Brugg
Brugger Altstadt wird mit Wäsche zum Leben erweckt

Brugg feierte den ersten «Brugger Wöschtäg» mit einem reichhaltigen Festprogramm. Zahlreiche Darbietungen und kulinarische Leckerbissen lockten in die Altstadt.

Jessica Dubois
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 Dank den „Brugger Wöschtäg“ erwachte die Altstadt zum Leben
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 Die Altstadt konnte durch einen Abstieg in das ehemalige Löschwasserbecken vor dem „Erdbeeribrunnen“ sogar unterirdisch erkundigt werden
Anlässlich der ersten «Brugger Wöschtäg» lockte die Altstadt am vergangenen Samstag mit einem reichhaltigen Festprogramm.
 Das Quartett „Terrae“ reiste eigens für die „Brugger Wöschtäg“ aus dem Tessin an und erfreute die Altstadtbesucher mit Liedern aus aller Welt
 Die Brugger Altstadt wurde zum Ort der Begegnung
 Während der Brunnenführung durch Titus Meier und Konrad Zehnder erfuhren die Anwesenden spannende Details aus dem einstigen Altstadtleben
 Bereits seit einer Woche flatterte die Wäsche der Altstadtbewohner zwischen den Gassen und wies die Besucher darauf hin, dass hier Leben pulsiert

Dank den „Brugger Wöschtäg“ erwachte die Altstadt zum Leben

Jessica Dubois

«Hast Du unsere Gasse gesehen? Ich finde sie total schön!», stellte eine Altstadtbewohnerin anlässlich der ersten «Brugger Wöschtäg» bewundernd fest. Tatsächlich, die Altstadt bot ein ungewohnt sehenswertes Bild: Während in luftiger Höhe bunte Wäsche flatterte, wurden die Gassen durch zahlreiche künstlerische Darbietungen belebt. «Wir wollen unsere Umgebung nicht nur verschönern, wir wollen ihr auch eine Form geben. Zeigen, wer hier lebt und arbeitet. Zeigen, welche Vielfalt an Können und Kreativität vorhanden ist», so Julia Grieder vom siebenköpfigen OK.

Symbolkräftige Wäscheleinen

Offiziell eröffnet wurde dieses von Stadtammann Daniel Moser, für den die gespannten Wäscheleinen ein Sinnbild für das gemeinsame Leben in der Altstadt sind: «Die dreckige Wäsche symbolisiert jene Probleme, die wir anpacken müssen. Dass wir dies gemeinsam tun müssen, darauf weisen uns die häuserverbindenden Wäscheleinen hin. Die Wäscheklammern stehen für den Zusammenhalt. Und schliesslich die saubere Wäsche als ein Zeichen der reinen Lebensfreude.» Diese Lebensfreude war denn auch wirklich spürbar.

Sowohl Altstadtbewohner wie auch Auswärtige genossen es, durch die Gassen zu flanieren, kulinarische und musikalische Leckerbissen zu geniessen und sich immer wieder Zeit für einen Schwatz mit Bekannten zu nehmen. Bereichert wurde das Fest unter anderem durch eine Brunnenführung von Titus Meier und Konrad Zehnder, die mit ihren bildhaften Erklärungen die aufmerksamen Anwesenden in die vergangenen Zeiten zu versetzten vermochten.

Drei Waschhäuser

«Früher spielten die Brunnen eine zentrale Rolle im Leben der Altstadtbewohner. Hier wurde nicht nur das Wasser für den täglichen Gebrauch geholt, sondern auch immer die wichtigsten Neuigkeiten ausgetauscht», so Meier in Anbetracht der geschichtsträchtigen Brunnen. Wer sich hingegen vorgestellt hatte, dass die Mägde jeweils fröhlich singend am Brunnen die Wäsche wuschen, irrte sich. Laut Meier gab es aus hygienischen Gründen äusserst strenge Regeln für den Gebrauch der Brunnen, die bei Überschreitungen zu saftigen Bussen führen konnten.

Für das Wäschewaschen wurden deshalb von der Stadt drei Waschhäuser zur Verfügung gestellt. Über den ungewohnten Rummel in der Altstadt zeigten sich sowohl Altstadtbewohner wie auch Ladenbesitzer erfreut. So meinte Ruth Müller vom «Manuelle» strahlend: «Normalerweise ist die Altstadt am Samstag ausgestorben. Doch heute lebt sie!» Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft weitere «Wöschtäg» die Altstadt beleben werden.