Brugg

Brugger Adolf-Stäbli-Gemälde sind 2015 im Aargauer Kunsthaus

Museumsleiterin Marie-Anne Pinheiro vor einem Bild von Adolf Stäbli im Brugger Stäbli-Stübli.

Museumsleiterin Marie-Anne Pinheiro vor einem Bild von Adolf Stäbli im Brugger Stäbli-Stübli.

Im Januar 2015 plant das Aargauer Kunsthaus eine grosse Adolf Stäbli-Ausstellung. Das Brugger Stäbli-Stübli wird deshalb Gemälde dem Kunsthaus ausleihen. Das sei eine grosse Chance, findet Stäbli-Museumsleiterin Anne-Marie Pinheiro.

Der Unterschied zwischen draussen und drinnen war minim. Wer vor einigen Tagen das Heimatmuseum im alten Zeughaus an der Unteren Hofstatt aufsuchte, merkte: Aha, auch hier ist es kalt. Jetzt ist das anders. Die Tage sind sonnig und damit warm. Dann tut Kühle gut. Aber nicht nur deswegen sollte man das Erdgeschoss im Zeughaus aufsuchen.

Dass es dort vielfältige Objekte wie etwa Waffen, Dokumententruhen, Zinngeschirr und Handwerkgeräte birgt, ist bekannt. Aber derzeit wird der Gast mit anderem überrascht und das hat mit dem 50-Jahr-Jubiläum zu tun. 1964 wurden das Heimatmuseum im Parterre und im 2. Stock sowie das Stäbli-Stübli auf der 1. Etage eröffnet.

Im Erdgeschoss fällt der Blick der Besucherin zuerst auf Fotos, vielmehr eine fotografische Intervention des Brugger Fotografen und Wissenschaftlers Peter Munz. Sie zeigen Brugg – in der Vergangenheit und in der Gegenwart; jeweils aufgenommen von einem bestimmten Standort. Frappant, welche Veränderungen die Stadt mitgemacht hat.

«Wir haben nur ein kleines Budget für das Jubiläum», sagt Marie-Anne Pinheiro-Fankhauser, seit April 2013 Leiterin von Heimatmuseum und Stäbli-Stübli. Munz’ Fotos sollen den Anstoss geben, über Brugg nachzudenken und die Stadt neu zu entdecken. Entdeckungen macht man jedoch auch im ersten Stock.

Bald ein sanfter Umbau

Der Gast reibt sich zunächst verwundert die Augen. So kennt er das Stäbli-Stübli nicht: entschlackt und mit weit weniger Gemälden als in Erinnerung. Dabei weist das kleine, feine Museum, in dem auch Ziviltrauungen stattfinden, 46 Gemälde und Skizzen auf, wovon allein 30 von Alfred Stäbli stammen. Der berühmte Brugger (1842–1901) galt um 1900 als einer der bedeutendsten Schweizer Landschaftsmaler.

Marie-Anne Pinheiro lächelt: Sie hat schon oft in erstaunte Gesichter gesehen. Nein, es handle sich um keine Sinnestäuschung. «Wir schufen Platz für weniger Bilder», betont die Museumsleiterin, «vor allem sollten keine Gemälde mehr am Boden stehen.» Überhaupt soll in Zukunft einiges ändern im Stäbli-Stübli, aber das ganz subtil.

So werden beispielsweise die jetzigen, das harmonische Ambiente des Raumes trübenden Aktenschränke verschwinden. Marie-Anne Pinheiro zeigt auf die Fenster mit ihren Gitterstäben. Auch diese sollen das Blickfeld nicht mehr beeinträchtigen – weil eine künstliche Wand eingezogen werden soll. Damit verändern sich die Lichtverhältnisse – hin zum Positiven. Nicht bloss das. Auch von der Temperatur her dürften das Stäbli-Stübli und damit die heiklen Gemälde gewinnen.

«Eine konstante Temperatur ist wichtig», betont Pinheiro, «denn wir befinden uns hier in altem Gemäuer. Gemälde und Skizzen sind deshalb sehr empfindlich.» Wann wird der Umbau begonnen; wann wird er abgeschlossen sein? Das wird man sehen – noch ist das Baugesuch hängig.

«Das ist eine einmalige Chance»

Ob die angestossene sanfte Verwandlung des Saals mehr Besucher anlockt? Vielleicht gibt etwas anderes den Anstoss für Kunstinteressierte, einen längeren Zwischenhalt in Brugg einzulegen. «Im Januar 2015 plant das Aargauer Kunsthaus eine grosse Stäbli-Ausstellung», sagt Anne-Marie Pinheiro. Die Freude steht der Museumsleiterin ins Gesicht geschrieben, denn das Stäbli-Stübli soll mit von der Partie sein: «Der Stadtrat Brugg muss den Leihgaben nur noch zustimmen.»

Das Gastspiel der Brugger Stäbli-Bilder im renommierten Kunsthaus bezeichnet Marie-Anne Pinheiro «als einmalige Chance», die das Stäbli-Stübli weithin bekannter machen könnte. Die Museumsleiterin ist bei ihrer Arbeit übrigens nicht nur von Originalen umgeben, sondern auch von der Kopie eines Stäbli-Gemäldes.

Wie das? «Nun, wir haben es im Rahmen kleinerer Schenkungen, die zu uns gelangen, bekommen.» Auch dies ist ein Zeichen, dass ein Museum nie stillsteht – auch nicht im Hinblick auf Marie-Anne Pinheiros sehr vorsichtig formulierter «Vision eines Stadtmuseums.»

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