Brugg

Brugger Einwohnerrat bewilligt Zusatzkredit – zähneknirschend

Die Gemeinden Brugg und Windisch (links) haben die Revision der Ortsplanung gemeinsam angepackt.

Die Gemeinden Brugg und Windisch (links) haben die Revision der Ortsplanung gemeinsam angepackt.

Der Einwohnerrat in Brugg hat an seiner Sitzung am Freitagabend den Zusatzkredit von 181000 Franken genehmigt für die Revision der Ortsplanung. Ohne Begeisterung wohlverstanden.

Zu einer engagierten Debatte geführt hat an der Sitzung des Brugger Einwohnerrats der Zusatzkredit für die Revision der Ortsplanung. Zähneknirschend zwar, aber doch klar mit 29 zu 14 Stimmen, ist der Betrag von 181 000 Franken am Freitagabend schliesslich angenommen worden.

Kritisiert wurde von links bis rechts, dass nicht früher eingeschritten wurde, dass die Mehrkosten erst jetzt bekannt geworden sind. Diesen Umstand bezeichnete Klas Domeyer (SP) als stossend. Sowohl der Stadtrat als auch das beauftragte Büro Metron seien eventuell etwas blauäugig gewesen. Aber: «Man kann eigentlich nicht mehr zurück.»

Ähnlich tönte es bei Barbara Geissmann (CVP): Das Projekt sei zu weit fortgeschritten, es wäre schade, es zu stoppen. «Wir müssen wohl oder übel in den sauren Apfel beissen», stellte Thomas Gremminger (Grüne) fest. Trotz einiger Fragezeichen: Das Planungsgebäude sei fertig zu bauen. Diese Meinung vertrat auch Adriaan Kerkhoven (GLP). Es handle sich um eine nachhaltige Investition. Es gelte die Revision auf eine gute Art zu Ende zu führen. Alessandra Manzelli (SP) und Konrad Zehner (EVP) hofften, dass die Lehren für die Zukunft gezogen werden. In einem solchen Fall müssten die Mehrkosten frühzeitig erkannt und kommuniziert werden.

Die FDP anerkenne die Bedeutung des Projekts, sagte Leupi Roland. Die Situation sei allerdings unbefriedigend und es seien ein paar Fragen offen: Wann wurde sich der Stadtrat bewusst, dass die Kosten aus dem Ruder laufen? Wie ist das Controlling abgelaufen? Gab es Gedanken zur Redimensionierung? Welche Folgen hätten eine Ablehnung? Sein Parteikollege Peter Haudenschild bezweifelte, dass die Beteiligten ihre Verantwortung wahrgenommen haben.

Stadtammann Daniel Moser räumte ein, dass die Kosten unterschätzt wurden. Allerdings sei nichts verheimlicht worden. Es gebe bei einem solchen anspruchsvollen und komplexen Vorhaben immer gewisse Unsicherheiten, im Verlaufe des Prozesses habe es eine neue Dimension erhalten. Die Situation sei schwierig, der Zusatzkredit ärgerlich, trotzdem sei nicht der Moment umzukehren. «Wir müssen handeln, um den weit fortgeschrittenen Prozess erfolgreich abschliessen zu können.»

Ganz anderer Ansicht war Patrick von Niederhäusern (SVP). Er sprach von einem Monsterwerk. Wohl noch niemand habe so viel Geld für eine Revision der Ortsplanung ausgegeben. Er forderte, der Stadtrat habe noch einmal hart zu verhandeln mit dem beauftragten Büro Metron. Sein Rückweisungsantrag wurde allerdings mit 12 zu 31 Stimmen abgelehnt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1