KMU-Bilanz

Brugger Baugewerbe als Motor im letzten Geschäftsjahr

Das Baugewerbe blickt in der Region Brugg auf ein überdurchschnittliches Geschäftsjahr zurück. (Symbolbild)

Das Baugewerbe blickt in der Region Brugg auf ein überdurchschnittliches Geschäftsjahr zurück. (Symbolbild)

Die KMU der Region Brugg hatten ein anständiges Geschäftsjahr 2014. Hauptverantwortlich dafür war das Bauhaupt- und Nebengewerbe. Die Aussichten für 2015 sind durchzogen.

Alljährlich befragt KMU Region Brugg, die Dachorganisation der fünf Gewerbevereine der Region, ihre Mitglieder zum Stand der Geschäfte. Gemäss den Ergebnissen der diesjährigen Umfrage muss das zurückliegende Geschäftsjahr ein gutes gewesen sein: Unter dem Strich vermelden die Firmen einen Positivsaldo in der Beschäftigung, beim Umsatz und auch beim Gewinn.

Allerdings ergibt die Auswertung nach ausgewählten Branchen ein differenziertes Bild. Eindeutig überdurchschnittlich trägt das Bauhaupt- und Nebengewerbe zum positiven Gesamtbild bei. In allen Kategorien – Beschäftigung, Umsatz, Gewinn – schliesst die Branche überdurchschnittlich gut ab. Am eindrücklichsten ist die Bilanz der Branche für den Arbeitsmarkt: Nur 4 Prozent der Firmen haben Stellen abgebaut, 48 Prozent dagegen haben den Personalbestand erhöht.

Weniger gut schloss der Detailhandel das Geschäftsjahr 2014 ab. In dieser Branche fällt auf, dass die Zahl der Firmen, die von einem konstanten Geschäftsgang berichten, sehr klein ist. Die Branche ist von Schwankungen beim Umsatz und beim Gewinn überdurchschnittlich betroffen – und sie schafft kaum neue Arbeitsplätze. «Der Detailhandel unserer Region wird derzeit dreifach herausgefordert», sagt dazu Jürg Michel, Leiter Treuhand der OBT AG Brugg: «Der Online-Handel nimmt zu, der Einkauf von Produkten des gehobenen Bedarfs verlagert sich in die Grossstädte, und der Einkaufstourismus wird wegen des schwachen Euros für die Konsumenten immer verlockender.» Seit dem 15. Januar 2015 – damals entschied die Nationalbank, den Wechselkurs Franken-Euro freizugeben – ist das Business für den grenznahen Detailhandel nochmals härter geworden.

Problem Währungssituation

Dazu Michael Walser, Präsident der Vereinigung Neumarkt Brugg, und Sportfachhändler: «Die Währungssituation wird unseren Detailhandel allgemein negativ beeinflussen. Wie heftig sich dies auf den Umsatz auswirkt, hängt aber sehr stark von den verschiedenen Branchen und dem Bekanntheitsgrad des Geschäftes ab. Geschäfte, die sich das Thema Kundenbindung in den letzten Jahren gross auf die Fahne geschrieben haben, werden von Umsatzrückgang nicht so stark betroffen sein.»

Vergleichsweise konstant verlief das Jahr für die Dienstleister der Region. Per Saldo haben sie neue Stellen geschaffen und den Umsatz erhöhen können, nicht aber den Gewinn. Jürg Michel: «Auch Dienstleistungen sind heute einem verschärften Wettbewerb ausgesetzt und stehen unter Margendruck.»

Vorsichtig optimistisch

In ihren Erwartungen für das Geschäftsjahr 2015 sind die Firmen der Region Brugg vorsichtig optimistisch und zählen dabei vor allem auf eine anhaltend solide Nachfrage des regionalen Markts. Immerhin ein Drittel der Unternehmen (34 Prozent) rechnet damit, den Umsatz erhöhen zu können und plant entsprechend auch eine Erhöhung der Investitionen (27 Prozent).

Weniger günstig sind die Aussichten für Stellensuchende: Zwar planen 13 Prozent der Firmen, zusätzliche Stellen zu schaffen, allerdings prognostizieren gleichzeitig 9 Prozent der Firmen einen Stellenabbau. Paul Stalder, Leiter KMU Region Brugg, resümiert: «2015 wird für die KMU unserer Region ein Jahr der Bewährung. Viele Rahmenbedingungen sind unstabil geworden. Ideen, Unternehmergeist und Optimismus sind jetzt gefragt.» (az)

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