Die Stadtfest-Fieberkurve steigt in Brugg: Ganz unter dem Titel «Verfärbt» soll an den beiden Wochenenden Ende August während sechs Tagen Farbe in die Region gebracht, das Motto kreativ umgesetzt werden: schräg, mutig und offen, selbstbewusst und auffällig. Einen ganz wichtigen Anteil am guten Gelingen haben, ist sich OK-Präsident Jürg Baur bewusst, die Beizen- und Barbetreiber. Ihr Auftritt, ihr Engagement sorge für einen bleibenden Eindruck. Miteinander soll eine tolle Geschichte geschrieben, ein tolles Fest auf die Beine gestellt werden, so Baur.

Ins Salzhaus eingeladen wurde kürzlich zum Gastro-Informationsabend. Rund 120 Interessierte liessen sich aus erster Hand auf den aktuellen Stand bringen bei Themen wie Baurichtlinien und Verkehrskonzept oder Getränke und Mobiliar.

Luca Hänni, Stress, Steff la Cheffe?

Nach drei Jahren Planung könnten nun die Tage gezählt werden bis zum Grossanlass, stellte OK-Präsident Baur fest. Urs Herzog, im OK zuständig für den Bereich Festbetrieb, pflichtete bei: Die Konzeptphase werde verlassen und es werde in die Realisierungsphase getreten. Sowohl die Beizen- als auch die Bühnen-Zonen sind definiert.

Betrieben werden während des gesamten Fests drei kleinere Bühnen sowie zwei Grossbühnen im Simmengut und in der Hofstatt. Ziel sei es ein breites Programm zu bieten, das viele anspreche und anziehe, sagte Hanspeter Brunner, der verantwortlich zeichnet für Unterhaltung und Events. Neben regionalen und lokalen Künstlern – «es soll immer etwas laufen» – treten jeweils freitags und samstags Top-Acts auf. Brunner nannte mögliche Namen wie Luca Hänni, Stress, Steff la Cheffe oder James Gruntz. Die Planung komme in die finale Phase.

Zurück zum Gastro-Bereich: Bei insgesamt 63 angemeldeten Betrieben müsse niemand verdursten, versprach Herzog. 10 Restaurants und Bars werden sogar über zwei Stockwerke verfügen. Entlang von Haupt- und Laurstrasse, freute sich Herzog, entstehe so ein neues Stadtbild, ein «Klein-Manhattan».

Das Motto «Verfärbt» sowie die fünf im Festperimeter festgelegten Farbzonen sollen nicht als Zwang, sondern als Motivation verstanden werden, erklärte Maya Rey vom Ressort Marketing und Kommunikation. Sie hoffe auf eine Umsetzung mit Freude und Schwung, um dem Fest ein Gesicht zu geben, für Leben und damit auch für Erfolg zu sorgen.

Fast alles ist möglich

Bei der Infrastruktur sei fast alles möglich, führte Werkdienstleiter Roger Brogli aus. Die Betreiber müssten bei Bedarf aber frühzeitig den Kontakt suchen zum OK. Beim Aufbau darf gezählt werden auf die Unterstützung des Zivilschutzes Brugg Region. Zur Infrastruktur gehören wird ebenfalls ein Lunapark samt Riesenrad, von dem die ganze Stadt überblickt werden kann. «Das ist sicher eine Attraktion», zeigte sich Brogli überzeugt.

Um die Abfallmenge zu reduzieren und Scherben zu verhindern, setzt das OK im Strassenverkauf auf Mehrweg-Becher mit Depot. Für die Getränke werden Mindestpreise festgelegt, denn die Gastro-Betreiber sollen sich nicht konkurrenzieren über den Preis, sondern die Attraktivität. Die Betreiber, betonte der Festbetrieb-Verantwortliche Urs Herzog, seien dafür verantwortlich, dass die Jugendschutzbestimmungen eingehalten werden. Es könne Kontrollen geben mit Testkäufen. Die Lieferung von Getränken und Mobiliar übernehmen die ortsansässige Meier Getränke AG zusammen mit der Müllerbräu aus Baden.

Während Fest komplett gesperrt

Mit dem Baubeginn ab Freitag, 16. August, herrscht in Brugg ein Einbahn-Verkehrs-Regime, wie es bekannt ist von den Markttagen. Die entsprechende Karte wird auf der Website www.stadtfest-brugg.ch aufgeschaltet. «Alle sollen wissen, wo sie durchfahren können: Anwohner, Gewerbetreibende sowie Beizen-Betreiber», sagte René Schneider, vom Ressort Verkehr und Sicherheit. An den Wochenenden ist das Festgelände für den Verkehr komplett gesperrt. Für die Sicherheit und Überwachung sorgen die Blaulichtorganisationen sowie ein Sicherheitsdienst, so Schneider. Der Abbau wiederum muss abgeschlossen sein bis Mittwoch nach dem Fest.

Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, unter anderem zu Themen Mehrweg-Becher, Festführer und Werbung. Also ganz im Sinne des OK, das sich – wie Urs Herzog zu Beginn festhielt – keine Ein-Weg-Kommunikation wünscht mit Ausführungen, was zu tun und zu unterlassen sei, sondern Feedbacks, um sich verbessern zu können.

Der zweite Gastro-Informationsabend findet statt am 19. Juni, 19 Uhr, im Salzhaus.