Brugg/Schinznach-Bad
Brugger Angestellte sind bei der Fusion klar im Vorteil

Der Zusammenschluss nimmt Form an – nun liegen zwei weitere Berichte vor.

Janine Müller
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Am Freitag entscheiden der Einwohnerrat in Brugg sowie die Gemeindeversammlung in Schinznach-Bad über den Zusammenschlussvertrag. SEVERIN BIGLER

Am Freitag entscheiden der Einwohnerrat in Brugg sowie die Gemeindeversammlung in Schinznach-Bad über den Zusammenschlussvertrag. SEVERIN BIGLER

SEVERIN BIGLER

Am Montag hat die Projektleitung der Fusion von Brugg und Schinznach-Bad zwei weitere Berichte verabschiedet. Einerseits jenen zu den Behörden, andererseits jenen zur Verwaltung. Der Grössenunterschied zwischen den beiden Gemeinden wird vor allem im Vergleich der Verwaltungen deutlich: Die Stadt Brugg beschäftigt insgesamt 104 Personen, was 9605 Stellenprozenten entspricht. Nicht miteinberechnet sind die acht Lernenden sowie das Reinigungspersonal, nebenamtliche Hauswarte, die Badi-Kassierinnen und das im Stundenlohn angestellte Personal an der Schule. Im Vergleich: Die Gemeinde Schinznach-Bad beschäftigt 6 Personen, was 560 Stellenprozenten entspricht. Ebenfalls nicht miteinbegriffen ist das Reinigungspersonal sowie der Lernende.

Bei einer allfälligen Fusion soll die Gemeindeverwaltung von Schinznach-Bad gemäss Abschlussbericht vollständig in diejenige der Stadt Brugg integriert werden. Die Verträge der Gemeinde Schinznach-Bad werden vor dem Zusammenschluss gekündigt. Das betrifft beispielsweise den Vertrag mit Niederlenz bezüglich Betreibungsamt.

Keine Arbeitsplatzgarantie

Für das Personal von Schinznach-Bad hat die Fusion Konsequenzen: Die 625 Stellenprozente (inklusive Reinigungskräfte) werden im Umfang von 425 Stellenprozenten in die Stadtverwaltung Brugg integriert. Die Differenz könne grundsätzlich eingespart werden. Und: «Für das Personal der Gemeinde Schinznach-Bad kann keine Arbeitsplatzgarantie abgegeben werden», heisst es im Bericht. Geprüft werde die Übernahme des Bauamtsmitarbeiters von Schinznach-Bad in den Werkdienst der Stadt Brugg. Sollte sich im Rahmen der Umsetzung der Fusion eine Kündigung in der Stadtverwaltung Brugg abzeichnen, würde geprüft, ob die Stelle mit Personal der Gemeinde Schinznach-Bad besetzt werden kann und gleichzeitig das von ihr betreute Arbeitsgebiet vor dem Fusionszeitpunkt in die Stadtverwaltung Brugg integriert werden könnte.

Als Vorteile des Zusammenschlusses werden die Spezialisierung des Personals, das vertiefte Fachwissen sowie die Aufstiegsmöglichkeiten genannt. Zudem werde in jedem Bereich eine Stellvertretung gewährleistet. Weiter könnten rund 200 000 Franken eingespart werden. Als Nachteil aufgeführt wird, dass beispielsweise die Ortskenntnisse, das Wissen über Familienstrukturen und die Probleme der Einwohner auf der Verwaltung verloren gehen. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass Mitarbeitende von Schinznach-Bad bereits vor der Fusion kündigen. Dieser Umstand könne mit Leistungen zugunsten des Personals entgegengewirkt werden. Im Bericht heisst es, dass bis zu einem Viertel der gesamten Zusammenschlusspauschale des Kantons an die Fusion zugunsten des Personals verwendet werden kann. Bezüglich Behörden wurde bereits im Vorfeld informiert, dass es bei einer Fusion keine Neuwahlen gibt. Bei Vakanzen allerdings werden die Ersatzwahlen über das ganze Gemeindegebiet stattfinden.

Als Vorteil einer Fusion führt die Arbeitsgruppe an, dass Schinznach-Bad als Teil eines grösseren Gebildes an Bedeutung gewinnt. Zudem werde die Suche nach Behördenmitgliedern vereinfacht und gegenüber Kanton und Bund könne mehr Einfluss genommen werden. Die Stadt Brugg gewinne Standortvorteile durch das Thermalbad und den Golfplatz von Schinznach-Bad. «Dies kann längerfristig zu einem Markenzeichen der Stadt Brugg führen», heisst es im Bericht.

Als Nachteile erachtet die Arbeitsgruppe, dass die persönliche Nähe und die aktive Teilnahme an der politischen Willensbildung für Schinznach-Bad teilweise verloren gehe, da die Gemeindeversammlung durch den Einwohnerrat ersetzt wird. Damit die Bevölkerung von Schinznach-Bad gut integriert wird, sollen gemeinsame Veranstaltungen nach der Abstimmung durchgeführt werden.