Brugg
«Verbote sind auf Minimum zu beschränken»: Stadtpartei setzt sich ein für sicheren und stauarmen Strassenverkehr

Von Bushaltestellen bis E-Trottinetts: Die FDP Brugg präsentiert drei Leitsätze für eine Verkehrspolitik der Stadt.

Michael Hunziker
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Kreuzungen – wie hier am Schöneggplatz – sind vermehrt mit Rechtsvortritt-­Lösungen zu realisieren, fordert die FDP.

Kreuzungen – wie hier am Schöneggplatz – sind vermehrt mit Rechtsvortritt-­Lösungen zu realisieren, fordert die FDP.

mhu (13. Juni 2019)

Die FDP Brugg befasst sich mit der Verkehrspolitik der Stadt und formuliert Leitsätze. In einer Medienmitteilung erinnert die Partei daran, dass die neuere Verkehrspolitik des Stadt- und Einwohnerrats «mit den einseitigen und fast flächendeckenden Tempo-30-Zonen auf Gemeindestrassen» im Februar 2019 vom Volk mit 57% der Stimmen abgelehnt wurde.

Einleitend stellt die FDP Brugg fest: Alle Verkehrsteilnehmer seien frei, wie sie von A nach B gelangen wollen. Und:

«Gebote und Verbote sind auf das absolut notwendige Minimum dort zu beschränken, wo zur notwendigen und definierten Zielrichtung andere Massnahmen nachweislich unmöglich oder wirkungslos sind.»

Der Stadtrat habe sich für eine verursachergerechte Kostendeckung einzusetzen. Leiter der FDP-Arbeitsgruppe Verkehr ist Einwohnerrat Peter Haudenschild.

Die aktuelle Tunnellösung geht in die richtige Richtung

Ausserhalb der Quartiere sei der Strassenverkehr sicher und stauarm zu gestalten, in abgeschlossenen Quartieren seien präventive Temporeduktionen vorzunehmen, hält die FDP in ihrem ersten Leitsatz fest. Die Partei verweist auf das Regionale Gesamtverkehrskonzept Ostaargau. Die vorgesehene Zentrumsentlastung im Raum Brugg-Windisch sei ein Generationenprojekt. «Die aktuelle Tunnellösung geht in die richtige Richtung.» Aber:

«Der Tunnel ist im Sinne der Internalisierung von externen Kosten auf beiden Seiten zu verlängern, auch um die Emissionen weiter zu reduzieren und den Hochwasserschutz zu verbessern.»

Ein Tempo-50-Regime, fährt die Stadtpartei fort, gelte auf allen Strassen der Kategorien Hauptverkehrsstrassen bis Sammelstrassen. An gefährlichen Stellen seien Kreuzungen vermehrt mit Rechtsvortritt-Lösungen zu realisieren. Als Beispiel nennt die FDP den Schön­eggplatz. Und um den Verkehrslärm zu reduzieren, seien – wo technisch machbar – konsequent lärmarme Beläge zu verwenden.

Einwohnerrat Peter Haudenschild ist Leiter der FDP-Arbeitsgruppe Verkehr.

Einwohnerrat Peter Haudenschild ist Leiter der FDP-Arbeitsgruppe Verkehr.

zvg

Auf Quartiererschliessungsstrassen können laut FDP Tempo-30-Zonen ohne bauliche Massnahmen zur Temporeduktion ausgeschildert werden, sofern nachgewiesener Bedarf bestehe zum Beispiel wegen regelmässiger Tempoexzesse oder übermässigen Lärms.

Die gerade für den Langsamverkehr gefährlichen sogenannten Kap-Bushaltestellen – wie Obergrüt/Badi und Bodenacker – sowie die künstlichen Doppelkap-Strassenengnisse – wie in der Laurstrasse auf Höhe Bauernverband/Familienzentrum – seien aufzuheben und durch Fahrbahnhaltestellen mit Mittelinseln und Fussgängerstreifen zu ersetzen.

Westquartierbus ist als durchgehende Linie zu konzipieren

Der öffentliche Verkehr sei schrittweise an die Zukunft anzupassen, heisst es im zweiten Leitsatz. Konkret: Schinznach-Bad sei mit dem öV besser in Brugg zu integrieren. Die S12 – die von Wil SG bis nach Brugg fährt – sei mit einer Haltestelle im Bereich Rütene/Westquartier bis nach Schinznach-Bad zu verlängern, der Westquartierbus bis in den Bereich Aarestrasse/Schulhaus in Schinznach-Bad. Zudem sei der Westquartierbus als durchgehende Linie von Schinznach-Bad nach Lauffohr zu konzipieren, so die FDP. Um den Busverkehr zu beschleunigen, fügt die Stadtpartei an, sei an Kreuzungen grundsätzlich der Rechtsvortritt wieder einzuführen, beispielsweise am Lindenplatz.

Der «in der Coronazeit erheblich gewachsene» Fuss- und Veloverkehr sei zu entflechten, führt die FDP im dritten Leitsatz aus. Dies gelte namentlich für den Neumarkt, die Mühlebrücke sowie das «Gwagglibrüggli». Sowohl dem Fuss- als auch dem Veloverkehr seien die notwendigen Verkehrsflächen zur Verfügung zu stellen, hält die Partei fest und ergänzt: «Das Velofahrverbot auf Trottoirs für über 12-Jährige ist durch die Regionalpolizei konsequent durchzusetzen. Analoges gilt für elektrische Trendfahrzeuge wie E-Trottinetts.»

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