Brugg-Windisch
Brugg-Windisch ist eine Kernstadt von kantonaler Bedeutung

Daniel Moser, Präsident des Planungsverbands Brugg Regio, erklärt, weshalb die Aussagen im kantonalen Richtplan-Entwurf Motivation und Herausforderung gleichermassen sind.

Michael Hunziker
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Brugg-Windisch wird im Richtplan-Entwurf als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt bezeichnet.

Brugg-Windisch wird im Richtplan-Entwurf als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt bezeichnet.

az-Archiv/rei

Hüben und drüben werden die Weichen für die Zukunft gestellt: Ortsplanung in Brugg und Windisch, Masterplan für das Reichholdareal in Hausen und Lupfig. Auch der Entwurf des kantonalen Richtplans liegt in den Aargauer Gemeinden bis 20. September zur Vernehmlassung und Mitwirkung auf. Im Richtplan wird das Siedlungsgebiet festgelegt – also der Raum für die bauliche Entwicklung für die nächsten 25 Jahre. Das Ziel steht fest: Im Aargau soll die Zersiedlung gebremst werden. Der Regierungsrat spricht von «weitreichenden Neuerungen».

Brugg-Windisch wird als Kernstadt und als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt von kantonaler Bedeutung bezeichnet. Diese Aussage sorgt für Freude bei Daniel Moser, dem Präsidenten des Regionalplanungsverbands Brugg Regio. «Wir sind bestrebt, neben Baden, Aarau und Lenzburg eigenständig wahrgenommen zu werden und die Rolle als bedeutender Standort im Kanton gut auszufüllen», hält Moser fest. Mit dem Neuem – dem Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz sowie dem Hightech-Zentrum Aargau – sowie mit dem Bestehenden – Berufsschulen, Paul Scherrer Institut (PSI) – werde ein kaum schlagbarer Wissenscluster geboten, der viele Vorteile, gerade auch für Unternehmer, mit sich bringe.

Freie Areale an perfekten Lagen

«Der wirtschaftliche Entwicklungsschwerpunkt liegt auf der Achse PSI, Brugg-Windisch und Eigenamt und bietet mit freien Arealen, aber auch Büroräumlichkeiten an perfekten Lagen, für verschiedenste Unternehmen Platz», fährt Moser fort. Es sei wichtig, den wirtschaftlichen Entwicklungsschwerpunkt mit einem guten Mix auf innovative und wertschöpfungsstarke Arbeitsplätze zu legen.

Als Folgen für die Einwohner von Brugg und Windisch sowie in der Region nennt Moser als Stichworte mehr Arbeitsplätze, mehr Dynamik auch im Wohnmarkt sowie mehr Verkehr. Die Planung stelle sich diesen Aufgaben und sei bemüht, den Anteil am Velo- und Fussverkehr gegenüber dem motorisierten Verkehr zu erhöhen – «und für den rollenden Verkehr eine bessere Lösung zu finden», so Moser. «Bezüglich Wohnen stehen wir nicht nur zwingend wegen der neuen Klassifizierung unter Druck, sondern generell aufgrund des intensiven Wachstums im Aargau.»

Für ein angenehmes Leben sollen deshalb die Freiräume – Auenschutzgebiete, Birrfeld, Wasserschloss, Jurapark – nicht verdrängt werden. Es gelte, den Spagat zwischen dem für das Empfinden verträgliche, verdichteten Wohnen sowie dem Zersiedlungsstopp zu definieren.

Fahrende: Standplatz in Abklärung

Für die Siedlungsgebietserweiterungen sind laut Richtplan-Entwurf im Raum Brugg 14 Hektaren vorgesehen. Diese Zahl basiert, so Moser, auf einer komplexen Rechnung vonseiten Kanton. «Wir nehmen dies so an – und stellen uns den damit verbundenen Herausforderungen, um die optimale Entwicklung der Region zu ermöglichen.» Dass die Fläche vor allem in Windisch und Birr feinverteilt wurde, ist gemäss dem Planungsverbandspräsidenten nachvollziehbar: «Der Kanton verteilt die Fläche an die Orte, in denen die Infrastrukturen stark sind. Dies betrifft die Regionen Eigenamt und Zentrum.» Der Kanton müsse bewusst den Trend brechen, damit das starke Siedlungswachstum nicht mehr in der Peripherie stattfinde wie bis anhin.

Weiter sind in Brugg 0,5 Hektaren vorsorglich für einen Standplatz für Fahrende als Siedlungsgebiet festgelegt. Moser betont, dass noch kein konkreter Standort geplant ist. Dieses Begehren werde im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision «Raum Brugg Windisch» gemeinsam mit Windisch geprüft. «Die Ergebnisse werden dann aufzeigen, zu welchem Schluss man bezüglich diesem Anliegen gekommen ist.» Übrigens: Bereits heute wird bei der Badi Windisch im Winter ein Standplatz für Fahrende geboten.

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