Ende August hatte die Brugger Coiffeuse Susanne Käppeli viel Zeit zum Nachdenken. Eine Operation am Ohr zwang sie zum Nichtstun. Sie schaute die Nachrichten, sah, wie die Bündner Gemeinde Bondo vom Bergsturz verwüstet wurde und viele Menschen ihr Haus verlassen mussten.

Das gab Susanne Käppeli zu denken. Nachdem sie ihre Arbeit wieder aufgenommen hatte, startete sie eine Spendenaktion für Bondo. Indem sie Haarpflegeprodukte aus dem Inventar verkaufte, sammelte sie für die betroffenen Menschen. Bis am 30. Dezember lief die Aktion. An diesem Tag konnte sie 1280 Franken an die Gemeinde Bondo überweisen. Stolz präsentiert sie den Beleg der Journalistin.

Zwar setzte sie sich zum Ziel, 2000 Franken zu sammeln. Dennoch zeigt sie sich zufrieden mit dem Erreichten. «Ich führe alleine ein kleines Geschäft, darum geht dieser Betrag absolut in Ordnung», findet sie. «Ich danke allen, die etwas dazu beigetragen haben.» Zudem habe die Aktion auch zu vielen guten Gesprächen mit den Menschen aus der Stadt geführt. «Viele haben einfach so gespendet, ohne etwas zu kaufen», sagt die Coiffeuse.

Persönlich in Bondo vorbei

Andere wiederum hätten sich skeptisch gezeigt. «Einige sagten, dass sie lieber ins Ausland spenden, weil die Menschen von Bondo ja versichert sind. Aber das stimmt halt so nicht ganz. Die Versicherungen übernehmen längst nicht alles.» Dennoch: «Wenn schon nur jeder, der an meinem Geschäft vorbeigelaufen ist, einen Franken gespendet hätte, dann wären die 2000 Franken sicher möglich gewesen.»

Die Brugger Coiffeuse hofft, dass sie im Frühling persönlich noch in Bondo vorbeigehen kann, um sich ein Bild vor Ort zu machen. «Eventuell stellt sich ja auch jemand von der Gemeinde zur Verfügung, um mir alles zu erklären und mich vor Ort herumzuführen», sagt Susanne Käppeli. Sie hatte mit der Gemeindeverwaltung bereits Kontakt aufgenommen und diese über die Spende informiert.

Mit ihrer Aktion wollte Susanne Käppeli Solidarität zeigen. Solidarität für Menschen im eigenen Land. Der Kanton Graubünden, wo die Coiffeuse gerne ihre Ferien verbringt und auch schon gearbeitet hat, liegt ihr am Herzen.