Voléro Zürich. Ein grosser Name im Schweizer Volleyballsport, mit einem grossen Namen an der Führungsspitze. Stav Jacobi, ein ehemaliger Profispieler, Bruder eines reichen russischen Immobilienhändlers und ehemaligen Beraters der russischen Regierung, heute ein eingebürgerter Schweizer. Stav Jacobi, ein Macher, ein Antreiber, ein Unermüdlicher und ein Perfektionist.

Und genau darum will der Präsident von Voléro Zürich seinen Teams perfekte Trainingsbedingungen bieten. Heute sind die Trainings in den unterschiedlichsten Hallen in Zürich, ein ständiger Wechsel ist nötig. Das soll in Zukunft nicht mehr sein. Mit einer neuen Halle in der Stadt Zürich und Umgebung soll diesem Problem Abhilfe geschafft werden.

Die Anforderungen an die neue Trainingshalle für den Volleyballklub, dessen Profi-Team regelmässig in der Champions League anzutreffen ist, sind hoch. So verlangt Voléro vom Architekten, dass die Halle modular ausbaubar ist und dass in Etappen gebaut werden kann.

In einer ersten Etappe sollen zwei bis drei Volleyballfelder, eine Garage für zwei Team-Cars, ein Aufenthalts- und Konferenzraum, ein Wellness- und Fitnessbereich und eine Galerie für Trainer, Beobachter und Stab entstehen. Und dies in «einer sehr schnellen Bauzeit», wie aus dem Vorgaben-Katalog zu entnehmen ist. Die Vorgabe für die Fassade: Sie muss medial wirksam und zweckmässig sein.

Dieser Herausforderung hat sich Architekt Beat Klaus vom Architektur-Büro Architheke in Brugg angenommen. Gemeinsam mit der Fricktaler Firma Häring AG, die auf Holzbauten spezialisiert ist, hat er am Wettbewerb für die Trainingshalle teilgenommen und prompt gewonnen. Das war im Mai 2014.

Beat Klaus arbeitet schon länger mit der Firma Häring zusammen. Gemeinsam haben die beiden Firmen eine Idee entwickelt, wie Turnhallen wirtschaftlich gebaut werden können. Es gibt vorgefertigte Modulhallen, die nur noch umgesetzt werden müssen. «Dadurch können wir die Hallen auch zu günstigeren Fixpreisen anbieten», sagt Beat Klaus.

Das Geheimnis der Modulhalle, die bereits als Prototyp in Kaisten steht, sind der einfache Ausbaustandard und die Ästhetik. Eine Herausforderung wird für den Architekten der Lichteinfall. Damit das Profi-Volleyballteam immer zu den gleichen Bedingungen trainieren kann und auch nicht geblendet wird, ist eine spezielle Architektur erforderlich, die das Licht nur indirekt durchlässt.

Einen Haken, wenn nicht sogar zwei, hat das Projekt allerdings: Erstens geht es nicht weiter, weil für die Trainingshalle noch kein Baugrund gefunden wurde. Zurzeit sind Abklärungen mit verschiedenen Gemeinden im Gang. 2016 hätten ursprünglich die Volleyballerinnen das Training in der Halle aufnehmen sollen. Doch das ist heute nicht mehr realistisch, meint Beat Klaus. Das zweite Problem: Erst vor kurzem sind die Träume einer Wettkampfhalle, die Voléro gemeinsam mit dem Eishockeyklub ZSC Lions betreiben wollte, geplatzt. Es ist unklar, wie es in Zukunft weitergehen soll.

Dafür beginnt Beat Klaus nun zu träumen: «Wir hoffen jetzt natürlich, dass wir allenfalls gleich noch eine Wettkampfhalle für Voléro bauen können.» Doch vorerst gilt es abzuwarten. Zu warten darauf, ob ein Fleck Land gefunden wird und wie Stav Jacobi nun das Problem mit der Wettkampfhalle lösen will.