Leidenschaft
Brugger besitzt 400 Kult-Feuerzeuge: «Jedes Zippo erzählt eine Geschichte»

Fredy Hunziker sammelt Zippos – seine Sammlung umfasst inzwischen rund 400 dieser Kult-Feuerzeuge.

Louis Probst
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Zippo-Sammler Fredy Hunziker
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Zippo-Sammler Hunziker Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke "Zippo", sogenantne Zippos.
Zippo-Sammler Hunziker Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke "Zippo", sogenantne Zippos.
Zippo-Sammler Hunziker Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke "Zippo", sogenantne Zippos.
Zippo-Sammler Hunziker Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke "Zippo", sogenantne Zippos.
Zippo-Sammler Hunziker Fredy Hunziker ist ehemaliger Pöstler und sammelt Feuerzeuge der Marke "Zippo", sogenannte Zippos. Hier eine Beatles-Serie.

Zippo-Sammler Fredy Hunziker

«Ich rauche Original-Krumme», sagt Fredy Hunziker. «So bin ich auf das Zippo gekommen.» Inzwischen nimmt das aus den USA stammende Benzin-Sturmfeuerzeug im Leben – und in der Wohnung – von Fredy Hunziker breiten Raum ein. Bereits im Treppenhaus hängt ein Plakat, das für das Feuerzeug wirbt, das seit 1933 von der Zippo Manufacture Co. in Bradford in den USA hergestellt wird. Auf den Wandregalen in der Stube stehen Zippos zu Dutzenden, oft zwar etwas versteckt neben allerhand Nippes und verschiedensten Erinnerungsstücken.

«Ich bin eben ein Sammler», gesteht Fredy Hunziker, der während rund 40 Jahren als der freundliche Briefträger mit der herkulischen Figur und dem Töffli gewissermassen zum Brugger Stadtbild gehört hat. Eine weitere grosse Leidenschaft des Fredy Hunziker gehört übrigens der Musik. Davon zeugen nicht nur die unzähligen CDs in seiner Stube. «Seit 46 Jahren bin ich bei der Stadtmusik Brugg», sagt er. «Bei der Marschmusik kann ich zwar, wegen Problemen mit meinen Beinen, nicht mehr mitmachen.» An Konzerten wirkt er aber immer noch mit. Den Bass transportiert er jeweils auf dem Anhänger an seinem blauen Töffli. Fredy Hunziker fotografiert aber auch viel, er ist auf Facebook aktiv und er unternimmt gerne Ausflüge mit der Bahn.

Mehr als bloss ein Feuerzeug

Doch zurück zu den Zippos, die ihm offensichtlich besonders ans Herz gewachsen sind. Jedenfalls hängt sogar in seinem Schlafzimmer, neben Zippo-Krawatten und Zippo-Plakaten mit Werbeslogans – wie «Zippo: The Keeper of the Flame» – eine Vitrine mit den legendären Feuerzeugen. «Wenn ich so überlege, dürfte ich wohl an die 400 Zippos haben», stellt Fredy Hunziker fest. Zweifellos eine beachtliche Zahl und doch wenig, angesichts der mehr als 500 Millionen Zippos, die bis heute hergestellt worden sein sollen.

Das Zippo, das – wenn man einer beliebten Internet-Enzyklopädie Glauben schenken darf – ein gewisser George Grant Blaisdell aus einem ursprünglich in Österreich unter der Bezeichnung «Hurricane» hergestellten Feuerzeug entwickelte, nachdem er die entsprechenden Rechte erworben hatte, ist längst zum Kultobjekt geworden. «Das Zippo gehörte schliesslich auch zur Standard-Ausrüstung der GIs», erklärt Fredy Hunziker.

In seiner Sammlung finden sich nicht bloss «gewöhnliche» Zippos, sondern vor allem Exemplare der verschiedenen Sondermodelle, welche der marketingbewusste Feuerzeug-Hersteller Zippo zu bestimmten Anlässen oder Themen auf den Markt gebracht hat. So etwa das Zippo zum D-Day, oder das Zippo mit dem nach dem berühmten Pin-up-Zeichner benannten Varga-Girl oder jenes Zippo in einem Blechdöschen, das sich durch Druck auf den Deckel wie eine Schuhwichse-Dose öffnen lässt. «Eines der ältesten Zippos in meiner Sammlung ist dasjenige dort mit der Camel-Reklame», erklärt Fredy Hunziker und weist auf ein Regal an der Wand. «Das teuerste ist das mit der Rose in 18 Karat Gold. Das hat mich damals viel Geld gekostet.» Aus einer Ecke kramt er flache Schatullen hervor, in denen Sonder-Zippos auf Samt-Unterlage gebettet sind. «Diese Serie ist James Bond gewidmet. Und diese Serie hier mit den gefährdeten Tierarten macht mir besonders Freude.»

Ein ganz bestimmtes Lieblings-Zippo gibt es für den ehemaligen Briefträger Fredy Hunziker jedoch nicht. «Es sind alles meine Lieblings-Zippos», erklärt er. «Mich faszinieren die Darstellungen auf den Zippos und die Geschichten, die hinter diesen Darstellungen stehen. Jedes meiner Zippos erzählt eine Geschichte.»

In Bradford, in den USA, gäbe es sogar ein Zippo-Museum, meint er. «Das muss gigantisch sein.» Und es gibt natürlich Bücher über das Zippo. Beim Buch auf dem Tisch in Fredy Hunzikers Stube allerdings trügt der Schein. Schlägt man den Deckel auf und blättert das Vorsatzblatt um, kommen vier Zippos zum Vorschein, die an entscheidende Phasen des Zweiten Weltkriegs erinnern.

Der Weg zum Zippo

«Mein erstes Zippo habe ich in den Achtzigerjahren in Zofingen an einem Kiosk gekauft», erinnert sich Hunziker. «Ich hatte festgestellt, dass es ein Original ist. Es gibt ja auch Fälschungen. Die Originale lassen sich aber am Schriftzug erkennen und an den Innereien. Zippo verspricht auch eine lebenslange Garantie mit dem Slogan: Es funktioniert oder wir flicken es gratis.» Seine Sammlung werde ihn wohl an die 30 000 Franken gekostet haben, meint der 61-Jährige eher nachdenklich. «Bei einem Verkauf würde ich allerdings vielleicht noch zehn oder zwanzig Prozent des Kaufpreises erhalten. Den Sammlerwert zahlt einem niemand.» Ein Verkauf ist für Fredy Hunziker jedoch kein Thema. Im Gegenteil.

«Wenn mir ein Zippo über den Weg läuft, das mir gefällt und das ich noch nicht habe, greife ich zu. Hohe Preise zahle ich allerdings nicht. Ich habe nur ein kleines Budget zur Verfügung.» Für Fredy Hunziker sind die Zippos aber nicht nur als Sammel-, sondern auch als Gebrauchsobjekte von Bedeutung – nicht bloss beim Anzünden einer «Krummen». «Wenn mir im Advent die Kerzen ausgehen, lasse ich eben Zippos brennen», meint er pragmatisch. «Das sieht wunderschön aus.»