Brugg
Sind im Boden der Stadt auch Gifte zu finden? Proben sollen Klarheit schaffen

Einwohnerrätin Julia Geissmann (Die Mitte) hat sich mit einer Kleinen Anfrage nach der Schadstoffbelastung in Brugg erkundigt. Jetzt liegt die Antwort des Stadtrats vor.

Michael Hunziker
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Dioxine können bei der Verbrennung von Abfällen entstehen (Symbolbild).

Dioxine können bei der Verbrennung von Abfällen entstehen (Symbolbild).

Gaetan Bally/Keystone

Gibt es Hinweise auf giftige Dioxine im Brugger Boden? Diese Frage hat sich Einwohnerrätin Julia Geissmann (Die Mitte) gestellt. Sie verweist auf die Medienberichterstattungen gegen Ende des vergangenen Jahres über schadstoffbelastete Areale in der Nähe von Kehrichtverbrennungsanlagen. Dioxine können entstehen bei der Verbrennung von Abfällen.

In einer Kleinen Anfrage wollte Julia Geissmann vom Stadtrat wissen, ob Vorsichtsmassnahmen getroffen und ob im Umfeld der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) Turgi entsprechende Untersuchungen zur Dioxin-Belastung durchgeführt wurden oder noch veranlasst werden sollen.

Julia Geissmann ist Einwohnerrätin (Die Mitte) in Brugg.

Julia Geissmann ist Einwohnerrätin (Die Mitte) in Brugg.

zvg

Ebenfalls erkundigte sich die Einwohnerrätin nach einer Einschätzung des Stadtrats zum Problem der illegalen Abfall­verbrennung durch Private und die dadurch entstehenden Schadstoffe.

Bei Proben 1991 wurden Grenzwerte überschritten

Konkrete Hinweise auf Dioxine im Brugger Boden bestehen keine, hält der Stadtrat in seiner nun vorliegenden Antwort fest und erwähnt die fehlenden Verursacher im Stadtgebiet sowie die Distanz zur Kehrichtverbrennungsanlage Turgi. Aus diesem Grund habe es bisher auch keinen Anlass für Abklärungen gegeben.

Obwohl in der KVA Turgi immer alle Grenzwerte eingehalten und die Filteranlagen laufend auf den neusten Stand der Technik nachgerüstet wurden, seien im 1991 im Rahmen einer kantonalen Messkampagne zwei Bodenproben in der Umgebung der Anlage gefunden worden, bei denen die Richtwerte leicht überschritten wurden, so der Stadtrat.

Resultate sind im zweiten Quartal 2022 zu erwarten

Die Verantwortlichen der KVA Turgi seien «angesichts der hochsensiblen Thematik» an aktuellen Werten sehr interessiert, fährt der Stadtrat fort. Ein unabhängiges Labor werde neue Bodenproben aus dem Umfeld der Kehrichtverbrennungsanlage analysieren. Die Resultate seien im zweiten Quartal dieses Jahres zu erwarten.

Zur illegalen Abfallverbrennung durch Private schliesslich gibt es laut Behörde kaum Meldungen. Sollten solche eintreffen, werde der Sachverhalt polizeilich überprüft, die Rückstände der Verbrennung würden chemisch analysiert. Aus den letzten Jahren seien jedoch keine Fälle bekannt. «Das Problem der illegalen Abfallverbrennung wird dementsprechend als gering eingeschätzt», schliesst der Stadtrat seine Ausführungen.

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