gastronomie und im Detail-/Fachhandel. In allen anderen Branchen lief es überwiegend rund – auch, was den Gewinn anbelangt. Nur 11 Prozent der Firmen mussten einen Rückgang des Gewinns hinnehmen (2008: 26 Prozent; 2009: 26 Prozent).

Insgesamt präsentieren sich die Ergebnisse der regionalen KMU besser als vor einem Jahr prognostiziert. Zum Beispiel glaubten vor einem Jahr nur 34 Prozent der Befragten, dass sie ihre Umsätze erhöhen könnten, effektiv gelang dies 55 Prozent der Firmen. Und: Anfang 2010 rechnete jedes vierte regionale KMU damit, dass der Gewinn 2010 tiefer liegen werde als jener des Vorjahrs. Einen tieferen Gewinn als 2009 weisen nun aber nur 11 Prozent der Firmen aus.

Investitionswille nimmt zu

Ziemlich konstant das Bild bei der Beschäftigung: Wie schon 2010 beabsichtigen 70 Prozent der Firmen, ihren Personalbestand auf bestehendem Niveau zu halten, 18 Prozent werden ihn mutmasslich erhöhen (Vorjahr: 17 Prozent), 12 Prozent eher senken (Vorjahr: 13 Prozent). Ausserdem ist der Investitionswille gegenüber dem Vorjahr noch stärker geworden: 34 Prozent der Firmen (Vorjahr: 26 Prozent) wollen höhere Investitionen tätigen.

«In der Region Brugg dominieren KMU, die binnenwirtschaftlich orientiert sind», kommentiert Jürg Michel, Leiter Treuhand OBT AG Brugg, das aktuelle Umfrageergebnis: «Einmal mehr zeigt sich, dass die Unternehmenslandschaft in unserem regionalen Wirtschaftsraum dank ihrer Vielfalt und ihrer prioritären Ausrichtung auf nahe liegende Märkte ausgesprochen stabil ist.»

In der diesjährigen Pulsmesser-Umfrage wurden die KMU der Region Brugg auch gefragt, ob der Absturz des Euro positive, negative oder keine spürbaren Auswirkungen auf den Geschäftsgang habe. Dies im Rückblick auf 2010 und im Vorblick auf 2011. Für rund drei Viertel der Firmen scheint die Euro-Schwäche kein Problem zu sein. Für 2010 melden sogar 16 Prozent der Firmen positive Einflüsse – schliesslich sind dank des starken Frankens auch etliche Importgüter aus dem Euroraum preislich günstiger geworden.

9 Prozent empfanden dagegen spürbar negative Auswirkungen schon 2010; 15 Prozent der Firmen erwarten negative Auswirkungen für das laufende Jahr. Jürg Michel: «Auch in unserer Region spüren Detail- und Fachhandelsfirmen den wachsenden Wettbewerbsdruck aus dem süddeutschen Raum. Ich fände es schade, wenn dieser Einkaufstourismus Arbeitsplätze in der Region vernichten würde. Wer ennet der Grenze einkauft, muss sich in der Konsequenz ja fragen, ob er denn auch ennet der Grenze angestellt sein möchte. Meines Wissens sind dort die Löhne deutlich tiefer.» (jk)