Brugg
Wegen bedrohter Amphibien: Stadt befreit zwei Weiher von Goldfischen

Ausgesetzte Goldfische in Weihern fressen den Laich und die Kaulquappen von bedrohten Amphibien. Die Stadt Brugg verzichtet auf eine Anzeige, setzt stattdessen auf das Verständnis der Bevölkerung.

Michael Hunziker
Merken
Drucken
Teilen
Die Goldfische gefährden die laichenden Amphibien.

Die Goldfische gefährden die laichenden Amphibien.

Bild: zvg

Insgesamt 369 Goldfische hat die Stadt Brugg aus zwei Weihern entfernen lassen. Denn die Tiere fressen den Laich und die Kaulquappen der Amphibien, die vom Aussterben bedroht sind.

Betroffen waren der Weiher Langmatt/Au sowie – vor allem – der Weiher bei der Natur- und Vogelschutzverein-Hütte, hält der Stadtrat in einer Medienmitteilung fest. Die Stadt erstelle und unterhalte, heisst es weiter, mit viel Aufwand diverse Amphibienweiher. Diese seien in der Region mit der Aarelandschaft sowie noch einigen Vorkommen von seltenen Amphibienarten sehr wichtig. «Doch immer wieder werden diese geschützten Feuchtbiotope und die darin laichenden Amphibien gefährdet», so der Stadtrat. Häufig würden unter anderem Goldfische – sogenannte Neozoen, also gebietsfremde Arten – in die Weiher ausgesetzt. «Dies ist illegal und kann zu einer Verzeigung führen.»

Der Tele M1-«Aktuell»-Beitrag zum Thema.

Tele M1

Entdeckung erst bei einer gewissen Anzahl

Wer die Goldfische ausgesetzt hat, sei unklar, sagt Stadtschreiber Matthias Guggisberg auf Nachfrage. Erfahren habe die Stadt von den Tieren durch Sichtungen von Mitgliedern der Landschaftskommission sowie des Natur- und Vogelschutzvereins. Anzeige sei in diesem Fall keine erstattet worden. Guggisberg:

«Die Stadt setzt bei diesem Thema auf Verständnis der Bevölkerung und hofft, dass zukünftig keine Tiere mehr ausgesetzt werden.»

Entdeckt würden die Goldfische meist erst, wenn eine gewisse Anzahl vorhanden sei, fügt der Stadtschreiber an. Auch der Mühliweiher sei 2020 – allerdings nicht durch die Stadt – von diesem Fisch befreit worden. Stattgefunden hätten bisher Versuche mit Egli, die Goldfische fressen, erklärt Guggisberg. Daher seien im Weiher Langmatt/Au deutlich weniger Goldfische vorhanden gewesen. Die Egli wurden wieder in den Weiher ausgesetzt.

Die Goldfische konnten noch vor der Laichsaison «professionell entfernt und fachgerecht entsorgt» werden, fasst der Stadtrat zusammen. Will heissen: Die Tiere wurden von einer fachkundigen Person fachgerecht, mit einer tierschutzkonformen Methode getötet und in die Kadaversammelstelle gebracht. «Die Laichzeit von Molch, Frosch und Kröte kann nun in Brugg in sicherem Gewässer beginnen», teilt der Stadtrat mit.