Die Schulraumplanung in Brugg ist ein komplexes Unterfangen. Denn mit dem Systemwechsel «2-6-3» (2 Jahre Kindergarten, 6 Jahre Primarstufe, 3 Jahre Oberstufe) kann es bei den Schulräumen zu Nutzungsveränderungen, Ergänzungen, Erweiterungen, Ersatzbauten oder Sanierungen kommen. Diese Massnahmen – soviel vorweg – gehen ins Geld.

An einer Informationsveranstaltung am Dienstag sind die Lehrpersonen sowie die Vertreter von Schulleitungen und Behörden detailliert über die anstehenden Herausforderungen ins Bild gesetzt worden.

Eine rollende Planung

Willi Kohler, Bereichsleiter Liegenschaften und Anlagen in der Abteilung Planung und Bau, präsentierte den Masterplan und wies darauf hin, dass der gesamte Prozess Jahre dauern werde.

Es müsse abgeklärt werden, welche Massnahmen zu welchem Zeitpunkt sinnvoll seien. Die einzelnen Projekte würden dann jeweils dem Stadtrat und dem Einwohnerrat vorgelegt und sie müssten genehmigt werden.

Kurz: «Es ist keine einfache Arbeit», stellte Kohler fest. Er sprach von einer rollenden Planung. In einigen Bereichen gebe es Unsicherheiten und verschiedene mögliche Varianten.

Cédric Perrenoud vom Ingenieur-, Planungs- und Beratungsbüro Basler und Hofmann aus Zürich zeigte auf, dass mit Gesamtinvestitionen von fast 20 Mio. Franken gerechnet werden muss. Rund die Hälfte werde beim Systemwechsel auf das Schuljahr 2014/15 fällig.

Erster Kredit in diesem Jahr

Der Stadtrat habe den Masterplan geprüft und das Gesamtentwicklungskonzept befürwortend zur Kenntnis genommen, hielt Stadträtin Andrea Metzler fest. Sie versicherte, dass die einzelnen Teilprojekte genau auf ihre Notwendigkeit überprüft würden.

Noch in diesem Jahr soll der Einwohnerrat Brugg über einen ersten Kredit entscheiden – für einen Wettbewerb für die Sanierung und Erweiterung des Stapferschulhauses. Es mache Sinn, so Andrea Metzler, dem Einwohnerrat nicht einfach die fixfertigen Ergebnisse vorzulegen, sondern abzuklären, ob der Stadtrat auf dem richtigen Weg sei.

Die Stadträtin erinnerte daran, dass der Einwohnerrat im Januar 2012 den Planungskredit für die Schulraumplanung bewilligte. In der Folge fanden die Projektgruppensitzungen statt und es wurde das Gesamtentwicklungskonzept erstellt.

Es sind laut Metzler verschiedene Faktoren berücksichtigt worden und es sei abgeklärt worden, was pädagogisch, organisatorisch und wirtschaftlich denkbar sei.

Cédric Perrenoud führte aus, dass für die Schuleinheiten – Zentrum, Bodenacker, Au-Erle-Langmatt und Umiken – der Ist-Zustand erfasst, eine Analyse der Raumsituation und des Bedarfs vorgenommen und die langfristige Entwicklung der Schülerzahlen miteinbezogen wurden.

Anders gesagt: Der Fachplaner schilderte, wo der Druck zunimmt oder wo mit einer Entlastung zu rechnen ist, an welchen Standorten es also bereits eng ist oder wo der Platz knapp werden kann, welches Potenzial vorhanden ist und wie die Prognosen lauten könnten.

«Lehrpersonen sind verunsichert»

Sowohl Gesamtschulleiter Peter Merz als auch Schulpflegepräsidentin Doris Erhardt lobten die gute Zusammenarbeit mit dem Stadtrat und dem Fachplaner. Viele Ideen seien aufgenommen, viele Anliegen unterstützt worden.

Als grosse Herausforderung im Zusammenhang mit dem Schulsystemwechsel bezeichnete Merz die Personalplanung. In diesem heiklen Bereich gelte es mit Sorgfalt und Weitsicht vorzugehen. «Die Lehrpersonen sind verunsichert.»

Doris Erhardt äusserte sich erleichtert darüber, dass mit genügend Schulraum ins Schuljahr 2014/15 gestartet werden kann. Sie ist zuversichtlich, dass auch in Zukunft die nötigen Räume in adäquater Form bereitgestellt werden können.