Brugg
Nach der Auflösung des Kulturvereins: So geht es mit dem Dampfschiff weiter

Im Kulturlokal an der Aarauerstrasse 26 legt der neue Mieter Andreas Gyr beim Umbau selber Hand an. Er will das bewährte Angebot am Mittag künftig mit regelmässigem Barbetrieb am Abend ergänzen.

Claudia Meier
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Andreas Gyr will dem Dampfschiff neu mit der eigenen Bar wieder Leben einhauchen. Das Essensangebot von N’Joy Thai Kitchen bleibt.

Andreas Gyr will dem Dampfschiff neu mit der eigenen Bar wieder Leben einhauchen. Das Essensangebot von N’Joy Thai Kitchen bleibt.

Bild: Claudia Meier

Seit dreieinhalb Jahren bieten Andreas Gyr und seine thailändische Frau Kanokwan «Joy» Gyr an der Aarauerstrasse 26 in Brugg Mittagsmenüs an. Auch jetzt während des Lockdowns sind die asiatischen Mahlzeiten als Take-away erhältlich. Unter dem Namen «N’Joy Thai Kitchen» hat sich das Paar mit dem thailändischen Mittagstisch, Take-away, Catering und Partyservice eine Existenz aufgebaut.

Gekocht wird aktuell in Schafisheim, wo das Paar lebt. Rund eineinhalb Jahre lang betrieb es in Suhr einen zweiten Standort, der aber 2019 aufgegeben wurde. Neu soll das Angebot in Brugg ausgebaut werden. Nachdem der Verein Kultur im Dampfschiff aufgelöst wurde und den Mietvertrag gekündigt hatte, hat sich Andreas Gyr entschieden, das Lokal zu pachten. Als Sohn des früheren Rotes-Haus-Wirtepaars weiss er, welches Potenzial in einem Gastrobetrieb liegt.

In der hinteren Ecke entsteht eine Lounge

Der gelernte Automechaniker und spätere Autoverkäufer sowie Filialleiter hat die Einzelfirma «Dampfschiff Bar Gyr» am 12. Februar im Handelsregister eintragen lassen. Für den 32-Jährigen ein logischer Schritt. Denn mit seiner Frau möchte er die Geschäftstätigkeit in Brugg konzentrieren und allenfalls auch den Lebensmittelpunkt wieder in diese Region verschieben.

Der Name Dampfschiff bleibt bestehen. Anstatt Untermieter sind Gyrs nun Mieter. Ein Teil des Mobiliars wie Tische und Stühle haben sie vom Kulturverein übernommen. Der Firmenzweck sieht den Betrieb einer Bar sowie die Durchführung von Events verschiedener Art vor. Andreas Gyr sagt:

«Zusätzlich zum Mittagsangebot wollen wir von Donnerstag bis Sonntag eine Bar betreiben.»

Den Lockdown nutzt er, um das Lokal zu sanieren, die Wände frisch zu streichen und mit seinem Vater zusammen in der hinteren Ecke eine Lounge aus Holz zu bauen.

«Wir brauchen eine Perspektive»

Angedacht ist, dass die beliebte Vollmondtanznacht weitergeführt wird, in Kooperation mit den bisherigen Organisatoren. Gyr kann sich auch Veranstaltungen mit Livebands oder DJs vorstellen. Da noch nicht klar ist, wie die Lockerungsschritte des Bundesrats aussehen, mag er noch keine Details planen. Umbau und Take-away-Service geniessen momentan Priorität.

Der Take-away-Service steht von Montag bis Freitag offen.

Der Take-away-Service steht von Montag bis Freitag offen.

Bild: Claudia Meier

«Wir brauchen eine Perspektive und wollen nicht herumsitzen und vom Sozialamt leben», sagt Gyr, dem sein handwerkliches Geschick beim Umbau sehr nützlich ist. Offen ist ebenfalls noch, wie es mit der Licht- und Soundanlage weitergeht, die der inzwischen aufgelöste Kulturverein angeschafft hatte.