Brugg
Brugg zeigt den Bürgern, was sie zur Energiewende beitragen können

Wie kann Energie gespart werden? Wie können erneuerbare Energien effizient eingesetzt werden? Mit einer Energieplanung zeigt der Stadtrat Brugg auf, wo Potenzial besteht und wo er Prioritäten setzen will.

Michael Hunziker
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Verschiedene Solaranlagen sind bereits in Betrieb – wie diejenige auf der Garderobe im Stadion Au. mhu

Verschiedene Solaranlagen sind bereits in Betrieb – wie diejenige auf der Garderobe im Stadion Au. mhu

Michael Hunziker

Erarbeitet wurde die Energieplanung mit Vertretern der Stadt und der Industriellen Betriebe Brugg (IBB). Vizeamman Andrea Metzler bezeichnet den Bericht als eine wichtige Grundlage, die es in Zukunft ermöglichen wird, Massnahmen im Bereich Energieeffizienz und Klimaschutz zielgerichtet und koordiniert umzusetzen.

Damit leiste Brugg einen ersten Beitrag zur Energiewende im Sinne der Energiestrategie des Bundesrats. Zur Erinnerung: 2011 beschlossen Bundesrat und Parlament, schrittweise aus der Kernenergie auszusteigen.

Bewohner haben rasch Überblick

Für die Stadtbewohner liegt der Nutzen der Energieplanung laut Andrea Metzler auf der Hand: Sie können sich rasch einen Überblick über bestehende Energiepotenziale verschaffen. Dank Karten werde sichtbar, ob im Bereich ihrer Liegenschaft Erdwärme genutzt werden könne und ob das Grundstück generell für Solarenergienutzung geeignet sei. «Zudem sind einige Gebiete mit Energiepotenzialen als Nahwärmeverbunde gekennzeichnet. In diesen Gebieten lohnt es sich, diese Option im weiteren Planungsverlauf zu prüfen.»

Auch die Behörden erhalten, fährt Andrea Metzler fort, Hinweise darauf, wo Effizienzpotenziale vorhanden sind. Als Beispiel nennt sie den Nahwärmeverbund, der im Bereich der Schulanlage Langmatt bei einer Sanierung der bestehenden Heizzentrale denkbar ist.

Sowieso: Interessant für die Energieplanung sind gemäss Vizeammann Metzler die Gebiete, «in denen grössere Bauaktivitäten geplant sind und Energieeffizienzpotenziale vorhanden sind, die auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erschlossen werden können. In diesen Gebieten wurden Nahwärmeverbunde als Option vorgeschlagen, welche es zu prüfen gilt.» Die «raumbezogenen Massnahmen» sollen schliesslich in den Prozess der Ortsplanung unter dem Titel «Raum Brugg Windisch» einfliessen.

Windisch als Vorbild

Grosses Potenzial sieht Andrea Metzler in der Umstellung des Standardstromprodukts auf erneuerbare Energien. Bereits einige Gemeinden wie auch Windisch haben diese Massnahme umgesetzt.

Einige Projekte konnten in den letzten Jahren realisiert werden. Andrea Metzler erwähnt die energieeffiziente Strassenbeleuchtung, die Solaranlagen, den Energieunterricht in den Schulen sowie die Sanierungen von Liegenschaften. Zudem beziehe die Stadt für die Strassenbeleuchtung und die Schulanlagen Strom aus erneuerbaren Energien.

Auch Gewerbe ist gefordert

Für Andrea Metzler steht genauso fest: «Die Stadt hat jedoch nur einen Teil der möglichen Einsparpotenziale in der Hand. Mit der Energieplanung möchte der Stadtrat auch Private und das Gewerbe motivieren, eine Standortbestimmung durchzuführen und Massnahmen zu rationeller Energienutzung in die Investitionsplanung miteinzubeziehen.»

Eine Herausforderung ist gemäss Andrea Metzler die Sanierung des Gebäudebestands. «Heute gibt es bereits Sanierungsobjekte, die fast keine Energie mehr beziehen.» Allerdings: Mit einer Sanierungsrate von unter 1 Prozent werde es noch rund 100 Jahre brauchen, bis alle Häuser saniert sind. Durch den Aufbau einer Energiefachstelle bei den IBB sollen die Hauseigentümer bei Sanierungsbemühungen unterstützt werden.